Kunden kommen mit gefüllten Einkaufswagen aus einer Obi-Filiale, links sind abgestellte Fahrzeuge zu sehen
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Die Nummer eins unter den Baumärkten: Obi steigerte seinen Umsatz 2020 auf 4,6 Milliarden Euro.

Pandemie macht sich erst 2021 bemerkbar

Obi verliert an Vorsprung: Konkurrent war im Boom-Jahr 2020 noch erfolgreicher - Gesamtumsatz steigt deutlich

  • Marcus Giebel
    vonMarcus Giebel
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Für die Baumärkte war das Jahr 2020 eine reine Erfolgsstory. Branchenführer Obi verteidigte seine Spitze, büßte jedoch etwas von seinem Vorsprung ein.

München - Europaweit gilt Obi als Marktführer unter den Baumärkten, mit 350 Filialen in Deutschland und weiteren in rund einem Dutzend anderer Länder. Doch dem Unternehmen aus dem nordrhein-westfälischen Wermelskirchen erwächst mehr und mehr nationale Konkurrenz. Im Jahr 2020 - ein höchst erfolgreiches für die Branche - schickte sich mit Bauhaus die Nummer zwei der Rangliste an, den Abstand zum Krösus zu verringern.

Der im schweizerischen Belp beheimatete Konzern erwirtschaftete einen Brutto-Mehrumsatz von 560 Millionen Euro, berichtet die Lebensmittel-Zeitung unter Verweis auf Erhebungen des „Dähne Verlags“. Dieser bringt Fachmagazine aus den Sparten Baumarkt, Garten oder Aquaristik heraus. Bei Obi betrug der Mehrumsatz in den zwölf Monaten ebenso wie bei Hornbach 500 Millionen Euro brutto. Ebenfalls überdurchschnittlich vom Run der Kund:innen profitierte Toom mit 481 Millionen Euro.

Obi bleibt Branchenprimus: Gesamtumsatz der Baumärkte steigt auf mehr als 22 Milliarden Euro

Dem Branchenverband BHB zufolge legten die Baumärkte insgesamt um 13,8 Prozent auf einen Gesamtumsatz von 22,14 Milliarden Euro brutto zu. Die Unternehmen profitierten auch von Corona-Beschränkungen, weil sich infolgedessen viele Privatpersonen in Deutschland an ihrem Eigenheim austobten. Doch der zweite Lockdown traf auch die Sparte hart, ab Mitte Dezember mussten die Baumärkte ihre Türen schließen, lediglich Handwerkern war der Zutritt für berufsbedingte Einkäufe gestattet.

Aktuell hat die Bundesnotbremse zur Folge, dass in Städten und Landkreisen mit einer Inzidenz von mehr als 100 einzig die Gartencenter offen bleiben dürfen. Deshalb ist für 2021 mit einem deutlichen Rückgang zu rechnen. Im ersten Quartal brach der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 50 Prozent ein, erklärte der BHB, der sich auf Zahlen des Nürnberger Marktforschungsinstituts „Growth from Knowledge“ (GfK) bezog.

Video: Was gilt durch die Bundesnotbremse für Baumärkte und Gartencenter?

Obi bleibt Branchenprimus: Größtes Wachstum bei Hornbach - Marktführer legt um zwölf Prozent zu

So werden die nun veröffentlichten Zahlen vorerst unerreicht bleiben. Spitzenreiter Obi verbesserte sich mit einem Jahresumsatz von 4,6 Milliarden Euro um 12,2 Prozent. Bei Bauhaus steht ein Zuwachs um 14,4 Prozent auf 4,45 Milliarden Euro zu Buche. Toom und B1 kommen auf 3,236 Milliarden Euro - was einem Anstieg um 17,5 Prozent entspricht. Den größten Satz legte Hornbach mit 21,2 Prozent hin, der Pfälzer Konzern setzte 3,15 Milliarden Euro um. (mg)

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