Das Logo eines Lidl-Supermarktes in Berlin-Reinickendorf leuchtet vor dem Abendhimmel.
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Der charakteristische Lidl-Schriftzug prangt an über 10.000 Filialen in Europa.

Lidl: Beliebter Discounter 

Lidl: Geschichte des Discounters, Sortiment und Filialen

Lidl ist ein beliebter Supermarkt und Discounter. Gemeinsam mit Kaufland gehört der Einzelhändler zur Schwarz-Gruppe.

  • Lidl gehört zu den größten deutschen Supermarktketten und ist als Discounter auch im europäischen Ausland verbreitet
  • Mit 10.800 Filialen in 32 Ländern gehört Lidl zu den führenden Unternehmen im Lebensmitteleinzelhandel
  • Die Geschichte von Lidl beginnt schon im Jahr 1930 mit der Gründung der Lidl & Schwarz KG als Lebensmittel-Sortimentsgroßhandlung in Neckarsulm

Lidl ist einer der größten Supermärkte in Europa. Der Discounter hat weltweit fast 11.000 Filialen, wovon sich 3.200 in Deutschland befinden. Den Anfang stellte ein kleines Lebensmittelgeschäft in Ludwigshafen dar, das es bis heute gibt. Schon vor dieser Gründung im Jahr 1973 begann die Geschichte des Lebensmitteleinzelhandels mit der Gründung der Lidl & Schwarz KG in Neckarsulm. Bis heute hat die Schwarz-Gruppe ihren Sitz in dieser Stadt.

Bei Lidl gibt es hauptsächlich Lebensmittel im Sortiment und dies zu einem kleinen Preis. Das typisch deutsche Konzept, in Discountern auf Marken zu verzichten oder Eigenmarken zu verkaufen, zeigt bei Lidl Erfolg. Zahlreiche Kunden vertrauen auf den Supermarkt, der Produkte zu günstigen Preisen anbietet. Gründer Josef Schwarz (74, 1977) startete Lidl als Lebensmittelgroßhandlung. Sein Sohn Dieter Schwarz ist bis heute Eigentümer der Schwarz-Gruppe und gilt mit einem geschätzten Vermögen von 41,5 Milliarden Euro (Stand September 2019) als reichste Person Deutschlands.

Neue Schwerpunkte von Lidl

Nach Kritik zu den Arbeitsbedingungen bei Lidl selbst sowie bei den Lieferanten des Discounters hat der Supermarkt neue Schwerpunkte gesetzt. Dazu gehören die folgenden Entwicklungen:

  • Recht auf Umtausch und Rücktritt vom Kauf
  • Verbesserter Datenschutz
  • Verbesserter Umgang mit Ressourcen, insbesondere bei der Entsorgung
  • Partnerschaft mit Save the Children
  • Regelmäßiger Nachhaltigkeitsbericht seit 2018
  • Kooperation mit Bio-Marken für ein breiteres, nachhaltigeres Sortiment
  • Bessere Arbeitsbedingungen

Neben mehr Gleichberechtigung der Mitarbeiter hat die Schwarz-Gruppe auch eine Nachhaltigkeitsstrategie 2030 für Lidl entworfen. Diese sieht vor, bis 2025 recyclingfähige Kunststoffverpackungen bei den Eigenmarken umzusetzen, den Salz- und Zuckergehalt in Eigenmarkenprodukten zu reduzieren und 5 Millionen Quadratmeter für Insekten zu schaffen.

So sollen die Filialen insgesamt deutlich verbessert werden, was Umweltschutz, Gleichberechtigung, faire Arbeitsbedingungen und Nachhaltigkeit angeht. Die 83.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland sollen laut Lidl beste Arbeitsbedingungen im Lebensmitteleinzelhandel erhalten. So soll sich der Slogan „Lidl lohnt sich“ anwenden lassen.

Das Sortiment des Supermarktes

Als Lebensmitteleinzelhandel ist Lidl auf Lebensmittel spezialisiert. Zum festen Sortiment des Discounters gehören 1.600 Food-Artikel. Hinzu kommen Hunderte Aktionsartikel, die je nach Saison und Feiertagen variieren. Mit diesem großen Sortiment ist Lidl ein sehr breit aufgestellter Supermarkt. Zum Beispiel führte der Konkurrent Aldi für lange Zeit nur etwa 700 verschiedene Food-Artikel.

Bei Lidl gibt es sowohl einige Markenprodukte als auch No-Name-Artikel sowie Produkte unter Eigenmarken. Zu den eigenen Marken in den Filialen von Lidl gehören die folgenden Namen:

  • Milbona: Milch und Milchprodukte
  • Dulano: Wurstwaren
  • Sondey: Backwaren
  • Linessa: Kalorienreduzierte Lebensmittel
  • Freeway und Saskia: Getränke
  • Bellarom: Kaffee
  • Maribel: Konfitüre
  • Landjunker und Oldenländer: Frischfleisch
  • Biotrend (früher Bioness): Bio-Lebensmittel
  • Deluxe: Premium-Produkte

Darüber hinaus gibt es bei Lidl ein Sortiment an frisch aufgebackenen Backwaren, zu denen je nach Filiale mindestens 30 verschiedene Produkte gehören.

Non-Food-Artikel bei Lidl

Neben den Lebensmitteln vertreibt der Supermarkt auch wöchentlich wechselnde Aktionsartikel, die nicht zum Bereich Lebensmittel gehören. Darunter fallen zum Beispiel Textilien, Kinderspielzeug, Kunstbedarf, Haushalts- und Elektronikwaren und Freizeitartikel.

Sowohl einige Produkte aus dem Sortiment des Lebensmitteleinzelhandels als auch die anderen Produkte können Kunden bei Lidl inzwischen sogar online bestellen. Die Web-Präsenz des Discounters schließt zudem Dienstleistungen wie einen Fotoservice, einen Blumenversand, ein Reiseportal und Haus- und Gartenartikel ein. Zudem ist es möglich, Produkte direkt in die Filialen zu bestellen.

Übrigens: Die Sonderaktion „Lidl-Ticket“ in Kooperation mit der deutschen Bahn, bei der zum Festpreis von 49,90 Euro zwei einfache Bahnfahrten auf beliebigen innerdeutschen Strecken angeboten werden, ist bei Lidl besonders beliebt.

Filialen von Lidl im In- und Ausland

Lidl hat die Rechtsform einer Stiftung & Co. KG mit 600 Landes- und Servicegesellschaften. Die deutsche Geschäftsleitung befindet sich in Neckarsulm, ebenso wie der Unternehmenssitz. In Deutschland gibt es 39 Regionalgesellschaften des Discounters, die etwa 3.200 Filialen betreuen. Jede Regionalgesellschaft hat verschiedene Abteilungen, die für bestimmte Aufgaben zuständig sind. Die Abteilung wird von einem Regionalgeschäftsführer geleitet, der durch einen Vertriebsleiter unterstützt wird. Der Vertriebsleiter wiederum wird von Verkaufsleitern unterstützt, die jeweils für etwa 100 Mitarbeiter zuständig sind. Für jede Filiale gibt es einen Filialverantwortlichen. Seit Mitte des Jahres 2019 wird Lidl von Ignazio Paternò geführt.

In der Geschichte von Lidl finden sich bereits ab dem Jahr 1989 Expansionserfolge. Der Supermarkt verbreitete sich schnell in Westdeutschland und eröffnete 1990 sein erstes Geschäft in den ostdeutschen Bundesländern. Schon 1989 eröffnete die Schwarz-Gruppe ihre erste ausländische Filiale in Frankreich. Im Jahr 2019 hatte der Lebensmitteleinzelhandel von Lidl 11.000 Filialen in 29 Ländern. Dazu gehören die meisten europäischen Länder sowie seit 2017 die Vereinigten Staaten.

Die Geschichte des Discounters aus Neckarsulm

Die Geschichte des Discounters ist lang, denn die Vorgängerfirma von Lidl wurde bereits im Jahr 1930 gegründet. Die Lidl & Schwarz KG stellte eine Lebensmittel-Sortimentsgroßhandlung dar und stammte aus Neckarsulm. Hier befindet sich bis heute die internationale Lidl-Zentrale. 1930 trat der Heilbronner Kaufmann Josef Schwarz dem Unternehmen bei, das davor als Lidl & Cie. Südfrüchtehandlung in Heilbronn aktiv war. Unter Josef Schwarz wuchs die Gruppe zu einer Lebensmittelgroßhandlung für die Region Heilbronn-Franken an.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Lidl & Schwarz KG hart getroffen und ihr Lebensmittelgroßhandel zerstört, aber nach Kriegsende gelang der Wiederaufbau innerhalb von zehn Jahren. Im Jahr 1968 eröffnete Lidl & Schwarz in Backnang den ersten „Handelshof“, der später zu Kaufland wurde. Der einzige Sohn von Josef Schwarz, Dieter, absolvierte eine kaufmännische Ausbildung im Lebensmitteleinzelhandel und trat kurze Zeit später dem Familienunternehmen bei. Ab 1963 war er persönlich haftender Gesellschafter und 1968 eröffnete Dieter Schwarz seinen ersten Einzelhandelsladen, der bereits Grundzüge eines Supermarktes hatte.

Dieter Schwarz: Sohn von Josef Schwarz und reichster Mann Deutschlands

Im Jahr 1973 eröffnete Dieter Schwarz den ersten Lidl Discounter in Ludwigshafen. Damit hatte die Geschichte von Lidl, wie es heute bekannt ist, begonnen. Da der Supermarkt aus Neckarsulm bereits als Lidl bekannt war, kümmerte Dieter Schwarz sich um die Namensrechte. Um den Namen „Schwarz-Markt“ zu vermeiden, machte er eine Person namens Ludwig Lidl ausfindig und kaufte ihr die Namensrechte für 1.000 D-Mark ab. Somit war der Name des neuen Lebensmitteleinzelhandels geschützt.

Im Jahr 1977 starb Josef Schwarz im Alter von 74 Jahren. Sein Sohn übernahm die Lebensmittelgroßhandlung. Schon damals führte Dieter Schwarz 30 Filialen des Supermarktes. In den nächsten Jahren testete er verschiedene Discounter-Varianten, bis er sich für Lidl und Kaufland entschied. Lidl gilt als Discountmarkt mit kleiner Fläche, während Kaufland als „Vollsortimenter“ auf großen Flächen arbeitet.

1999 trat Dieter Schwarz aus der Unternehmensleitung zurück. Seinen Anteil an dem Unternehmen der Schwarz-Gruppe übertrug auf die gemeinnützige Dieter-Schwarz-Stiftung gGmbH, die unter anderem Wissenschaft, Forschung, Kunst und Kultur fördert. Dieter Schwarz ist vermutlich der reichste Mann Deutschlands.

Die Schwarz-Gruppe und ihre Mitglieder

Die Schwarz-Gruppe ist der größte Handelskonzern in Europa. Der Jahresumsatz betrug 2018 104,3 Milliarden Euro. Bis heute dient Neckarsulm als Sitz des deutschen Handelskonzerns. Zu der Gruppe von Josef Schwarz gehören Lidl und Kaufland, wobei Lidl vier Fünftel des Gesamtumsatzes ausmacht. Der Discounter ist europaweit mit 11.000 Filialen vertreten, während es Kaufland in ganz Europa etwa 1.270-mal gibt. Insgesamt beschäftig die Schwarz-Gruppe knapp 430.000 Mitarbeiter.

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