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Alarmstufe beim Gas: Preise steigen dramatisch an - So können sich Verbraucher schützen

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Von: Vinzent Fischer

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Bundeswirtschaftsminister Habeck hat die Alarmstufe des Notfallplans Gas ausgerufen. Die Preise steigen dramatisch an. Was können Verbraucher tun?

Berlin - Seit dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs ist die Gasversorgung in Deutschland angespannt. Am Donnerstag hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck die zweite Stufe des Notfallplans Gas ausgerufen. In der sogenannten Alarmstufe liegt demnach eine „Störung der Gasversorgung“ vor. Zuvor hatte Russland seine Gaslieferungen stark reduziert, seither fließen lediglich 60 Prozent der zugesicherten Mengen durch die Pipeline Nord Stream 1. Mit schwerwiegenden Konsequenzen, denn seither steigen die Gas-Preise in ungeahnte Höhen.

Notfallplan Gas: Energiesicherungsgesetz geändert - Verbrauchern steht Preisexplosion bevor

Habeck richtete daraufhin schwere Vorwürfe an den russischen Präsidenten Wladimir Putin. „Russland hat Gas und Energie als Waffen gegen Deutschland eingesetzt“, so der Grünen-Politiker. Er befürchtet einen Preisanstieg, der Industrie und Privathaushalte belasten werde. Knackpunkt ist der neue Paragraf 24 des Energiesicherungsgesetzes. Dieser ermöglicht es den Gasversorgern, die Verträge mit den Verbrauchern an steigende Preise auf dem Markt anzupassen. Dann werden selbst Preisgarantien, Alt-Tarife und Preisbindungen aufgehoben.

Doch dafür müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein. So muss die Bundesnetzagentur zuvor eine „erhebliche Reduzierung der Gesamtgasimportmengen nach Deutschland“ feststellen und diese im Bundesanzeiger veröffentlichen. Bereits nach einer Woche können Preiserhöhungen dann wirksam werden. Noch sieht der Bundeswirtschaftsminister von der Aktivierung dieser Klausel ab. Doch sollte Russland seine Lieferungen weiter drosseln, könnte schon bald eine Preisanpassung eintreten. Was können Verbraucher konkret tun, um sich vor den explodierenden Kosten zu schützen?

Gas: An der Heizung kann viel gespart werden - Habeck appelliert an die Verbraucher

„Gas ist von nun an ein knappes Gut“, sagte Robert Habeck am Donnerstag. Demnach sei es zunächst besonders wichtig, so sparsam wie möglich damit umzugehen. „Alle Verbraucherinnen und Verbraucher - sowohl in der Industrie, in öffentlichen Einrichtungen wie in den Privathaushalten - sollten den Gasverbrauch möglichst weiter reduzieren, damit wir über den Winter kommen.“

Laut Verbraucherzentrale NRW können bereits kleine Veränderungen helfen. So lässt sich insbesondere in der Dusche und beim Heizen einiges an Gas einsparen. Eine Zeitschaltung oder eine Steuerung der Heizung über Smart-Home-Apps können die Verbräuche reduzieren. Die Verbraucherzentrale weißt zudem auf die Steuerung des Thermostats hin: „Bei einem Standard-Thermostat entspricht Stufe 2 etwa 16° Celsius, Stufe 3 etwa 20° Celsius und Stufe 4 etwa 24° Celsius.“ Pro Grad weniger können demnach etwa sechs Prozent an Heizkosten gespart werden.

Großhandelspreise-Erdgas
Auf die Verbraucher kommen steigende Gaspreise zu. Mit dem Thermostat an der Heizung lässt sich einiges an Kosten sparen. © Sina Schuldt / dpa

In manchen Fällen erwärmt sich der Heizkörper nicht mehr vollständig, dann kann eine Entlüftung helfen. Zudem sollten Heizungen nicht mit Vorhängen oder Mobiliar zugestellt werden. Der Bundeswirtschaftsminister verweist auf die Potenziale, wenn Heizkörper gewartet werden. Bis zu 15 Prozent könnten damit eingespart werden. „Es macht Sinn, die Heizung vernünftig einzustellen“, so Habeck.

Hohe Nachzahlungen an Versorger drohen - Verbraucher sollten schon jetzt sparen

Um sich vor hohen Nachzahlungen am Jahresende zu schützen, rät Focus.de dazu, Abschlagszahlungen an den Gasversorger anzupassen. Wichtig sei es zudem, im Rahmen der Möglichkeiten bereits jetzt Geld zu sparen. Wärmepumpen reduzieren ebenfalls den Gasverbrauch, durch die hohe Nachfrage ist bei den Kunden allerdings Geduld gefragt. Wer es sich leisten kann, kann zudem eine Gebäudesanierung nach energetischen Standards vornehmen. (vfi)

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