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Gemeinsam für mehr Kundenzufriedenheit: Lidl und Aldi wollen das Nutri-System einführen.

Noch fehlt aber rechtliche Grundlage

Lidl und Aldi wollen wichtige Neuerung einführen

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Wie gesund sind die Produkte, die im Einkaufswagen landen? Verbraucher achten immer mehr auf ihre Ernährung. Dem tragen auch Lidl und Aldi mit einer baldigen Neuerung Rechnung.

München - Das wird Julia Klöckner schmecken. Die führenden Discounter Lidl und Aldi wollen die neue Nährwertampel Nutri-Score in ihren Filialen einführen, wenn hierfür die rechtliche Grundlage geschaffen ist. Mit dem aus Frankreich stammenden System wird Verbrauchern angezeigt, wie groß der Zucker-, Fett- und Salz-Anteil ist. So ist leichter zu erkennen, welche Produkte gesund sind.

Lidl teilte mit, seine Kunden somit „bei einer einfacheren Orientierung und Kaufentscheidung für eine bewusstere Ernährung“ unterstützen zu wollen. Das Unternehmen aus Neckarsulm prüfe, welche Produkte der Lidl-Eigenmarken mit der Nutri-Ampel gekennzeichnet werden könnten. Sei dann das entsprechende Gesetz verabschiedet, würde mit der Anbringung des Siegels begonnen. Jan Bock, Geschäftsleiter Einkauf von Lidl Deutschland, berichtet von „Kundenanfragen, die aktiv nach einer transparenten Kennzeichnung von Lebensmittelprodukten fragen“.

Aldi will laut Foodwatch Nutri-System auf relevanten Eigenmarken-Produkten aufbringen

Laut der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch hätten auch Aldi Nord und Aldi Süd in zwei gleichlautenden Schreiben erklärt, die Kennzeichnung einzuführen und „auf relevanten Eigenmarken-Produkten aufzubringen“. Der entsprechende rechtliche Rahmen könnte im Frühjahr existieren.

Foodwatch forderte auch andere Handelsketten dazu auf, sich diesem Weg anzuschließen. Eine entsprechende Befragung durch die selbsternannten „Essensretter“ sei von Rewe vorsichtiger beantwortet worden. Das Kölner Unternehmen wolle abwarten, bis ein entsprechendes Regelwerk vorliege. Edeka habe eröffnet, zunächst die Ergebnisse eines eigenen „Praxistests“ zu Rate ziehen zu wollen.

Nicht nur bei Aldi Nord und Süd, sondern auch bei einem anderen Discounter gibt es aktuell einen Rückruf für Salat. Vor allem Schwangere und Kinder müssen aufpassen.

Lidl und Aldi: Ernährungsministerin Klöckner erklärte Einführung von Nutri schon im September zum Ziel

Die Initiative zum Nutri-Modell ging von Ernährungsministerin Klöckner aus. Nachdem sich in einer Verbraucherbefragung zu verschiedenen Systemen der Nährwertkennzeichnung eine deutliche Mehrheit für diese Variante ausgesprochen hatte, erklärte die CDU-Politikerin Ende September eine Einführung für erstrebenswert.

Die Nutri-Ampel solle „zeitnah“ und auf freiwilliger Basis eingeführt werden. Das neue Logo ist als Ergänzung für die EU-weit verpflichtende Nährwerttabelle anzusehen, die meist auf Rückseiten der Packungen abgebildet ist.

Das neue Nährwert-Logo: Ernährungsministerin Julia Klöckner stellt die Nutri-Skala vor.

Nutri-System: Skala mit fünf Stufen zur Einordnung der Produkte

Neben dem Gehalt an Zucker, Fett und Salz bezieht der Nutri-Score auch empfehlenswerte Bestandteile wie Ballaststoffe oder Proteine in eine Gesamtbewertung ein und gibt dann einen einzigen Wert an. Auf einer fünfstufigen Skala wird das zutreffende Feld hervorgehoben. Die günstigste Bilanz wird durch ein „A“ auf dunkelgrünem Grund dargestellt, es folgen ein hellgrünes „B“, ein gelbes „C“, ein oranges „D“ und schließlich als ungünstigste Variante ein rotes „E“.

Im Listerien-Skandal um den hessischen Feischfabrikant Wilke müssen 300 Tonnen Lebensmittel vernichtet werden. Lidl führt für einige Filialen eine Zeitregel ein, die Kunden teuer zu stehen kommen kann. Ein Aldi-Kunde wirft einer Kassiererin vor, zu schnell zu sein - die Antwort des Konzerns führt zu einem weiteren Vorwurf. Weil die Supermarktkette Real vor dem Aus steht, könnten 277 Filialen schließen müssen.

mg, dpa, afp

Video: Nutri-Score-Etikett: Das steckt hinter dem bunten Lebensmittel-Logo

Zu einem Überfall in einer Aldi-Filiale kam es aktuell in Hamburg. Die Räuber verletzten zwei Mitarbeiter.

Die Ermittlungen im Lebensmittel-Skandal bei der Firma Wilke gehen weiter. Jetzt hat das Robert-Koch-Institut eine Liste übergeben.

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