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Netflix will härter gegen geteilte Accounts vorgehen – „Dann kündige ich mein Abo“

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Von: Fee Halberstadt

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Netflix möchte nun wohl strikter gegen geteilte Accounts vorgehen
Bislang war das Teilen von Accounts auf Netflix zwar nicht erlaubt, es wurde jedoch geduldet. Das soll sich nun wohl ändern. © Daniel Reinhardt/dpa

Netflix gehört zu den größten Streaminganbietern weltweit. Nun nimmt er Abo-Rückgänge wahr und möchte deshalb beim Account Sharing härter durchgreifen.

Los Gatos/USA – Der Streamingdienst Netflix ist durchaus beliebt und ist einer der größten Anbieter weltweit. Inzwischen gibt es eine Menge Konkurrenz für Netflix, beispielsweise Amazon Prime, Disney Plus und Sky Ticket. Obwohl der Gigant Netflix dauerhaft an Kundinnen und Kunden gewann, verzeichnet er im ersten Quartal des Jahres 2022 zum ersten Mal seit zehn Jahren einen Rückgang, wie aus dem Quartalsbericht hervorgeht. Diese ernüchternden Zahlen ließen die Netflix-Aktie bereits am Dienstag (19.04.2022) im nachbörslichen Handel in New York um 26 Prozent abstürzen. Am Mittwoch und Donnerstag ging die Talfahrt weiter.

In dem am Dienstag von Netflix veröffentlichten Bericht ist die Rede von 200.000 verlorenen Userinnen und Usern. Laut eigenen Kalkulationen geht der Streamingdienst davon aus, im zweiten Quartal einen Schwund von zwei Millionen Kunden zu erleiden. Netflix führt den Rückgang zum Teil auf das sogenannte Account Sharing zurück. „Unsere relativ hohe Haushaltsdurchdringung – einschließlich der großen Anzahl von Haushalten, die Konten gemeinsam nutzen – in Verbindung mit dem Wettbewerb führt zu Gegenwind beim Umsatzwachstum“, zitiert der Sender CNBC ein Schreiben des Konzerns.

Schluss mit geteilten Accounts bei Netflix? Streaming-Dienst will wohl härter vorgehen

Offiziell ist es zwar verboten, den Account von jemandem zu nutzen, der nicht im selben Haushalt wohnt. So ist es in den AGB von Netflix festgehalten, doch kontrolliert wird es bislang nicht. Das möchte der Streaming-Dienst nun jedoch ändern. Bereits zu Beginn des Jahres 2022 startete Netflix in Chile, Costa Rica und Peru Versuche, um die gemeinsame Nutzung von Accounts zu minimieren. Dort müssen alle, die ihren Account außerhalb eines Haushaltes teilen, einen Aufpreis zahlen, wie CNBC berichtet. Dieses Modell könne auch auf andere Länder ausgeweitet werden, sagten Führungskräfte bei einer Konferenz am Dienstag. Zwar wurde keine konkrete Strategie bekanntgegeben, doch Netflix deutete an, dass weltweite Änderungen ab 2023 kommen könnten.

In den sozialen Netzwerken drücken Nutzerinnen und Nutzer ihren Unmut über die möglichen Änderungen aus. Unter Tweets von CNBC und Zeit Online zum Thema machen sie ihrem Ärger Luft. So schreibt ein Nutzer beispielsweise bei CNBC: „Nun, dann kündige ich mein Abonnent.“ Andere wundern sich darüber, dass Netflix nach jahrelanger Duldung nun eine Änderung vornehmen möchte: „Wie wäre es zu wissen, dass der Austausch von Anfang an stattgefunden hat... Vielleicht wollten sie sich nur bis jetzt nicht mit dem Thema befassen“.

Userinnen und User unzufrieden: Netflix will geteilte Accounts nicht mehr dulden

In einem weiteren Kommentar stellt die Nutzerin oder der Nutzer die Hintergründe von Netflix infrage und schreibt: „Netflix hofft also, dass alle Trittbrettfahrer ein Abonnement abschließen? Ich denke, was eher passieren wird, ist, dass die große Mehrheit zu geizig ist, um das zu tun, und dass die Netflix-Sendungen weniger Zuschauer haben werden.“ Netflix ist in der Tat teurer als manch anderer Konkurrent. Zudem hatten sie eine Preiserhöhung durchgeführt, welche von einem Gericht jedoch für ungültig erklärt wurde. Somit können sich Nutzende Geld von Netflix zurückholen.

Vereinzelt gibt es auch Zuspruch für die bevorstehende Änderung. Eine Leserin von Zeit Online schreibt etwa: „Ist ok. Für eine legale Möglichkeit des Account Sharings bezahle ich gern etwas mehr. Das ist nur fair und ich hab ein besseres Gewissen. Alles gut.“ Doch solche Kommentare bleiben die Ausnahme. (Fee Halberstadt)

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