Es ist Frühling - und Lidl hat wieder ein besonderes Angebot. Das ist mancherorts jedoch schnell vergriffen (Symbolbild)
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Es ist Frühling - und Lidl hat wieder ein besonderes Angebot. Das ist mancherorts jedoch schnell vergriffen (Symbolbild).

Früh vergriffen

„Soll das ein Witz sein?“ Lidl wirbt prominent für Angebot - Kunden reagieren am Morgen entrüstet

  • Patrick Freiwah
    vonPatrick Freiwah
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Lidl verärgert Verbraucher mit einem prominent beworbenen Angebot. Das passiert nicht zum ersten Mal. Viele Kunden sind sauer und äußern einen schwerwiegenden Verdacht.

Heilbronn/München - Es gehört zu den klassischen Ärgernissen für Verbraucher: Eine Ware im Angebot ist vor Ort plötzlich vergriffen und/oder nicht verfügbar. Unternehmen wie Lidl handeln sich hierdurch häufiger größeren Ärger mit der Kundschaft ein. Der Discounter hat regelmäßig vermeintlich interessante Schnäppchen im Katalog (oder online), die preiswert erscheinen und möglichst viele Kunden ansprechen sollen.

Ein aktuelles Angebot des Discounters machte Wassersportfreunde hellhörig: Wieder mal hat Lidl ein SUP Board im Sortiment, das mit einem attraktiven Preis winkt und prädestiniert ist für die anstehende Sommersaison. Denn wenngleich Teamsportarten wegen Corona auf Eis liegen: Einzelsport wie Stand-Up-Paddling ist nicht verboten und erfreut sich ohnehin einer großen Beliebtheit.

SUP Board vergriffen: Lidl erntet wütende Kommentare der Kundschaft

Kritische Kommentare handelt sich die Handelskette jedoch mit einem laut Prospekt ab Montag (26. April) erhältlichen Sportgerät ein: Per Facebook finden sich wütende Kommentare von Kunden, die ihren Unmut äußern. Sie seien früh ab der Öffnung um 7 Uhr bei Lidl-Filialen vor Ort gewesen - und haben trotzdem kein SUP Board erhalten.

Die an Lidl gerichteten Vorwürfe auf der Plattform häufen sich und beinhalten empörte Reaktionen:

  • „Auch in Bielefeld in drei Filialen um Punkt 7 Uhr nicht ein einziges SUP Board vorhanden.“
  • „Wie ich sehe, bin ich nicht die einzige, die sich über den Verkauf der SUPs ärgert. Im Verkaufsraum waren genau 2 Stück.“
  • „Was war das für eine Schlappe heute? Um halb sieben vorm Laden angestellt, auf Platz 5 in der Schlange gewesen und um 7 wurden genau 2 - richtig gelesen 2 Stück - Stand-up-Paddles in den Laden getragen. Kein SUP.“
  • „Soll das eigentlich ein Witz sein, dass für die SUP Boards Werbung gemacht wird und dann jede Filiale nur ein Board bekommt? Noch nicht mal beide Ausführungen.“
  • „Was war das denn bitteschön wieder für eine Nepp-Aktion mit dem SUP Angebot am 26.4. Ich war in zwei Filialen in meiner näheren Umgebung (und das zu Corona-Zeiten) und in beiden um kurz nach 7 bereits vergriffen.“
Egal ob in Flüssen, im Meer oder auf Seen - Stand-up-Paddling erfreut sich einer großen Beliebtheit - sofern man eines ergattert.

Lidl enttäuscht mit zu wenigen SUP Boards - und verweist auf Lieferprobleme

Lidl selbst verweist in den Filialen auf Lieferprobleme aufgrund des Frachters, der kürzlich den Suez-Kanal lahmlegte - einen der wichtigsten globalen Handelswege. Das ist zwar einerseits ein plausibler Grund, andererseits fragen sich die Verbraucher, warum der Discounter dann nicht rechtzeitig reagiert, die Produkte benennt und Kunden trotzdem in die Filialen strömen lässt.

Sollte es wirklich an der Störung auf dem Sueskanal liegen, dann sollte genug Zeit gewesen sein, um zumindest online, oder mit Aushängen in den Filialen, darauf hinzuweisen, dass die Boards am 26.4. nicht verfügbar sein werden. 

Kommentar eines verärgerten Lidl-Kunden

Diejenigen, die die Enttäuschung der Kunden dann abbekommen, sind in der Regel die Angestellten in den Lidl-Filialen. „...Und die armen Mitarbeitenden müssen sich mit frustrierten Kunden rumschlagen“, schildert ein Nutzer das Geschehen.

Übrigens finden nicht nur „Wasserratten“ SUP Boards anziehend. Je nach Region haben es auch andere Lebewesen auf eine kleine Spritztour abgesehen:

Lidl und sein begehrtes SUP Board: Um dieses Produkt handelt es sich

Und was hat es mit dem konkreten Lidl-Angebot auf sich? Der Discounter bietet laut Prospekt (auf Seite 1) ein Board in den Farben blau und bunt (mit karibischem Muster) an - jedoch nicht online, sondern nur vor Ort. Das ist übrigens ein weiterer Punkt, den manchen Kunden auf die Palme bringt. Dazu sei jedoch gesagt, dass der Discounter auf seiner Website weitere Modelle anbietet, die allerdings mehr kosten.

Jenes, das derzeit die Gemüter erhitzt, ist ein aufblasbares SUP Board und in einem Set mit weiteren Utensilien erhältlich - dazu gehören unter anderem ein Paddel, eine Luftpumpe sowie ein wasserfester Rucksack. Der Preis für das Komplettpaket? 279 Euro. Vor einigen Wochen ließ Lidl wegen ähnlicher Probleme Eltern reihenweise enttäuscht zurück. (PF)

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