Ein Glas mit Wasser
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Ökotest untersuchte 50 Mineralwasser. In einigen davon wurden gefährliche Stoffe gefunden.

Uran, Chromat und Bor

Mineralwasser im Test: Teilweise gefährliche Stoffe gefunden

  • VonJulia Schöneseiffen
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Im Handel gibt es eine große Auswahl an Mineralwasser zu erwerben. Ökotest untersuchte nun 50 Classic-Wasser. Die meisten überzeugten, doch bei einigen wurden bedenkliche Stoffe festgestellt.

Frankfurt - Letzte Woche überrollte eine Hitzewelle Deutschland und wer kennt es nicht bei sommerlichen Temperaturen: Man ist durstig. Der perfekte Durstlöscher bleibt nach wie vor Wasser. Ökotest untersuchte jetzt 50 verschiedene Marken Mineralwasser.

Natürliches Mineralwasser hat laut Gesetz „seinen Ursprung in unterirdischen, vor Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen“. Dies bedeutet für Abfüller, dass sie das Wasser kaum aufbereiten dürfen. Demnach ist Wasser letzten Endes nichts anderes als Regenwasser, das durch die Gesteinsschichten bis zur Quelle gesickert ist, erklärt Ökotest. Allerdings kann es dabei dazu kommen, dass das Wasser auch unerwünschte Stoffe mit in die Tiefe nimmt – etwa Chromat, Uran oder Bor.

Außerdem können Pestizide, welche in der Landwirtschaft verwendet werden, ebenfalls im Boden versickern. Im Boden können sich die Pestizide zu Abbauprodukten zersetzen, die dann auch in Quellen wiederzufinden sind. Ökotest untersuchte 50 Mineralwasser der Sorte „Classic“ aus Regionen in ganz Deutschland auf solche Problemstoffe.

Ökotest untersucht 50 Mineralwasser: Fast alle konnten überzeugen

Fast alle der getesteten Wasser konnten im Test überzeugen und sind laut Ökotest empfehlenswert. 25 von 50 Classic-Mineralwassern wurde mit „sehr gut“ bewertet. Unter anderem die Classic-Wasser von Adelholzener, Aqua Römer, Franken Brunnen und Residenzquelle.

Bei einigen Mineralwasser wurde allerdings vergleichsweise viel Chromat, Uran oder Bor nachgewiesen. Und auch Abbauprodukte von Pestiziden wurden entdeckt.

Mineralwasser mit der Bewertung „mangelhaft“

  • Marius Quelle Classic, Sachsenheim (Bor erhöht)
  • San Benedetto mit Kohlensäure versetzt (Chromat erhöht)

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Genauer gesagt wurde in drei Produkten Chromat (Chrom VI) festgestellt. Dabei handelt es sich um einen Stoff, der in der EU-Chemikalienverordnung als krebserregend eingestuft ist. Gesundheitliche Beeinträchtigungen sind zwar bei allen festgestellten Werten unwahrscheinlich, trotzdem sollten Verbraucher zu Mineralwasser ohne Chromat greifen.

Ökotest: Uran und Bor in Mineralwasser gefunden

Uran wurde einmal vorgefunden, Bor zweimal. Beide Stoffen kommen natürlicherweise in Boden und Gesteinsschichten vor. Bei Uran handelt es sich um ein leicht radioaktives Schwermetall. Allerdings steht bei den gefundenen Konzentrationen die chemische Toxizität im Vordergrund und nicht die Strahlenwirkung.

Ökotest erklärt, dass eine Studie aus dem Jahr 1998 Hinweise auf Nierenfunktionsstörungen im Zusammenhang mit der chronischen Aufnahme von Uran über Trinkwasser gefunden hatte. Aktuelle Studien bestätigen dies allerdings nicht. Doch Hinweise deuten darauf hin, dass Kinder empfindlicher auf Uran im Wasser reagieren. Bor ist ein giftiges Halbmetall. In Tierstudien habe das Element entwicklungs- und fortpflanzungsschädliche Wirkungen gezeigt.

Mineralwasser mit erhöhtem Wert an Chromat, Bor oder Uran

MarkeNachgewiesener StoffBewertung
Thüringer Waldquell Classic Chromat erhöht gut
Basinus Bonaris Quelle aktiv Bor erhöht befriedigend
Teinacher Classic Chromat leicht erhöht befriedigend
San Pellegrino Uran leicht erhöht ausreichend
Marius Quelle Classic, SachsenheimBor erhöht mangelhaft
San Benedetto mit Kohlensäure versetztChromat erhöht mangelhaft

In neun getesteten Produkten wurden Abbauprodukte von Pestiziden nachgewiesen. Aber kein Grund zur Sorge, von deren Aufnahme geht keine Gefahr aus. Trotzdem haben sie einen negativen Einfluss auf die Bewertung der Reinheit des Wassers, so Ökotest. Anfang Mai entdeckte Ökotest in einem anderen Produkt bedenkliche Stoffe: in Mundspülungen. (jsch)

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