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18 Kosmetik-Produkte im Vergleich: Mascara-Test mit beunruhigendem Ergebnis - Sogar Nervengift entdeckt

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Von: Patrick Freiwah

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Augen auf beim Mascara-Kauf: Das Angebot ist groß, doch längst nicht alle Wimperntusche-Artikel sind unbedenklich. Ein neuer Öko-Test im Bereich Kosmetik klärt auf.

München - Wimperntusche gehört für viele Frauen zu den unverzichtbaren Utensilien im Bereich Kosmetik, schließlich können geschminkte Augen eine faszinierende Wirkung ausüben. Ein Mascara-Test des Portals Öko-Test kommt jedoch zu einem durchaus erschreckenden Urteil. Denn im deutschen Handel gibt es das ein oder andere Mascara-Produkt zu kaufen, das gesundheitlich ganz und gar nicht unbedenklich ist.

Wimperntusche-Artikel im Test mit Licht und Schatten - Wichtige Erkenntnis beim Preis

Von 18 getesteten Artikeln schneiden acht Kosmetikutensilien so schlecht ab, dass von einer Benutzung abgesehen werden sollte. Bei den getesteten Angeboten handelt es sich um eine Mischung aus preiswerten Eigenmarken von Drogerieketten sowie Markenprodukte von bekannten Konsumgüterherstellern mit edlerem Namen.

Wimperntusche gibt es seit ca. 100 Jahren für eine Verschönerung des (zumeist) weiblichen Geschlechts. In den Anfängen bestand Mascara aus Kohlestaub und Vaseline, im Zuge stetiger Weiterentwicklung befinden sich längst Zusatzstoffe in der Rezeptur vieler Anbieter. So erstaunt es nicht, dass die Öko-Tester im Jahr 2021 bei einigen der getesteten Wimperntuschen auch Konservierungsstoffe zu bemängeln haben.

Wimperntusche gehört zu den beliebtesten Schminkutensilien
Wimperntusche gehört zu den beliebtesten Schminkutensilien. © Olaf Döring/Imago

Vordergründig verspricht die getestete Schminke mehr Volumen für die Wimpern, wie ist es jedoch um die Aspekte Verträglichkeit und Gesundheit bestellt?

Mascara-Vergleich von Öko-Test: Naturkosmetik überzeugt - jedoch mit einer Ausnahme

Insgesamt bewertet Öko-Test sechs von sieben Naturkosmetik-Mascaras mit der Note „sehr gut“. Das ist zuallererst mal ein respektables Ergebnis, es handelt sich hier also nicht lediglich um „Greenwashing“. Auffällig ist bei dem Vergleich, dass es keineswegs auf den Preis ankommt. Auch die Eigenmarken der Drogeriemärkte dm und Rossmann erzielen respektable Ergebnisse. Die Testsieger im Überblick:

Es gibt jedoch auch negative Entdeckungen: Bei zwei Wimperntuschen wurde eine hohe Menge an Arsen festgestellt - ein Stoff, der hochgiftig und krebserregend ist. In den Produkten Artdeco Volume Supreme Mascara und Terra Naturi Gold Bigger Volume Mascara wurden Spuren des Nervengiftes sichtbar. Bei letzterem Mascara-Produkt handelt es sich sogar um eine zertifizierte Naturkosmetik. Allerdings schneidet die vom Drogeriemarkt Müller angebotene Ware letztlich mit „befriedigend“ ab und befindet sich damit vergleichsweise im Mittelfeld.

Wie kann es sein, dass sich der schädliche Bestandteil heutzutage noch im Sortiment befindet? Die EU verbietet das Schwermetall zwar grundsätzlich in Kosmetik, jedoch toleriert sie es in Mengen, die im Herstellungsprozess als „technisch nicht vermeidbar“ gelten. Der Grund: Für die schwarze Farbe von Mascaras setzen Hersteller in der Regel auf schwarzes Eisenoxid. Zur Herstellung werden eisenhaltige Ausgangsstoffe aus der Natur verwendet. Diese können mit Schwermetallen oder weiteren Elementen verunreinigt sein, die natürlicherweise in der Erdkruste und im Boden vorkommen.

Wimperntusche im Test: Erdöl für die Augen und Krebsgefahr wegen Paraffinen

Auch die Konservierung von Mascaras ist eine heikle Sache: Die kleine Bürste fürs Auge trägt über den Wimpernkontakt Keime in die Emulsion. Gerade nahe der Augenschleimhaut ist jedoch besondere Verträglichkeit gefragt – und in diesem Bereich urteilt der Öko-Test-Vergleich kritisch über einige Probanden. So ist zum Beispiel die Wimperntusche der Marke Max Factor mit Propylparaben konserviert. 

Neben Eisenoxid enthalten zudem viele Mascaras Paraffine. Das Problem: Die synthetischen Fette basieren auf Erdöl und können - wenn nicht gut gereinigt - mit aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH) belastet sein. Zu ihnen können auch krebserregende Substanzen gehören. Das beauftragte Labor hat derartige Rückstände in gleich sieben Mascaras nachgewiesen. Unter den Produkten, die beim Test „ungenügend“ abschnitten, befinden sich zwei des bekannten Herstellers L‘Oreal:

Marginal besser, mit der Bewertung „mangelhaft“, schneidet ein weiteres Produkt von dm ab - Trend it up Lash Allure Mascara, 010.

Sämtliche Mascara-Produkte wurden im Sommer 2020 erworben und anschließend im Labor ausgewertet. Für fast die Hälfte der getesteten Wimperntusche-Artikel stellen die Verbraucherschützer also kein gutes Zeugnis aus. In einem vergleichbaren Test 2019 gab es im Durchschnitt bessere Ergebnisse, erklärt das Portal.

Inzwischen gibt es beinahe für jedes (Haar-)Bedürfnis das passende Shampoo. Die Stiftung Warentest kürte zuletzt das beste Produkt - mit überraschendem Ergebnis. (PF)

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