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Die Furcht vor der Online-Konkurrenz: Lidl duelliert sich nicht nur mit Aldi und Co.

Alarm ist angesagt

Lidl-Chef überrascht mit Aussage zu Aldi - und macht Mitarbeitern Gehalts-Versprechen

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Der Chef der Schwarz-Gruppe um Lidl und Kaufland schlägt Alarm. Denn es gebe keinen fairen Wettbewerb mehr. Deshalb seien die Politiker nun gefordert.

München/Heilbronn - Mit seinen Flaggschiffen Lidl und Kaufland schreibt die Schwarz-Gruppe eine Erfolgsgeschichte in der Lebensmittelbranche. Doch der Konzernchef schaut mit Grausen auf die Konkurrenz. Nein, nicht etwa Aldi oder der aus Russland stammende Mere. Klaus Gehrig befürchtet, gegen die Online-Versandriesen auf verlorenem Posten zu stehen.

"Amazon macht alles platt, wenn wir es zulassen. Unsere Politiker unterschätzen das", warnte der 70-Jährige bei einem Auftritt an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Heilbronn: "Und noch viel schlimmer ist Alibaba." Letzteres ist ein in China ansässiger Online-Händler, der seine Umsätze dem Vernehmen nach binnen neun Jahren vervierzigfacht hat.

Lidl und Kaufland zahlen demnächst 2000 Euro Einstiegsgehalt - Chef: „Brauchen Aldi“

Gehrig forderte wegen der jüngsten Entwicklungen gleiche Wettbewerbsverhältnisse. So sei der Mindestlohn bei Lidl und Kaufland zuletzt wegen der neu aufgekommenen Konkurrenz erhöht worden, beim Discounter werde das Einstiegsgehalt demnächst 2000 Euro betragen.

Einen gesunden Wettkampf macht der Konzernchef der Schwarz-Gruppe dagegen mit Aldi aus. "Wir brauchen Aldi. Wenn es Aldi nicht gäbe, wäre auch Lidl eingeschlafen", betonte er in Heilbronn. Allerdings sei Aldi bei Bio-Produkten voraus - auch weil Lidl einen ersten Versuch abgebrochen habe. Gehrig, der laut Heilbronner Stimme bei seiner Arbeit ohne Computer auskommt, bedauerte: "Wir hatten keine Geduld. Das war ein Fehler."

Ihm sei jedoch bewusst, dass es sich um ein wichtiges Angebot handele, dem sich Discounter nicht verschließen dürften. Denn Naturkostläden seien enorm teuer: "Wenn man eine Apotheke als teuer bezeichnet, würde ich einen Bioladen Apotheke plus nennen."

Bio-Produkte bei Discountern: Lidl wirbt mit besonderen Plakaten für die besonderen Artikel.

Lidl/Kaufland-Boss: Verlust beim Onlinehandel von Lebensmitteln hat zu Rückschritt animiert

Einen Schritt zurück vollführte Lidl auch beim Onlinehandel von Lebensmitteln. Das erklärte Gehrig mit den Kosten von 250 bis 300 Millionen Euro im Jahr: "Wir waren gefühlt vom System her die Besten. Aber der Verlust war uns einfach zu viel."

Dennoch deutete er schon an, dass es einen weiteren Anlauf geben werde: "Lasst uns das dann machen, wenn wir stärker den Rücken freihaben - am Ende muss ja das operative Geschäft die Kosten erwirtschaften."

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Update vom 5. März 2019: Noch mehr als die strategischen Pläne des Lidl-Chefs interessiert die Kunden vermutlich das Angebot der Discounter. Aldi legt mit einem Angebot nach, bei dem ein beliebtes Markenprodukt zeitweise extrem billig im Sortiment ist.

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mg

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