Das Gütesiegel von ÖKO-TEST
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Ein bekanntes Zeichen: Das Gütesiegel von ÖKO-TEST

Das Verbrauchermagazin ÖKO-TEST

ÖKO-TEST: Anfänge in der Öko-Bewegung und heutiges Magazin

Die ÖKO-TEST AG gehört zur Medien-Holding der Partei SPD. Seit 1985 erscheint das Verbrauchermagazin, das seine Anfänge in der Öko-Bewegung hat.

  • ÖKO-TEST ist ein Verbrauchermagazin, das Informationen zu der Umweltverträglichkeit und ähnlichen Aspekten verschiedener Produkte gibt.
  • Die ÖKO-TEST AG gehört zu etwa 68 % der SPD.
  • Seit 1985 erscheint die ÖKO-TEST Zeitschrift monatlich mit einer Auflage von jeweils etwa 100.000 Exemplaren.

Schon 1983 gab es den Vorläufer von ÖKO-TEST, die „Neugier – Illustrierte Zeitschrift mit Öko-Test“. Diese Zeitschrift wurde in Berlin verlegt und vom Wirtschaftsjournalisten Jürgen Räuschel (69, 2005) gegründet und herausgegeben. Jedoch fand die Neugier-Zeitschrift keine allzu große Resonanz. Ein Test zum Schadstoff Cadmium in Lego-Bausteinen stellte jedoch das grundlegende Konzept für das ÖKO-TEST-Magazin dar.

In der Tradition der investigativen amerikanischen Journalisten sowie der aufklärerischen Medien entwarf Jürgen Räuschel in den nächsten Jahren die „erste Zeitschrift mit Warentest“. Dabei setzte er auf die Beteiligung verschiedener Interessenten. Das Verbrauchermagazin ÖKO-TEST sollte den Gebrauchsnutzen von Waren untersuchen, aber auch die Lebensbereiche und Lebensumstände. Die politische Situation der 1980er Jahre führte dazu, dass die Öko-Bewegung großen Einfluss auf das neue Verbrauchermagazin hatte. ÖKO-TEST sollte laut Räuschel die Publikumszeitschrift der Öko-Bewegung sein.

Ab 1984 arbeitete Räuschel mit dem Designer Christof Gassner zusammen, um ein gestalterisches und inhaltliches Konzept für die Zeitung zu finden. Diese sollte auf Recyclingpapier gedruckt werden und eine besondere Typografie besitzen. Im Jahr 1985 wurden die erste Auflage der in Frankfurt ansässigen Verbraucherzeitschrift veröffentlicht.

ÖKO-TEST und die SPD

Die ÖKO-TEST AG (früher GmbH) sitzt in Frankfurt am Main. Ihr Vorstand und Chefredakteur ist Hans Oppermann. Die AG ist zu 100 % der Gesellschafter des Verlags. Etwa 66,2% der Aktien gehören der Green Lifestyle GmbH, die ihrerseits komplett zur Deutschen Druck- und Verlagsgesellschaft (DDVG) gehört. Diese Gesellschaft gehört zum Unternehmensbereich der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD). Daher ist ÖKO-TEST zu etwa zwei Dritteln im Besitz der SPD. Das andere Drittel gehört dem ehemaligen Chefredakteur des Verbrauchermagazins, Jürgen Stellpflug, und etwa 800 anderen Aktionären.

Die Beteiligung der SPD-eigenen Gesellschaft an ÖKO-TEST führt manchmal zu Kritik, da die redaktionelle Unabhängigkeit des Magazins aus der Öko-Bewegung angezweifelt wird. Laut eigener Aussage achtet das Verbrauchermagazin besonders auf die Distanz zu allen politischen Parteien. Zudem dürfen weder SPD noch DDVG in die Redaktionsarbeit eingreifen. ÖKO-TEST legt viel Wert auf Transparenz, weshalb sich die Ergebnisse auch vor Gericht überprüfen lassen.

Die Testarbeit des Verbrauchermagazins

ÖKO-TEST hat seit seinem Bestehen bereits mehr als 100.000 Produkte und Dienstleistungen untersucht. Das Verbrauchermagazin arbeitet objektiv, neutral und sachkundig. Für die Testarbeit gibt es anonyme Einkäufer, die die Produkte auf dem Markt erwerben. Dann beauftragt die ÖKO-TEST AG unabhängige Labore, die die Produkte mit einer Note zwischen „sehr gut“ und „ungenügend“ bewerten. Nach rechtlichen Problemen hat ÖKO-TEST schon häufig vor Gericht durchgesetzt, dass die Urteile zu Produkten und Dienstleistungen veröffentlicht werden dürfen.

Das Magazin aus der Öko-Bewegung nimmt laut eigener Aussage keine Rücksicht auf Industrie, Staat oder Anzeigenkunden. Neben der Qualität der Waren hat ÖKO-TEST auch die folgenden Untersuchungskriterien eingeführt:

  • Gesundheit
  • Soziale Verantwortung
  • Umweltverantwortung

Hier lassen sich die Anfänge in der Öko-Bewegung gut sehen. Während andere Tests sich meist auf Preis, praktische Form, Geschmack und Pflegeleichtigkeit konzentrieren, untersucht ÖKO-TEST vor allem die Umweltfreundlichkeit von Produkten und Dienstleistungen. Auch die Corporate Social Responsibility (CSR) der getesteten Marken nimmt das Unternehmen aus Frankfurt unter die Lupe.

Diese Produkte testet ÖKO-TEST

ÖKO-TEST untersucht unzählige verschiedene Produkte und Dienstleistungen. Diese werden in dem Verbrauchermagazin in die Bereiche „Bauen und Wohnen“, „Essen und Trinken“, „Gesundheit und Medikamente“, „Kinder und Familie“, „Kosmetik und Mode“, „Geld und Recht“ sowie „Freizeit und Technik“ eingeteilt. In jedem veröffentlichten Verbrauchermagazin finden sich aktuelle Meldungen und Tests zu den verschiedenen Kategorien.

Darüber hinaus veröffentlicht die ÖKO-TEST AG auf ihrer Website Ratgeber zu den genannten Themen. In den Themenwelten der Öko-Bewegung finden sich weitere Produkte und hilfreiche Hinweise, etwa zu Rezepten, Tipps für veganes Leben, Babyprodukten, Mikroplastik und Bekleidung. Zudem gibt es viele Gratis-Tests in digitaler Auflage und Meldungen zu aktuellen Themen.

Diesen Richtlinien folgt die Organisation

Die ÖKO-TEST AG untersucht nach strengen Kriterien, ob Produkte oder Dienstleistungen Schadstoffe, umweltschädliche Inhaltsstoffe oder wenig wirksame Elemente enthalten. Die Testkriterien gibt das Verbrauchermagazin dabei dem unabhängigen Labor, das den eigentlichen Test durchführt, vor. So ist es möglich, bei bestimmten Produkten gezielt nach bestimmten Inhaltsstoffen zu suchen.

Die Redakteure von ÖKO-TEST bewerten die Testergebnisse des Labors. Dabei sind sie oft deutlich strenger als der Gesetzgeber selbst. Das bedeutet, dass auch Produkte, die alle gesetzlichen Vorgaben erfüllen, bei ÖKO-TEST mit „ungenügend“ abschneiden können. Das Unternehmen aus der Öko-Bewegung legt Wert darauf, Produkte mit gesundheitlich unbedenklichen Inhaltsstoffe sowie aus umweltfreundlicher Produktion zu empfehlen.

Verbraucher, die Informationen zu diesen Themen suchen, werden bei der Publikation aus Frankfurt fündig:

  • Gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe
  • Krebserregende Mittel
  • Gen-Technik
  • Corporate Social Responsibility von Unternehmen
  • Kinderarbeit
  • Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards

Veröffentlichung der Testergebnisse im Magazin

ÖKO-TEST veröffentlicht jeden Monat ein gedrucktes Verbrauchermagazin, das als ÖKO-TEST-Magazin bekannt ist. Diese Magazine sind im Handel erhältlich und können auch abonniert werden. Darüber hinaus hat die ÖKO-TEST AG weitere Publikationen, die regelmäßig erscheinen:

  • ÖKO-TEST Jahrbücher
  • ÖKO-TEST Ratgeber
  • ÖKO-TEST Spezial
  • ÖKO-TEST Kompakt

Die Magazine haben eine Auflage von etwas mehr als 100.000 Heften. Monatlich erzielt das Magazin aus der Öko-Bewegung eine Reichweite von etwa 1,7 Millionen Lesern. Zahlreiche Tests sind auch online erhältlich und lassen sich entweder gratis einsehen oder digital erwerben.

ÖKO-TEST macht keinen Gebrauch vom Leistungsschutzrecht seiner redaktionellen Inhalte. Der Verlag aus Frankfurt erlaubt das Verlinken und Zitieren seiner Artikel und Webseiten im Internet. Kurze Zitate sind ohne Zustimmung des Verlags erlaubt, wenn die Quelle angegeben wird.

Die Bewertungsnoten von ÖKO-TEST

Die ÖKO-TEST AG nutzt ein einfaches Bewertungssystem, das Schulnoten ähnelt. Produkte erhalten Noten zwischen „sehr gut“ und „mangelhaft“, sodass sich auf den ersten Blick erkennen lässt, wie das Produkt im Hinblick auf Umweltfreundlichkeit und Schadstoffe zu bewerten ist. Ausführliche Informationen zu der jeweiligen Note veröffentlicht ÖKO-TEST im Verbrauchermagazin und online. Auch auf dem Instagram-Kanal des Magazins sind weitere Informationen zu finden. Diese machen die Ursprünge der Verbraucherschutzorganisation in der Öko-Bewegung deutlich, da sie sich oft auf Nachhaltigkeit, Umweltfreundlichkeit und Prinzipien wie Zero Waste konzentrieren.

Firmen, die mit dem Testergebnis von ÖKO-TEST werben möchten, müssen dafür einen Vertrag zur Nutzung des Labels unterschreiben. Die unlautere Bewerbung von Produkten ist nicht erlaubt. Die Marke ÖKO-TEST ist beim Deutschen Patent- und Markenamt sowie bei anderen internationalen Ämtern registriert, um Missbrauch zu vermeiden.

So finanziert sich die ÖKO-TEST AG

ÖKO-TEST-Gründer Jürgen Räuschel sammelte ab 1983 ein Startkapital für die in Frankfurt ansässige Verlagsgesellschaft von ÖKO-TEST. Jedoch stellte sich schnell die Frage, wie nach der ersten Auflage des Verbrauchermagazins im April 1985 weiterhin Geld gesammelt werden sollte. Der Verein „Freunde des ÖKO-TEST-Magazins“ half dabei. Zudem dienten die Verkaufseinnahmen der weiteren Finanzierung.

Die Investition der DDGV von der SPD half ab dem Jahr 2007 dabei, die Finanzierung der ÖKO-TEST AG weiter zu garantieren. Zudem wurde das Unternehmen zu einer Aktiengesellschaft, sodass weitere Aktionäre, die überwiegend kleine Aktienpakete halten, im Rahmen des Streubesitzes zur Finanzierung beitrugen.

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