Auf einem Feld wächst Spinat, der mit einer Sprenkelanlage bewässert wird (Symbolbild).
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Balttspinat reichert Nitrat an und ist Pestiziden ausgesetzt (Symbolbild).

Nur drei Produkte schneiden sehr gut ab

Ökotest: Giftige Stoffe belasten Tiefkühl-Produkte - Von diesen Marken wird abgeraten

  • Thomas Konnerth
    vonThomas Konnerth
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Blattspinat ist ein gesundes Gemüse und tiefgekühlt lange haltbar. Wie Ökotest herausfand, beinhalten die Produkte mancher Hersteller zu viel Nitrat, Nitrit oder giftiges Cadmium.

  • Ökotest hat Tiefkühl-Blattspinate von insgesamt 16 Marken getestet.
  • 12 Produkte hatten einen belastenden Nitrat-, Nitrit- oder Cadmiumgehalt.
  • Die Stoffe können eine schädliche Wirkung für den Menschen haben.

Frankfurt am Main - Blattspinat ist besonders eisenhaltig und macht einen stark wie Popeye? Das stimmt so nicht ganz, allerdings ist Spinat ein wirklich gesundes Gemüse. Selbst tiefgekühlt enthält Blattspinat weder Zusatzstoffe noch Geschmacksträger und ist daher auch gefrostet noch ein rundum gesundes Produkt. Ökotest hat nun 16 beliebte Tiefkühl-Blattspinate getestet, unter anderem von Edeka, Rewe, Kaufland und Alnatura. Das Ergebnis ist beunruhigend: Nur vier Produkte erhielten die Note gut oder sehr gut, alle anderen Produkte wiesen einen zu hohen Gehalt an belastenden Stoffen auf.

Blattspinat: Giftige Stoffe belasten Tiefkühl-Produkte - Nitrit und Pestizide in Spinat enthalten

Spinat reichert beim Wachsen Nitrat aus dem Boden an. Wird der gekochte Spinat warm gehalten oder bei Zimmertemperatur gelagert, bildet sich Nitrit. Der Stoff entsteht ebenfalls durch Bakterien und Enzyme im menschlichen Magen. Dieses Salz behindert den Sauerstofftransport im Blut, zusätzlich können sich aus Nitrit krebserregende Nitroamine im Körper bilden. Vor allem Kinder reagieren empfindlicher auf Nitrit. Bei vier Blattspinat-Produkten entdeckte Ökotest eine aus ihrer Sicht zu hohe Konzentration an Nitrit. Ist der Gehalt des Stoffes bereits vor dem Kochen und der anschließenden Lagerung erhöht, ist das ein Hinweis auf einen Hygienemangel oder eine zu lange Lagerung vor dem Einfrieren.

In zwei anderen Tiefkühl-Produkten wurden gifte Pyrrolizidinalkaloide (PA) gefunden. Die Erklärung dafür könnte Wildwuchs sein. Die Gifte werden von anderen Pflanzen auf dem Feld gebildet und können so in den Spinat geraten. Folgen des erhöhten PA-Gehalts können unter anderem erbgutverändernde oder krebsauslösende Wirkungen sein. In drei weiteren Produkten ließen sich Pestizide nachweisen. Zwei Blattspinate beinhalteten das Bienengift Lambda-Cyhalothrin, ein Tiefkühl-Spinat hatte einen erhöhten Wert der bienenschädlichen Substanz Cypermethrin.

Blattspinat: Giftige Stoffe belasten Tiefkühl-Produkte - Schwermetall Cadmium in Spinat enthalten

Das größte, im Test festgestellte Problem war das Schwermetall Cadmium. Das giftige Metall wurde im Labor in sieben Produkten in einer erhöhten Menge nachgewiesen. Cadmium reichert sich im menschlichen Körper an und geht vor allem auf die Leber sowie die Nieren. Der Körper scheidet das Metall nur sehr langsam aus, was in höheren Dosen zu Nierenschäden führen kann. Das ausführliche Testergebnis ist im ePaper von Öko-Test nachzulesen.

Blattspinat: Giftige Stoffe belasten Tiefkühl-Produkte - Von diesen Produkten rät Ökotest ab

Sehr gut abgeschnitten haben der Bio-Tiefkühl-Blattspinat von Alnatura und von der Kaufland Marke K-Bio. Zwar nicht Bio, aber ebenfalls sehr gut bewertet ist der Blattspinat von Bofrost. Eine gute Bewertung erhielt der Erntekrone Blattspinat von Norma. Zwei Bio-Produkte sowie ein weiterer Blattspinat fielen mit der Note ungenügend durch: Der Bio Junger Blattspinat enthielt im Test stark erhöhte Nitrit-Werte, das Produkt Bio Inside Blattspinat wies Nitrat-Werte über Höchstgehalt auf. Der Frosta Blattspinat erregte durch einen hohen Pestizid-Gehalt sowie durch erhöhtes Nitrat und Cadmium Aufmerksamkeit. Alle weiteren Produkte erhielten die Noten befriedigend, ausreichend oder mangelhaft.

Im Video: Das sind die guten Eigenschaften des Superfoods Spinat

Ebenfalls bedenklich: Ökotest prüfte Mineralwasser und entdeckte Uran-Rückstände sowie Mikroplastik in beliebten Marken. Ebenfalls problematisch sind aktuell mehrere Produkte bei Rewe - es sind Metallteilchen in verschiedenen Gebäcken enthalten. Deshalb startete die Supermarktkette jetzt zwei Rückrufe.

tko

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