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Mit dem Dienst Lidl Plus sammelt der Discounter zahlreiche Daten seiner Kunden

Jetzt auch beim Discounter

„Lidl Plus“: Diese Rabattaktion hat einen hohen Preis für die Kunden

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Mit Lidl Plus gibt es ein neues Rabattprogramm. Dabei sammelt der Discounter allerdings umfangreiche Daten seiner Kunden. Dafür setzt es nun Kritik.

Neckarsulm - Treueprogramme und Rabattaktionen gibt es im Einzelhandel viele. Stempelkarten und Co. sind beim Bäcker, Pizzalieferservice oder Supermarkt sehr beliebt. Nun hat auch Lidl ein neues Sammelprogramm an den Start gebracht. Dafür steht der Discounter allerdings in der Kritik - weil Kundendaten in großem Umfang gespeichert werden. 

Die Rabatte gibt es bei Lidl nur zu einem hohen Preis. Denn Lidl Plus ist kein anonymes Angebot. Kunden müssen sich zuerst registrieren und eine App auf dem Smartphone installieren. Die App erzeugt einen QR-Code, den der Kunde beim Kauf an einem speziellen Scanner einlesen kann. Der Rabatt wird direkt vom Kaufpreis abgezogen, zusätzlich erhalten Kunden ein Rubbellos in der App mit weiteren Coupons.

Lidl Plus: Der Discounter weiß genau, was die Kunden kaufen

Lidl erhält dadurch nicht nur umfangreiche Daten zum Kaufverhalten seiner Kunden. Laut den Datenschutzhinweisen werden die besuchte Filiale, die erworbenen Produkte nach Art, Menge und Preis, die eingelösten Coupons, die Bon-Summe sowie der Zeitpunkt des Bezahlvorgangs und das verwendete Zahlungsmittel erfasst. Auch die Rabattcoupons sind auf die Bedürfnisse der Verbraucher zugeschnitten. Denn es gibt genau auf die Produkte und Marken einen Rabatt, die der Kunde bevorzugt kauft. Außerdem sollen Coupons von Partnern angeboten werden.

Mit Lidl Plus knüpft der Discounter an die Vorgehensweise großer Bonusprogramme an. Auch das System Payback etwa steht in der Kritik, weil umfangreiche Daten der Verbraucher gesammelt werden. Weil es viele Kundendaten sammelt, hat das Unternehmen in der Vergangenheit bereits den Big Brother Award erhalten. Es handelt sich um einen Negativpreis, der sich kritisch damit auseinandersetzt, dass Personen, Unternehmen oder Organisationen die Daten von Privatpersonen sammeln.

Gegenüber dem Tagesspiegel kündigt Stefan Brink, Landesbeauftragter für den Datenschutz in Baden-Württemberg an, die Funktionsweise der App prüfen zu wollen. „Zum Beispiel die Frage, ob es zulässig ist, von Kindern solche Kundenprofile zu erstellen“, sagte er. „Und wir beobachten, ob besonders sensible Daten erhoben werden und wie sie verarbeitet werden, etwa Gesundheitsdaten. So kann man anhand des Kaufverhaltens beispielsweise schlussfolgern, dass ein Kunde Magnesiummangel hat“, lautet ein weiterer seiner Kritikpunkte.

Lidl Plus: Derzeit nur eingeschränkt nutzbar

Die Smartphone App ist im Google PlayStore und im App Store von Apple zum Download erhältlich. In Deutschland kann sie momentan nur in 250 Filialen in Berlin und Brandenburg eingesetzt werden. Das soll sich ab 2020 ändern. Dann soll sie im gesamten Bundesgebiet eingesetzt werden können. In Österreich ist Lidl Plus flächendeckend verwendbar.

Auch Aldi Süd versucht derzeit, mit einer ungewöhnlichen Rabattaktion, Kunden an sich zu binden. Bei dem Discounter müssen sich die Käufer allerdings nicht vorab registrieren. Auch in anderen Bereichen des Einzelhandels versuchen sich die Ketten mit Rabattversprechen zu unterbieten.

Nach Strafzetteln auf dem Kundenparkplatz setzt Aldi einen drauf und drohte einem Kunden mit Hausverbot wegen einer Lappalie. Seine Frau beschwert sich.

Aldi möchte seine Kunden in China schneller abfertigen. Es gibt zwar keine langen Warteschlangen mehr an der Kasse, dafür aber in anderen Bereichen der Filialen. Auf lange Schlangen müssen sich hingegen die Besucher von „Rock im Park“ einstellen. Auf dem Gelände des Festivals betreibt Lidl jedes Jahr einen Store. Das hat Konkurrent Aldi beim „Southside Festival“ 2019 auch zum ersten Mal gemacht, schneidet in der Bewertung eines Kunden aber schlechter ab. Der Drogeriemarkt Rossmann greift unterdessen zu einer skurrilen Namensänderung.

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