1. Startseite
  2. Verbraucher

Konkurrenz für Ryanair: Billigflieger startet Flatrate-Flüge für 9,99 Euro – das steckt dahinter

Kommentare

Für rund zehn Euro in den Urlaubsflieger steigen? Wizz Air macht es möglich. Das Angebot ist aber an ein teures Abo geknüpft. Nicht der einzige Haken.

Budapest – Einmal zahlen und sich dann nach Belieben Nachschlag holen. Was sich bislang primär am Essens-Buffet bewährt hat, macht sich nun auch die Billig-Fluglinie Wizz Air zu eigen. Zumindest in der Theorie. In der Praxis sieht es nämlich nicht ganz so aus – das „All you can Fly“-Abo hat gleich mehrere Haken.

Mit der Flug-Flatrate zu Europas Topzielen: Wizz Air startet auch von zehn deutschen Flughäfen

Italien, Türkei, Spanien – wo man auch hinschaut, die Preise für den Urlaub ziehen an. Sowohl bei der Anreise als auch am Urlaubsort. Sogar der einstige Geheimtipp Kroatien nimmt allmählich an einigen Orten Wucher-Züge an. Durch die Anhebung der Maut ist es auch für Autofahrer noch mal deutlich teurer geworden. Da klingt das Angebot, für einen knappen Zehner in den Urlaubsflieger zu steigen, schon sehr verlockend. Zumal die ungarische Billig-Fluggesellschaft Wizz Air von zehn Abflughäfen in Deutschland europaweite Topziele anfliegt.

Eine Person steht vor der Anzeigentafel am Flughafen. (Symbolfoto)
Nach Athen, Rom oder London? Ganz egal – für 9,99 Euro kommt man hin. Ein neues Vielflieger-Angebot der Billigairline Wizz Air macht es möglich. Wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wäre.(Symbolfoto) © Imago

Das Flug-Netz von Wizz Air erstreckt sich über rund 50 Länder und etwa 800 verschiedene Routen, die allesamt im Flatrate-Abo der Airline enthalten sein sollen. „Die ‚Wizz All You Can Fly-Mitgliedschaft‘ bietet Hunderte von spontanen Reiseoptionen zu einem Festpreis und gibt Ihnen die Freiheit, zu fliegen, wann immer es Ihnen passt“, sagt Silvia Mosquera, Commercial Officer von Wizz Air, in einer Stellungnahme. Ganz so grenzenlos ist diese Freiheit aber nicht, wie sich mit Blick ins Kleingedruckte feststellen lässt.

„All you can Fly“-Abo garantiert Sitzplatz nicht – versteckte Kosten kommen obendrauf

Der Ticketpreis ist zwar mit 9,99 Euro gedeckelt und wird auch zur Hauptsaison von der Airline zugesichert – anders, als es sonst üblich in der Branche ist, wird er nicht von der Nachfrage bestimmt. Die freie Wahl hat man aber nicht. Denn die für das Abo ausgelobten Sitzplätze sind stark begrenzt und hängen von der jeweiligen Auslastung ab.

„Wizz Air garantiert nicht, dass Sie Flüge über das Vielflieger-Programm ‚All you can Fly‘ buchen können, da die Bereitstellung von Flugtickets von einer Reihe interner und externer Faktoren abhängt“, heißt es in den FAQ des Angebots. Ob es entsprechende Plätze gibt, hängt davon ab, wie viele andere Abo-Inhaber mit wollen, wie gut der Flieger insgesamt gebucht ist und wie viele Passagiere in die Maschine passen. An sein Wunsch-Ziel zum Spottpreis kommt man also mitunter nur mit viel Glück.

Mal ganz abgesehen davon, dass man, bevor man an die Schnäppchenpreise rankommt, zunächst 599 Euro auf der hohen Kante haben muss. So viel kostet das „All you can Fly“-Jahresabo. Zusatzleistungen, wie Sitzplatzreservierung oder Gepäck, sind darin allerdings nicht enthalten. An Bord erlaubt ist – wie für Billigairlines üblich – nur kleines Handgepäck. Und da ist die EU erst kürzlich wieder zur strengen Richtlinie zurückgekehrt. Wer einen Koffer mitnehmen möchte, muss mit 10 bis 100 Euro pro Person und Strecke Extrakosten rechnen. Wizz Air zählt neben Ryanair zu den Spitzenreitern der Airlines mit den meisten versteckten Kosten.

Billig-Airline bringt einzigartiges Flatrate-Angebot auf den Markt – Dann gilt es

Und auch die Spontanität trifft auf das Angebot nur bedingt zu. Von jetzt auf gleich in den Urlaub geht es nicht, die Flüge des „All you can Fly“-Angebots müssen mindestens 72 Stunden im Voraus gebucht werden. Doch: Wer schnell ist, kann immerhin 100 Euro sparen. Bis zum 15. August wird die Flatrate noch zum Vorverkaufspreis von 499 Euro statt 599 Euro angeboten.

Auf den letzten Drücker kommt man damit aber leider nicht mehr in den Sommerurlaub. Die ersten „All you can Fly“-Flüge von Wizz Air starten erst am 26. September, also nach der Hauptsaison. Dann ist es meist aber ohnehin günstiger. (rku)

Auch interessant

Kommentare

Teilen