Aufgeschnittene Wassermelone
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Sie sind beliebt und scheinbar gesund: Obstsalate in Supermärkten.

Untersuchung

Alarmierende Ergebnisse: Obstsalate aus dem Supermarkt oft stark belastet - besondere Warnung vor Aldi-Produkt

  • Astrid Theil
    vonAstrid Theil
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Obstsalate gelten als gesund. Laborergebnisse zeigen jedoch erschreckende Ergebnisse. Obstsalate aus dem Supermarkt sind meist stark mit Keimen belastet.

München - Er ist beliebt und gehört mittlerweile zum festen Sortiment der Supermärkte: der fertige Obstsalat zum Mitnehmen. Viele Kunden kaufen dieses Produkt in dem Glauben, ihrem Körper mit diesem gesunden Essen einen Gefallen zu tun. Wie verbraucherschutz.com berichtet, wurde aber bei Stichproben festgestellt, dass viele Obstsalate aus dem Supermarkt sogar gesundheitsschädlich sind.

Neben Vitaminen wurden nämlich oft auch Keime in den fertigen Obstsalaten gefunden. Angestoßen wurde diese Untersuchung von der Redaktion der Sendereihe „Markt“ des Norddeutschen Rundfunks. Diese haben bei verschiedenen Händlern Obstsalate eingekauft und die angebotenen Produkte in ein Labor zur Untersuchung geschickt. Die Ergebnisse sind schockierend: Denn von sieben Proben waren fünf erheblich mit Keimen belastet.

Laborergebnisse zu Obstsalaten: Wissenschaftlerin entsetzt

Untersucht hat die Proben die Lebensmitteltoxikologin Prof. Katharina Riehn, die an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg lehrt und forscht. Bei der Untersuchung konnten überhöhte Anteile an Hefen und Bakterien gefunden werden. Besonders Enterobakterien wurden nachgewiesen. Hierunter fallen verschiedene Keime, die unter anderem eine entzündliche Erkrankung des Dickdarms auslösen können. Andere Erreger führen wiederum zu Durchfall und Erbrechen.

Die Obstsalate aus dem Supermarkt stellen also teils eine Bedrohung für die Gesundheit dar. Beim Obstsalat, der bei Aldi gekauft wurde, waren die Laborergebnisse besonders erschreckend. Es wurden erhöhte Werte für die Gesamtkeimzahl festgestellt. Die Wissenschaftlerin war entsetzt über den stark erhöhten Anteil von Hefen und Enterobakterien und fand klare Worte: Der Obstsalat sei „in diesem Zustand nicht mehr verzehrfähig“.

Yorma‘s, Stadtbäckerei, Edeka und Mr. Clou: Alle Obstsalate fallen durch

Auch die Obstsalate des Bahnhofshändlers „Yorma‘s“ und der „Stadtbäckerei“ brachten beunruhigende Laborergebnisse. Die Produkte waren nicht nur unzureichend gekühlt, sondern auch der Grenzwert für Enterobakterien wurde in zweitem Fall überschritten. Auch der Salat von Edeka konnte nicht überzeugen. Zwar stimmte die Temperatur des Produktes, allerdings lagen Hefen und Schimmelpilze über den Richterwert.

Auch die Gesamtzahl der Keime war zu hoch. Die Enterobakterien lagen sogar über dem Warnwert. Auch von „Mr. Clou“ wurde ein Obstsalat getestet. Dieser war ebenfalls unzureichend gekühlt. Hefen überschritten den Richtwert und die gefundenen Enterobakterien sogar den Warnwert. Nur der Obstsalat von Rewe konnte überzeugen. Dieser war zwar ebenfalls zu warm, aber das Labor fand keine negativen Ergebnisse. Die Redakteure von Markt waren sowohl von der Auswahl als auch der Hygiene des Produkts überzeugt.

Starke Keim-Belastung von Obstsalaten: Wie kann das sein?

Angesichts der alarmierenden Ergebnisse stellt sich die Frage, warum fertige Obstsalate so problematisch sind. Die Antwort ist einfach: Keime benötigen einen idealen Nährboden, um sich vermehren zu können. Genau diesen finden sie in Obstsalaten, da diese durch die Plastikverpackung und die natürliche Feuchtigkeit ein ideales Biotop für die Keime schaffen. Durch das Zerschneiden des Obstes wird der Schutz der Früchte gegen Pilze und Bakterien aufgehoben und der austretende Saft zieht Keime an.

Vermutlich werden Früchte meist schon während der Ernte verunreinigt. Beim Schneiden der Früchte können die Keime dann in das Gewebe gelangen und sich dort vermehren. Wenn das Obst dann noch ungenügend gekühlt ist, wird dieser Prozess zusätzlich beschleunigt. (at)

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