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Produkt-Rückruf: Unerwünschte Zutat gilt als erbgutverändernd - Warnung für Nudel-Gericht

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Instant-Nudeln aufgenommen in der Vogelperspektive auf einem Teller, daneben Essstäbchen.
Ein Hersteller ruft Instant-Nudeln in Deutschland zurück. Der Grund: Eine mögliche Ethylenoxid-Belastung (Symbolbild). © View Stock / Imago

Das Bundesamt für Verbraucherschutz warnt seit Freitag vor dem Verzehr bestimmter Instant-Nudeln. Eine Kontrolle wies den giftigen Stoff Ethylenoxid nach.

Braunschweig - Große Mengen an Johannisbrotkernmehl (E 410) sind in der Europäischen Union mit Ethylenoxid verunreinigt. Das giftige Gas wird in Drittländern zur Desinfektion von Nahrungsmitteln eingesetzt, ist in Deutschland jedoch verboten. Eine Kontrolle wies Rückstände von Ethylenoxid nun auch in Instant-Nudeln mit dem Geschmack „Huhn“ des Herstellers Reeva nach. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit warnt seit Freitag vor dem Verzehr des Produktes.

Kaufland-Artikel von Rückruf betroffen

Bei dem betroffenen Produkt handelt es sich um Reeva Instant-Nudeln mit dem Geschmack „Huhn“ in der 60-Gramm-Packung mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 29.06.2022 oder 30.06.2022. Alle anderen Chargen, Geschmacksrichtungen und Haltbarkeitsdaten sind laut Herstellerangaben nicht verunreinigt. Der Artikel lag unter anderem bei Kaufland in den Regalen.

Wer das vom Rückruf betroffene Produkt zuhause hat, sollte es in keinem Fall verzehren. Ethylenoxid gilt als erbgutverändernd und krebserregend, von dem Stoff geht bei längerfristigem Verzehr eine akute Gefahr für die Gesundheit aus. Verbraucher können das Produkt ohne Vorlage eines Kassenbons in einer Verkaufsstelle ihrer Wahl zurückgeben. Sie erhalten den Kaufpreis dann zurückerstattet.

Zahl der Rückrufe steigt: Ethlyenoxid-Belastung in vielen Produkten

Verbraucherschützer warnen schon seit Monaten vor der Ethylenoxid-Belastung zahlreicher Produkte. Andere Länder in der EU reagierten schnell und nahmen Produkte vom Markt, Deutschland ließ sich mehr Zeit: Beispielsweise wurden bestimmte Eissorten von Mars in einigen Ländern schon im Juli 2021 zurückgerufen, in Deutschland dauerte es fast bis Mitte August. Große Mengen an Johannisbrotkernmehl in der EU sind mit Ethylenoxid verunreinigt, sie wurden unter anderem aus Indien und der Türkei importiert. Das als E410 gekennzeichnete Johannisbrotkernmehl kommt als Verdickungsmittel und Stabilisator in Eiscremes, Konfitüren, Backwaren oder Fleischprodukten zur Anwendung.

Immer mehr Hersteller müssen ihre Produkte wegen einer Ethylenoxid-Belastung zurückrufen. Darunter auch Artikel von Lidl, Edeka oder Netto. Es ist also kein Zufall, dass die Zahl der Lebensmittel-Warnungen in Deutschland in diesem Jahr insgesamt stieg.

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