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Mehlwurm-Nudeln von Netto: Insekten als Nahrungsmittel der Zukunft. 

Ziemlich ausgefallen

Netto bietet ekliges Produkt an: Das sagt der Discounter dazu

Der Lebensmittel-Discounter Netto bringt ein neues Produkt auf den Markt, das mit der Zeit gehen soll. Kunden erinnert es mehr an ekelhafte Dschungelcamp-Prüfungen, als an eine Zukunftsvision. 

In der Tiefkühlabteilung von Netto finden Verbraucher zwischen Pizza und Wok-Gemüse neuerdings auch Mehlwurm-Nudeln. Die Erklärung für dieses außergewöhnliche Produkt findet sich im aktuellen Prospekt des Lebensmittel-Discounters. Hier heißt es: „Insekten gelten als Nahrungsmittel der Zukunft, denn sie sind schmackhaft und ressourcenschonend. Du willst das selbst herausfinden? Wir haben Insekten-Pasta für dich.“ Die etwas speziellen Nudeln finden sich ab sofort neben Tortellini, Weichkäse und Kartoffelrösti. Für die Supermarktkette ist die Tiefkühl-Insekten-Pasta also ein Lebensmittel wie jedes andere. Auch verschiedene Sorten sind erhältlich.

Die Kollegen von heidelberg24.de* haben die Insekten-Pasta von Netto getestet.

Netto: Unterschiedliche Reaktionen auf Ekel-Produkt

Der Lebensmittel-Discounter wird aber geahnt haben, dass der Wechsel von Mehl auf Mehlwurm in den Nudeln eine große Umstellung für die meisten sein würde. Daher trägt das unbekannte Nahrungsmittel außerdem den Titel „Dschungelfood für Anfänger“ und spielt damit auf die erfolgreiche Reality-TV-Show „Ich bin ein Star - Holt mit hier raus!“ an. Dort sind Insekten fester Bestandteil ekelerregender Prüfungen. „Dafür muss man nicht mal in die Dschungelprüfung: Mehlwurm-Pasta jetzt auch bei Netto!“, twitterte beispielsweise das Verbraucher Magazin „Guter Rat“. 

Ob die Mehlwurm-Nudeln dadurch allerdings populär werden, ist fraglich. Die Reaktionen auf Twitter fielen unterschiedlich aus. Manch einer ist wagemutig, andere lehnen die neue Kost entschieden ab. So schrieb ein User ironisch: „Ich weiß ja nicht ob ihr es schon wusstet, aber mein Abendessen für Montag steht fest! Insekten Pasta!“, während einem anderen nicht zu spaßen zu Mute war. „Bei Netto kann man den Müll sogar kaufen“, echauffierte er sich.

Schon in der Vergangenheit sorgte Netto mit seinen Produkten für Aufsehen. So auch, als der deutsche Lebensmittel-Discounter seine Kunden auf die Palme brachte, weil er Zebrafleisch in sein Sortiment aufnahm. Die Mehlwurm-Nudeln sind bei Netto also kein Einzelfall. Dagegen verbannte der Lebensmittelhandel erst vor Kurzem beliebte Produkte aus seinemAngebot. 

Mehlwurm-Nudeln von Netto: Insekten als Nahrungsmittel der Zukunft

Tatsächlich gelten Insekten aber als Nahrungsmittel der Zukunft. Denn durch ihren Reichtum an Proteinen und ungesättigten Fettsäuren sind sie nicht nur gesund, sondern darüber hinaus eine echte Alternative zum Fleisch. Mehlwürmer und andere Krabbeltiere wie Grillen oder Heuschrecken sollen auf lange Sicht das konventionelle Rind, Schwein oder Huhn ersetzen. Denn diese Fleischprodukte werden den Fleischhunger der Welt in der Zukunft alleine nicht mehr stillen können. 

Lesen Sie auch bei fnp.de*: Bewaffneter Raubüberfall auf Netto - Täter mit Beute auf der Flucht

Denn während immer mehr Menschen tierische Lebensmittel beanspruchen, wird die Produktion von Fleisch immer aufwendiger und teurer. Das sieht bei den unbeliebten Insekten ganz anders aus. Sie sind pflegeleicht, verbrauchen kaum Ressourcen und vermehren sich unfassbar schnell. 

Insekten als Nahrungsmittel - Fritierte Würmer und Heuschrecken auf einem Markt in Thailand.

Auch für den Kampf gegen den Klimawandel wäre eine Abkehr vom herkömmlichen Fleisch ein wichtiger Schritt. Denn während eine Kuh 450 Liter Methan pro Tag ausstößt, sind Mehlwürmer und ihre Artgenossen absolut umweltschonend.    

Dass sich die Mehlwurm-Nudeln von Netto allerdings zeitnah bei der Gesamtbevölkerung durchsetzen wird, ist eher unwahrscheinlich. Zu groß ist bei den Deutschen die Abneigung gegenüber den Krabbeltieren. Der Ekel sei aber "nicht angeboren, sondern meist kulturell bedingt", erklärte der Verhaltensökonom Sebastian Berger gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Wer möchte und sich traut, kann es jetzt also zumindest mal probieren.

Lesen Sie auch: Große Supermarkt-Marke könnte „verschwinden“ - so geht es mit Real weiter

Auch interessant: „Das darf nicht sein!“ - Aldi-Produkt geht in Flammen auf

spz

*heidelberg24.de und fnp.de* sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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Kommentare

RegelkreisAntwort
(3)(0)

Hier werden keine Menschen diskriminiert, hier wird maximal eine Speise "diskriminiert". Aber Hauptsache, das Wort ist mal wieder gefallen - liegt ja auch voll im Trend der gesellschaftlichen Individualisierung.

Boarischer Bazi
(1)(0)

Allein der Titel des Beitrags ist verunglimpfend! Und es diskriminiert Menschen die in Ländern wohnen wo Insekten gegessen werden!