Zumindest in Bayern öffnen die Baumärkte ab dem 1. März wieder.
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Zumindest in Bayern öffnen die Baumärkte ab dem 1. März wieder.

Darauf sollten Verbraucher jetzt achten

Corona-Regeln, DHL und Baukindergeld: Was der März 2021 in Deutschland radikal verändert 

  • vonCornelia Schramm
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Besser, schneller, effizienter: Nicht nur der Staat führt Neuerungen ein - auch Großkonzerne setzen auf Fortschritt. Verbraucher müssen im März einiges beachten, können sich aber auch freuen.

München - Meteorologisch beginnt der Frühling 2021 am 1. März. Im Moment genießen viele das Frühlingserwachen auch schon wetter-technisch: Schneefreie Straßen und milde Temperaturen locken jetzt die ersten Zweiräder auf die Straßen, wobei einige von ihnen fortan neue Regelungen beachten müssen: Fahrzeuge wie Mofas, Mopeds oder Elektro-Tretroller sind ab 1. März nämlich unversichert unterwegs, wenn sie sich kein neues Kennzeichen anschaffen. Ab diesem Zeitpunkt sind nur noch die neuen blauen Versicherungskennzeichen zulässig - mit dem alten schwarzen macht man sich sonst strafbar. Eine weitere Neuerung gibt es: Die Kennzeichen können künftig auch als Folie angebracht werden, denn Schilder aus Alu und Blech sind hier nicht mehr Pflicht.

Beginnt der Frühling, juckt es bekanntermaßen auch viele Hobby-Gärtner schon in den Fingern. Diese sollten sie jedoch unbedingt von der Heckenschere lassen. Wie jedes Jahr gilt ab dem 1. März nämlich aus Naturschutzgründen das Verbot, seine Hecke zu stark zu schneiden - bis zum 30. September dürfen sie eigentlich lediglich nur gestutzt und in Form gebracht werden. Wer trotzdem mit den Gartenarbeiten starten möchte, sollte sich im März über die Öffnung der Gärtnereien, Gartenmärkte und Blumenläden freuen dürfen - laut Ministerpräsident Markus Söder sei dies zumindest kommenden Monat in Bayern geplant.

Video: Gärtnerei-Öffnungen in Bayern und Baden-Württemberg geplant

Der Corona*-Lockdown* in Deutschland gilt bis dato noch bis zum 7. März, obwohl es durchaus denkbar ist, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs noch einmal in die Verlängerung gehen. Trotzdem soll sich schon ab dem 1. März einiges ändern: Während in vielen Bundesländern die Schulen schon jetzt in den Wechselunterricht gestartet sind, sollen ab diesem Stichtag auch die Friseure unter strengen Hygiene-Regeln* wieder öffnen dürfen.

Corona: Lockdown-Lockerungen ab 1. März in Aussicht - Antrag auf Hilfen bis 31. März möglich

Bis zum 31. März 2021 gibt es für deutsche Arbeitnehmer noch die Möglichkeit, sich bei leichten Atemwegserkrankungen oder Grippesymptomen telefonisch bis zu sieben Kalendertage von einem Arzt krankschreiben zu lassen. Aufgrund der hohen Corona-Infektionszahlen* sowie der für die Wintermonate bekannten Erkältungs- und Grippesaison hatte der Gemeinsame Bundesausschuss am 3. Dezember diese Sonderregelung der telefonischen Krankschreibung vereinbart. Doch die Corona-Pandemie betrifft schließlich nicht nur das Gesundheitswesen, sondern durch die Lockdown-Maßnahmen auch die Wirtschaft in all ihren Bereichen.

Bereits im Frühjahr 2020 wurden diverse steuerliche Hilfen als Sofortmaßnahme beschlossen, und weil die Krise anhält, gehen diese nun in die Verlängerung: Unternehmen, die wirtschaftlich stark unter der Corona-Pandemie leiden, können etwa noch bis 31. März 2021 beim Finanzamt einen Antrag auf Steuerstundung stellen. Die erleichterten Stundungen laufen - in der Regel zinsfrei - dann bis 30. Juni diesen Jahres. Anschluss-Stundungen sollen in vereinfachtem Ablauf im Zusammenhang mit einer Ratenzahlung möglich sein, die maximal bis zum 31. Dezember 2021 dauert. Alle klassischen Stundungen ohne Ratenzahlungsvereinbarungen, die über den 30. Juni 2021 hinausgehen, sind wie üblich möglich. Unternehmer können zudem bis 31. Dezember Anträge auf Anpassung der Vorauszahlungen der Einkommens- und Körperschaftsteuer stellen. 

März 2021: Energie-Label für Elektrogeräte sollen Verbrauchern besseren Überblick verschaffen

Ab dem 1. März schlägt man in Deutschland auch in Sachen Haushaltsgeräte und Energieeffizienz neue Wege ein: Ob Waschmaschinen, Kühl- und Gefrierschränke, Spülmaschinen oder auch Fernseher - die altbekannten Energieeffizienzklassen A+, A++ und A+++ - wird es fortan nicht mehr geben. Künftig reichen die Siegel für elektronische Haushaltsgeräte von A bis G, wodurch der Verbraucher jetzt leichter erkennen soll, wie energieeffizient seine Geräte wirklich arbeiten. Dabei bedeutet A „sehr stromsparend“, während mit G die weniger umweltfreundlichen Geräte gekennzeichnet werden.

Die altbekannten Energieeffizienzklassen gehören ab März 2021 der Vergangenheit an - das System wird deutlich strenger. (Symbolbild)

Die Berechnung wurde verschärft, fließen in sie jetzt nicht nur mehr Stromverbrauch, sondern auch Reparaturfreundlichkeit und die schnelle Verfügbarkeit von Ersatzteilen ein. Wie der Bundesverband der Verbraucherzentralen mitteilt, werden dadurch Geräte, die bisher mit dem Label A+++ ausgezeichnet waren, jetzt nur mehr die Klasse B oder C erreichen. Die beste Klasse solle erst einmal gänzlich unbesetzt bleiben, um den Herstellern einen Anreiz für neuartige Entwicklungstechnologien zu liefern.

Ausbau des Matrixcodes im März: Deutsche Post prescht weiter in das digitale Zeitalter vor

Auf neuartige Entwicklungstechnologien stellt auch die Deutsche Post um: Schon seit dem 4. Februar 2021* kann man hier Briefe mit der 80-Cent-Marke digital nachverfolgen - sofern sich auf ihr ein sogenannter Matrixcode* befindet. Im März soll das digitale Novum auf weitere Motive und Versandbeträge ausgerollt werden. Der Deutschen Post zufolge, sollen die neuartigen Marken, die spätestens ab 2022 alle den Matrixcode tragen sollen, eine „Basis-Sendungsverfolgung“ möglich machen. Wie bei einem Paket sollen Kunden dann per „Post & DHL“-App einsehen können, wann ihr Brief oder ihre Postkarte bearbeitet und versandt wurde. Trotzdem: Das Einschreiben soll dadurch nicht ersetzt werden - nur damit wird man weiterhin wissen, ob und wann der Empfänger die Sendung tatsächlich erhalten hat.

Deutsche Post führt die neue Briefmarken-Generation ein: Am 4. Februar erschien die erste Marke mit einem so genannten Matrixcode neben dem eigentlichen Briefmarkenmotiv. Dieser ermöglicht die Sendungsverfolgung und erhöht die Fälschungssicherheit.

Gastronomie und Handwerk: „Manipulationssichere“ Kassensysteme und Google-Strafen

Modernisieren sollen jetzt auch alle Gastronomen, Friseure, Bäcker, Fleischer und andere Handwerksbranchen: Sie müssen als „bargeldintensive Betriebe“ bis 31. März 2021 ihre elektronischen Kassensysteme mit einem Modul, das sich „Technische Sicherheitseinrichtung“ (TSE) nennt, um- oder aufrüsten. Eigentlich wäre die Frist zur Umstellung auf dieses „lückenlose und manipulationssichere“ Kassensystem schon zum 1. Januar 2021 abgelaufen - aufgrund der Corona-Krise wurde sie jedoch in jedem Bundesland um drei Monate verlängert.

Google will „Mobile only“-Strategie durchsetzen - und straft bestimmte Webseiten ab

Und noch eine Veränderung könnte zahlreichen kleinen und mittelständischen Betrieben zum 31. März 2021 zusetzen: Als Internet-Konzern und Suchmaschine verändert Google dann nämlich seine Suchkriterien. Google verfolgt eine „Mobile only“-Strategie, die vielen Internetauftritten den Garaus machen könnte. Sind Webseiten nicht für mobile Endgeräte konzipiert, werden sie den Usern ab Ende März entweder kaum oder gar nicht mehr in den Suchergebnissen angezeigt. Bilder, Videos, Adressen und Öffnungszeiten - all das wird dann ebenfalls nicht mehr angezeigt. Der US-amerikanische Internet-Riese straft somit all jene ab, deren Webseiten veraltet sind und ursprünglich rein für den Desktop-PC entworfen wurden.

Vielen deutschen Betrieben reichte diese Art von Internetauftritt aber bisher völlig aus, konnten potentielle Kunden sie doch so zumindest finden und kontaktieren. Schon jetzt warnen Internetexperten davor, dass von der drastischen Umstrukturierung etwa jeder zweite Handwerksbetrieb in Deutschland betroffen sein könnte. Während viele Seiten nur mehr schwer auffindbar sein werden, wird Google einige sogar ganz aus der Ergebnisliste entfernen. Ob man selbst von den geplanten Abstrafungen betroffen sein könnte, kann man bis zum Stichtag noch mit dem „Mobile-Friendly Test“ von Google herausfinden - dann bleibt einem allerdings nicht mehr viel Zeit, um seinen Internetauftritt fit für Smartphones und Tablets zu machen.

2021: Familien können noch bis Ende März Baukindergeld betragen

Der Countdown läuft auch für bau- und kaufwillige Familien, die sich noch Baukindergeld sichern möchten: Bis zum 31. März 2021 muss man den Kaufvertrag für seine Immobilie unterschrieben oder seine Baugenehmigung erhalten haben. Auch hier hat der Bund den Zeitraum um drei Monate verlängert. Für den Antrag selbst haben Familien noch etwas Zeit, dieser muss nämlich bis spätestens sechs Monate nach Einzug gestellt werden, wobei die amtliche Anmeldebestätigung ausschlaggebend ist.

Letztmöglicher Termin für die Beantragung der Fördergelder ist der 31. Dezember 2023, heißt es auf kfw.de. Wer mindestens ein Kind unter 18 Jahre hat, das mit in die neue Immobilie zieht, hat Anspruch auf das Baukindergeld: Pro Kind kann man so über einen Zeitraum von zehn Jahren bis zu 12.000 Euro staatliche Förderung beziehen.

Video: Zeitumstellung auf Sommerzeit - und wieder grüßt das Murmeltier

Man kann wie jedes Jahr die Uhr im März danach stellen: Die Zeitumstellung von der Winter- auf die Sommerzeit erfolgt 2021 am 28. März. Die Nacht fällt dann deutlich kürzer aus, wird die Uhr doch von 2 auf 3 Uhr vorgestellt. Ein bisschen Gewöhnung braucht die Aktion jedes Mal aufs Neue, denn durch die Umstellung bleibt es am Morgen länger dunkel, dafür am Abend aber immerhin länger hell. Auch wenn das Wetter im März oftmals noch nicht alle Zeichen auf Frühling stellt, beginnt dieser am 1. März aus meteorologischer und am 20. März aus kalendarischer Sicht, wenn dann an diesem Datum Tag und Nacht exakt gleich lang sind.

Deutschland: Der März als Auftakt zum Wahljahr 2021

Ob der März wirklich schon zum Frühlingsboten wird, ist noch ungewiss. Doch eines steht bereits fest: Er gibt in Deutschland zumindest den Auftakt zum Wahljahr 2021, denn am 14. März 2021 finden sowohl in Baden-Württemberg als auch in Rheinland-Pfalz die Landtagswahlen statt. Am 25. April und am 6. Juni ziehen jeweils Thüringen und Sachsen-Anhalt nach. Die Landtagswahlen werden meist mit Spannung beobachtet, gelten sie doch als wichtige Indikatoren für die nächste Bundestagswahl. Diese findet nach Anordnung des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier am 26. September 2021 statt. (cos) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks.

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