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9-Euro-Ticket: „Lockt Kunden in die Falle“ – Experte warnt vor bösem Schwarzfahr-Erwachen

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Von: Markus Hofstetter

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Die Fahrt mit dem 9-Euro-Ticket kann zum teuren Spaß werden. Sitzen Sie in der falschen Regionalbahn, könnten 60 Euro Strafe fällig werden.

Berlin - Von Anfang Juni bis Ende August kann man in Deutschland das sogenannte 9-Euro-Ticket nutzen, das Bestandteil des Entlastungspakets der Bundesregierung ist. Das Ticket, das wie der Name schon sagt neun Euro im Monat kostet, gilt im gesamten öffentlichen Regional- und Nahverkehr, einschließlich Bussen, U-, S-, Trambahnen. Ausgenommen sind Fernverkehrsverbindungen, als Fahrten in IC- und ICE-Zügen oder Fernbussen.

Verwirrung um 9-Euro-Ticket: Auch DB Fernverkehr betreibt Regionalverbindungen

Doch ganz so einfach ist es dann doch nicht. Das vergünstigte Ticket gilt tatsächlich nicht in allen Regionalzügen, sondern nur in den Zügen, die von der Bahntochter DB Regio betrieben werden. Regionalzüge, die von der Bahntochter DB Fernverkehr betrieben werden, fallen nicht darunter. Ein Beispiel ist die Strecke zwischen Konstanz am Bodensee und Stuttgart, die von Zügen der DB Fernverkehr bedient wird. Praktisch heißt das, dass die Verbindungen sowohl eine IC- als auch eine Regionalzug-Nummer haben.

9 Euro Ticket mit Regionalbahn Regionalzug
Das 9-Euro-Ticket gilt bislang nicht bei allen Regionalverbindungen © Markus Mainka/imago

Es gibt noch sechs weitere Verbindungen, die nicht mit dem 9-Euro-Ticket genutzt werden können. Das sind

Verwirrung um 9-Euro-Ticket: Fahrgäste werden laut Pro Bahn in die Falle gelockt

Weil die genannten Verbindungen aber etwa auf bahn.de und im DB Navigator auch dann angezeigt werden, wenn der Nutzer die Option „Nur Nahverkehr“ anwählt, kommt Kritik vom Fahrgastverband Pro Bahn. Der stellvertretende Bundesvorsitzende Lukas Iffländer sagt laut BR.de: „Wenn die Auskunftssysteme – trotz der Beschränkung auf den Nahverkehr – Züge anzeigen, die nicht mit dem Neun-Euro-Ticket nutzbar sind, lockt dies die Fahrgäste in die Falle, unverschuldet des Schwarzfahrens beschuldigt zu werden.“

Um auf der sicheren Seite zu sein und dieser Falle zu entgehen, empfiehlt es sich, bei der Ticketsuche nach der Auswahl der Option „Nur Nahverkehr“ im Anschluss unter „Details einblenden“ auf „Weitere Informationen“ zu klicken. Dort ist vermerkt, wer der Betreiber der Verbindung ist: DB Regio oder DB Fernverkehr. 

Ein weiterer Hinweis ist auch die Optik der Züge: „Das Ticket gilt in allen Zügen, die nicht weiß sind“, erklärt der Pro-Bahn-Ehrenpräsident Karl-Peter Naumann. Züge des DB Fernverkehr haben meist weiße Waggons während Regionalbahnen meist rot sind.

Verwirrung um 9-Euro-Ticket: Bundesländern verhandeln mit Bahn zur Lösung des Problems

Doch es gibt Hoffnung. Auf der Strecke zwischen Konstanz und Stuttgart haben sich die Bahn und das Land Baden-Württemberg darauf verständigt, dass in den Zügen auf diesem IC-Abschnitt auch das 9-Euro-Ticket akzeptiert wird. Mit den anderen Bundesländern dagegen laufen die Gespräche noch.

Aber das Neun-Euro-Ticket gilt auch nicht auf allen Buslinien der Tochtergesellschaften der DB Regio. Auf der Webseite www.dbregiobus-bayern.de informiert die Bahn, dass das Ticket nicht für folgender Verbindungen genutzt werden kann:

Verwirrung um 9-Euro-Ticket: Was passiert, wenn man im falschen Zug sitzt?

Nutzt ein Bahnfahrer das 9-Euro-Ticket in einem Verkehrsmittel, für das es nicht gültig ist, gilt er als Schwarzfahrer. Dann muss er 60 Euro Strafe zahlen. Doch angesichts der Verwirrung um das vergünstigte Ticket kann man möglicherweise auch Nachsicht der Bahnmitarbeiter hoffen. Darauf sollte man sich aber lieber nicht verlassen.

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