Hochwasser in NRW, der Ort Iversheim an der Erft, wurde fast komplett überspült Schäden an fast allen Gebäuden.
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Das Hochwasser hinterlässt Chaos, die Aufräumarbeiten sind im Gange. Im Ort Iversheim an der Erft (im Bild) gibt es Schäden an fast allen Gebäuden.

Obi, Lidl und Co.

Hochwasser in Deutschland: Hilfe kommt auch von unerwarteter Seite

Rettungsdienste sind rund um die Uhr im Einsatz, um den Menschen in den Hochwassergebieten zu helfen. Unerwartete Hilfe kommt nun auch von Privatfirmen wie Obi oder Lidl.

Nordrhein-Westfalen - Mindestens 130 Menschen starben bislang durch das Hochwasser in Deutschland. Allein die Zahl der Todesopfer im Großraum Ahrweiler stieg bis Samstagmorgen auf über 90. Auch Häuser und Autos wurden zerstört oder beschädigt – viele stehen vor dem Nichts. Angesichts dieser katastrophalen Zustände ist nun Solidarität gefragt.

Nun kommt jedoch auch Hilfe von unerwarteter Seite: Einige Baumärkte stellen für Aufräumarbeiten unentgeltlich Schaufeln, Besen oder Werkzeug zur Verfügung, Discounter spenden Lebensmittel. Doch wie uneigennützig ist die Aktion?

Hochwasser: Obi ermutigt: „Jeder kann helfen!“

Wenn sich die Wassermassen zurückziehen bleibt nur Schlamm und Chaos zurück. Das gilt es schnellstmöglich zu beseitigen. Obi gab nun in einer Mitteilung bekannt, die Hilfsorganisationen vor Ort unterstützen zu wollen: „Wenn ihr Schaufeln, Besen, Pumpen und Equipment benötigt, meldet euch bitte sofort bei eurem nächstgelegenen Obi Markt. Wir werden versuchen, euch bestmöglich kostenlos mit allem auszustatten, was ihr für euren Einsatz vor Ort benötigt“, heißt es in den sozialen Medien. In einer Pressemitteilung ergänzt der Baumarkt, Kunden in den betroffenen Regionen zudem einen Rabatt in Höhe von 20 Prozent auf das gesamte Sortiment zu gewähren.

Außerdem ruft der Baumarkt zu Solidarität auf: „Jeder kann helfen!“ Trocknungsgeräte und Pumpen wären deutschlandweit derzeit schwer verfügbar. Wer ein solches Gerät zuhause hat, kann es im nächstgelegenen Baumarkt abgeben, um den Menschen in Not zu helfen. „Als Gegenwert für die Materialspende erhalten die Helfer einen OBI Warengutschein im Wert eines äquivalenten Neugeräts“, heißt es in der Mitteilung weiter. Der Baumarkt selbst gibt an, die Koordination der Geräte übernehmen zu wollen und sie dem Bedarf entsprechend zu verteilen. So löblich die Aktion auch ist: Ganz nebenbei sorgt der Konzern damit natürlich für positive Imagewerbung – und ist damit nicht allein.

Hornbach, Lidl und Co.: Rabatte und Lebensmittel für Betroffene

Auch die Baumarktkette Hornbach verspricht 20 Prozent Rabatt für vom Hochwasser betroffene Kunden. Das gilt für zwölf Märkte in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Luxemburg, zunächst bis zum 14. August. Das gibt eine Sprecherin gegenüber t-online bekannt. Toom und Bauhaus bieten ebenfalls 20 Prozent Rabatt für Betroffene. Als Beleg reicht den Baumärkten eigenen Angaben zufolge ein Bild von dem Schaden sowie ein Personalausweis.

Discounter wie Lidl oder Kaufland verteilen Lebensmittelspenden an Betroffene und Helfer. Lidl spendet zusätzlich zu den Waren noch 500.000 Euro an die Aktion Deutschland hilft, bei Kaufland sind es zusätzlich 250.000 Euro. Zum Vergleich: Deutschlands größter Konzern Volkswagen gab eine Million Euro für die Sofort- und Nothilfe der Hochwasseropfer an das Deutsche Rote Kreuz.

Essensspenden sind derzeit besonders dringend: Die Hilfsorganisation Die Tafeln meldet, dass durch das Hochwasser Gebäude, Einrichtungen und Fahrzeuge der Tafeln in den betroffenen Gebieten zerstört wurden. Gleichzeitig müsse die Organisation vor Ort akut Hilfsbedürftigen unter die Arme greifen. Wer helfen möchte, kann in jeder Lidl-Filiale Pfandflaschen in eine Spende an die Tafeln umwandeln. Das geht ganz einfach per Knopfdruck am Pfandautomaten.

Richtig helfen: Polizei warnt vor eigenmächtigen Aktion

Sach- und Geldspenden sind in der aktuellen Katastrophenlage wichtig. Doch die Polizei warnt davor, eigenmächtige Aktionen zu starten:

Besser also: Geld oder Sachspenden an erfahrene Hilfsorganisationen geben, die sie verteilen. Es gibt verschiedene Spendenkonten, etwa das der Aktion Deutschland hilft, die Hochwasser-Spenden-Seite des Deutschen Roten Kreuzes oder die Stiftung des Technischen Hilfswerks.

Jede Kleinigkeit hilft. Marketing hin oder her, auch die Hilfsaktionen der Discounter, Baumärkte und anderer Firmen unterstützen Betroffene. Egal ob werbewirksam oder nicht, in einem Punkt hat der Baumarkt Obi recht: „Jeder kann helfen!“

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