Die Kundenmeinungen gehen auseinander

Während Corona-Lockdown: Lidl legt sich mit Hamsterkäufern an - das Netz reagiert empört

  • Lisa Fischer
    vonLisa Fischer
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Wie im ersten Lockdown machen sich „Hamsterkäufe“ aktuell in den Supermärkten bemerkbar. Der Discounter Lidl setzte jetzt ein Statement - und empört so manchen Kunden.

  • Bereits während des ersten Lockdowns kam es bundesweit zu Hamsterkäufen. Besonders Toilettenpapier wurde knapp.
  • Auch im zweiten Lockdown - dem „Lockdown light“ - berichten die Supermärkte und Discounter von erneuten Hamsterkäufen.
  • Lidl wurde besonders kreativ und postete auf Instagram einen Appell, der die Kunden amüsiert oder verärgert.

Neckarsulm - Schon Anfang des Jahres sorgten sie bei Kunden einerseits für Lacher und Kopfschütteln, andererseits aber auch für Verärgerung: die Hamsterkäufe. Vor allem Klopapier und Nudeln wurden während des ersten Lockdowns knapp, nach ein paar Wochen fanden Hobbybäcker zusätzlich keine Hefe mehr. „Bitte nur eine Packung nehmen“, lauteten die Schilder an den Regalen in manchen Supermärkten und Discountern.

Und auch in der zweiten Corona-Welle, besonders im „Lockdown light“ zeichnet sich das Phänomen erneut ab. Der Discounter Lidl reagierte jetzt über einen Social-Media-Kanal mit einem Appell an seine Kunden - und spaltet diese in zwei Lager. Humorvoll äußern sich die einen, andere wiederum sind empört.

Während der zweiten Corona-Welle: Lidl legt sich mit Hamsterkäufern an - „wir müssen leider draußen bleiben“

„Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation sehen wir uns leider gezwungen, unsere Türpolitik anzupassen“, schreibt Lidl auf seinem Instagram-Account. Über 612.000 User folgen dem Discounter über sein Social-Media-Profil. Zu dem Beitrag postet Lidl ein Foto eines Hamsters, der durchgestrichen ist. „Wir müssen leider draußen bleiben“, prangt über dem Hamster - ähnlich wie Kunden es von Aufklebern mit Hunden kennen.

„Unser Ziel ist es, für alle gleichermaßen da zu sein und das schaffen wir eben nur, wenn alle auch mal an ihre Mitmenschen und nicht nur an sich selbst denken“, lautet der Appell des Discounters weiter. Ein paar Smileys, die in der Nachricht versteckt wurden, lockern die ernst gemeinte Botschaft etwas auf.

Während der zweiten Corona-Welle: Lidl legt sich mit Hamsterkäufern an - das Netz reagiert von belustigt bis zu verärgert

So reagieren auch einige Instagram-User mit einem Lacher. „Also darf mein Hamster namens Yarrak nicht mehr einkaufen gehen?“, fragt ein User, nicht ganz ernst gemeint und „keine Macht den Hamstern“, kommentiert ein anderer lachend. Eine Dame fordert ein Plakat mit dem abgebildeten Hamster „es soll ja nicht übersehen werden!“

Während der zweiten Corona-Welle: Lidl legt sich mit Hamsterkäufern an - User reagieren empört „geht‘s noch?“

Andere User sehen den Appell des Discounters ernster. „Die Leute können doch kaufen was sie wollen. Es geht niemanden was an wieviel und was. Da muss Lidl sich einen Kopf machen, wie sie die Waren in ausreichender Menge ran bekommen“, lautet ein Kommentar. „Wo lebe ich denn? Muss ich mir vorschreiben lassen, was ich kaufe? Geht‘s noch?“, empört sich eine Userin. Lidl erklärt daraufhin: „Grundsätzlich appellieren wir an jeden Einzelnen, verantwortungsvoll mit der aktuellen Situation [...] umzugehen.“

Während der zweiten Corona-Welle: Aldi Nord appelliert mit Strichmännchen an Hamsterkäufer

Auch Discounter-Konkurrent Aldi Nord bot seinen Followern auf Instagram einen Beitrag mit einer auflockernden, aber ernst gemeinten Botschaft in der angespannten Situation - in Form eines Strichmännchens. „Das ist Paul. Paul geht zu Aldi Nord, um Toilettenpapier einzukaufen. Paul kauft nur so viel ein, wie er braucht. Paul nimmt Rücksicht auf andere. Paul ist schlau. Sei wie Paul“, lautet die Nachricht.

„Gemeinsam geht alles“, lautet die Botschaft von Aldi Süd in den sozialen Netzwerken. „Alles für den täglichen Bedarf, alles auf Lager, alles nach Hygieneplan.“ Augenscheinlich richtet sich der Discounter mit seiner Nachricht an die Hamster-Käufer und versucht damit die Panikkäufe im Voraus zu verhindern. (lif)

Rubriklistenbild: © picture alliance/Helmut Fohringer/APA/dpa

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