1. Startseite
  2. Verbraucher

Nudel-Notstand in deutschen Supermärkten: Angebot massiv beeinträchtigt

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Bedrettin Bölükbasi

Kommentare

Ein Stoffsäckchen mit Nudeln liegt neben Obst und Gemüse in einem Korb in einem „Unverpackt“-Laden.
Den Herstellern geht Hartweizen aus: Nudeln werden teurer und knapper. © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Die Corona-Pandemie und Dürren belasten Nudel-Produzenten in Italien. Eine zentrale Zutat geht aus. Bald könnte Nudel-Notstand herrschen.

München - Pasta ist für viele ein äußerst beliebtes Gericht und darf in der Küche nicht fehlen. Dabei gibt es nicht nur eine Pasta-Sorte, sondern gleich Hunderte. Dünne, dicke, runde, eckige, gerillte, glatte, längliche, gedrehte, gekringelte - die Auswahl ist nahezu endlos.

Eine mögliche Pasta-Knappheit käme für die Liebhaber der italienischen Spezialität einem Albtraum zugleich. Doch schon bald könnte ein Nudel-Notstand die Realität sein. Die Corona-Pandemie und Dürren setzen den Nudel-Produzenten in Italien mächtig zu. Die Auswirkungen hiervon zeigen sich an steigenden Preisen und knapper Versorgung.

Corona und Dürren sorgen für knappes Hartweizen

Auch wohlhabende Länder bekommen die Folgen zu spüren. Wie der Marktdatenspezialist Nielsen feststellte, sind im Oktober alleine in Frankreich die Preise für Nudeln aus dem Discounter um fast 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen.

Doch was sind die Gründe für die schlechte Lage im Nudel-Markt? Die Antwort ist vor allem eine: ein Mangel an Hartweizen aufgrund von Dürre in Kanada. Die Dürre halbierte die Ernteerträge. Auf einem „seit bereits Jahren eng versorgten Markt“ bedeute dies mehr Defizit, erklärt der Geschäftsführer des Verbandes der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft (VGMS), Peter Haarbeck gegenüber der Bild: „Durch die Missernte im Hauptexportland Kanada, aber auch in Frankreich und anderen Teilen der Welt, fehlen auf dem Weltmarkt geschätzt zwei bis drei Millionen Tonnen auf einem seit bereits Jahren eng versorgten Markt.“

Pasta-Hamsterei zu Beginn der Pandemie ist offenbar ein weiterer Grund, warum die Welt in den nächsten Jahren womöglich weniger Nudeln verzehren wird. Als Vorbereitung auf den Lockdown haben sich viele einen Vorrat angeschafft. Das Ergebnis: Hartweizen-Reserven wurden geleert und liegen auf einem Sechs-Jahres-Tief.

Knappes Hartweizen: Auch Deutschland betroffen

Die fehlende Versorgung mit Hartweizen trifft schon jetzt auch Deutschland. Haarbeck zufolge wird es möglich sein, weiterhin Nudeln zu genießen, doch das Angebot wird sichtbar kleiner werden.

„Die Nudelregale im Supermarkt werden in den kommenden Monaten nicht leer sein“, führte Verbandschef Haarbeck an. „Das Angebot wird aber schon jetzt deutlich kleiner.“ Dem Verbandschef nach belastet die gestiegene Inflation die Hersteller zusätzlich. Die jetzt teuren Preise für Energie, Transport und Verpackung sorgen für steigende Preise. Auch Verbraucher würden dies zu spüren bekommen, so Haarbeck.

Droht Nudel-Notstand? Negative Prognosen für die Zukunft

Außerdem sehen Prognosen für die Zukunft nicht gerade erfreulich aus. Es wird nicht besser werden, zeigen Expertenmeinungen. Eine deutliche Warnung kam von Analystin Severine Omnes-Maisons vom Agrar-Forschungsinstitut Strategie Grains: „Was die Preise und die Knappheit von Hartweizen angeht, steht das Schlimmste vielleicht noch bevor.“

Im Moment sei es noch möglich heimischen Weizen zu finden, sagt Vincenzo Divella, Geschäftsführer der Nudelmarke Divella, aber für die nächsten Jahre sagt auch er eine dramatischere Lage hervor. Die Situation bei Hartweizen sei „sehr ernst“. Zuletzt senkte die Europäische Kommission die Prognose für die nächste Ernte in Italien von 4,3 auf 3,7 Tonnen. (bb)

Auch interessant

Kommentare