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Obi, Hornbach und Co.: Kundschaft hämmert trotz stark steigender Preise weiter – vorerst

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Von: Ines Baur

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Obi Baumarkt Schild hinter Baumgrün
Obi, Hornbach und Co. können sich über treue und kauffreudige Kundschaft freuen. Doch die Branche bleibt vorsichtig optimistisch.(Symbolbild) © Christoph Hardt / Imago

Die Kauflust in Baumärkten ist offenbar ungebremst - und im ersten Quartal 2022 war eine Warengruppe besonders gefragt. Die Branche sorgt sich dennoch.

Köln - Nicht nur bei Lebensmitteln steigen die Preise merkbar an, sondern auch bei Obi, Hornbach und Co. Den Baumärkten setzen, wie allen anderen Branchen auch, die steigenden Rohstoffpreisen und Lieferengpässe zu. Und auch wenn viele Märkte mit Sonderangeboten und Aktionen werben, dürften sich die Preise schon inflationsbedingt erhöhen. Das wird die Kundschaft früher oder später zu spüren bekommen.

Baumarkt Hornbach möchte die Preissteigerungen nicht komplett an seine Kundinnen und Kunden abwälzen. „Grundsätzlich ist die Inflation ein Faktor, der uns auf der Einkaufsseite in Diskussionen mit den Zulieferern betrifft“, sagte Finanzvorständin Karin Dohm in der Bilanzpressekonferenz des Konzerns zum Geschäftsjahr 2021/22, so der Nachrichtensender n-tv.de. Es sei aber nicht das Ansinnen von Hornbach, „die Preise eins zu eins weiterzureichen.“ Der Baumarkt wolle sich vielmehr eine gute Verlässlichkeit bei der Verfügbarkeit und bei den Preisen sicherstellen.

Baumarktbranche mit der bisherigen Entwicklung zufrieden

Noch ist die Branche mit der Entwicklung zufrieden. Der Start in das Jahr 2022 war eigentlich fast ganz normal, schreibt der Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e.V. (BHB) in einer aktuellen Pressemeldung. Die Kundschaft ist offenbar nach zwei Jahren Pandemie und trotz Ukraine-Konflikt kauffreudig. Selbst wenn die veröffentlichten Zahlen keinen Grund zur Sorge gäben, schwebe das Damoklesschwert der Ukraine-Auswirkungen über allen Prognosen. Die besorgniserregenden Preisentwicklungen in der Warenbeschaffung und die weiterhin gravierenden Produktions- und Lieferkettenprobleme werfen tägliche Probleme auf.

Obi, Hornbach und: Co: 30.000 neue Preisschilder

Jedoch: Der operative Aufwand sei nicht zu unterschätzen, heißt es. Rund 30.000 Preisschilder müssten jede Woche angepasst werden, so die Welt. Zum Vergleich: In normalen Zeiten sind im Durchschnitt allenfalls 3.000 Änderungen üblich. Teils oft händisch vom Fachmarkt-Personal, da etliche Anbieter keine elektronischen Preisschilder hätten. Der Chipmangel machte und macht eine Umstellung schwierig.

Baumarktbranche beobachtet Kaufverhalten der Kundschaft

Grund zur Freude hat die Branche angesichts der Zahlen zum Jahresstart - doch sie freut sich vorsichtig. Die Auswirkung der permanent steigenden Preise und der Welt-Nachrichten auf die Kundschaft ist für die nahe Zukunft einfach nicht abzuschätzen. Immerhin gäbe es in anderen Konsumbranchen bereits erste Anzeichen, dass Kundinnen und Kunden abwarten und größere Investitionen zurückstellen. Die in fast jedem Lebensbereich explodierenden Verbraucherpreise, besonders im Energie- und Lebensmittelsektor, schmälern das Gesamtbudget und die Investitionslust der Menschen.

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Warengruppe Automotive ist der „Renner“

Interessant an den Zahlen: Das Auto, bleibt der Deutschen liebstes Kind. Beim Blick auf die Sortimente im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gab es in Deutschlands Baumärkten aber einen klaren Favoriten. Im 1. Quartal waren die Produkte der Warengruppe Automotive (Autozubehör) der Renner (+103,8 Prozent), gefolgt von Haushaltswaren (+88,9 Prozent) und Elektrozubehör (+68,8 Prozent). Ins Minus rutschte übrigens keine Warengruppe.

Der BHB vertritt als Wirtschaftsverband die Interessen der Handelsbetriebe für Heimwerken, Bauen und Gärtnern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der Gesamtbruttoumsatz der Bau- und Heimwerkermärkte in Deutschland erreichte den Angaben nach im vergangenen Jahr rund 20,33 Milliarden Euro. Darin sind aber nicht nur Produkte rund ums Thema Garten enthalten, sondern auch aus Beriechen wie Sanitär, Malerzubehör und Baumaterial. Zu den Branchengrößen gehören Obi, Bauhaus, Hornbach, Hagebau und Toom.

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