Gefärbte Eier stehen in der Thüringer Frischeier GmbH in Wandersleben bei Gotha in einer Palette.
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Sie sind schön und zu Ostern überall in den Supermärkten zu kaufen: bunte Ostereier. Der Verkauf dieser Eier birgt für Verbraucher jedoch ein besonderes Problem.

Kauf birgt Probleme

Ökotest-Warnung: Vorsicht beim Kauf von bunten Ostereiern - darauf sollten Sie unbedingt achten

  • Astrid Theil
    vonAstrid Theil
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Überall sind sie in den Supermärkten zu kaufen: die bunten Ostereier. Der Kauf dieser Eier birgt jedoch einige Probleme. Verbraucher sollten daher unbedingt auf einige Dinge achten.

München - Ostern steht vor der Tür. Trotz der durch die Pandemie bedingten widrigen Gesamtumstände, versuchen viele Menschen ein möglichst normales Osterfest vorzubereiten und zu genießen. Für viele gehört zu diesem der Kauf von bunten Eiern aus dem Supermarkt. In diesem Zusammenhang bestehen für Verbraucher allerdings einige Probleme, worüber zuletzt Ökotest ausführlich informiert hat.

Generell müssen Eier genau gekennzeichnet werden. Dies bedeutet, dass jedes Ei einen individuellen Stempel erhalten muss, der über die Haltungsform und die Herkunft des Eis Auskunft gibt. Diese Regelungen gilt allerdings nicht für weiterverarbeitete Eier wie bei gekochten und gefärbten Ostereiern.

Probelem für Verbraucher: Bunte Ostereier von Herkunftskennzeichnung ausgenommen

Bunte Ostereier gelten als „verarbeitetes Eierprodukt“ und müssen daher auch nicht gekennzeichnet werden. Daher ist häufig nicht ersichtlich, ob Ostereier aus Freiland-, Boden- oder Käfighaltung stammen. Frische Eier aus Käfighaltung sind in Supermärkten mittlerweile nur noch selten erhältlich. Denn die Käfighaltung wird von der Mehrzahl der Deutschen abgelehnt, da sie für eine nicht artgerechte Haltung gehalten wird. Daher greifen die meisten Deutschen lieber zu Eiern aus Boden- oder Freilandhaltung. Allerdings werden fortwährend fünf Prozent der Hühner in Deutschland in Käfigen gehalten. Auch aus dem Ausland werden zusätzlich Käfigeier importiert.

Bei einem großen Teil der bunten Eier, die vor Ostern in Supermärkten zu kaufen sind, handelt es sich um jene Käfigeier. Da sie jedoch keinen Stempel tragen, erfahren die Verbraucher nichts über ihre Herkunft. Allerdings erhalten mittlerweile mehr und mehr bunte Ostereier eine Kennzeichnung und stammen aus Bodenhaltung. Diese gilt jedoch ebenfalls nicht als artgerechte Haltung.

Auch Bio-Eier problematisch: Kükenschreddern

Wichtige Orientierung beim Kauf von Eiern bietet das KAT-Logo auf den Karton. Dieses Siegel wird vom Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen verliehen und garantiert, dass die Eier nicht aus Käfighaltung stammen. Prinzipiell gibt es ein paar Hinweise, auf die Verbraucher beim Kauf von bunten Ostereiern achten sollten.

Wer eine tiergerechte Haltung unterstützen möchte, sollte Ostereier in Bio-Qualität kaufen. Bei Eiern aus Bio-Qualität stellt sich jedoch weiterhin das Problem des Kükenschredderns. Jährlich werden etwa 50 Millionen männliche Küken direkt nach dem Schlüpfen getötet, indem sie vergast oder geschreddert werden. Der Grund hierfür liegt in der Tatsache, dass männliche Küken keine Eier legen und zu wenig Fleisch ansetzen, um ökonomisch wertvoll zu sein. Auch in der Bio-Industrie werden männliche Küken getötet. Wer diesen Vorgang nicht unterstützen will, kann Eier aus Bruderhahn-Initiativen kaufen, die männliche Küken aufziehen. Darüber hinaus bieten sich Zweitnutzungshühner und die Geschlechtsbestimmung im Brut-Ei als Alternativen an.

Achtung Keimbelastung: Auf Risse in Eierschale achten

Darüber hinaus sollte darauf geachtet werden, ob die Ostereier Risse aufweisen. Denn durch einen Riss in der Schale können Keime in die Eier eindringen. Osteier sollten am besten im Kühlschrank aufbewahrt werden. Dies steht meist nicht auf der Verpackung, aber die Lagerung im Kühlschrank reduziert die Keimbelastung.

Wenn der Eidotter des gekauften Osteis bläulich-grün verfärbt ist, bedeutet dies nicht, dass das Ei schlecht ist. Zu einer solchen Verfärbung kommt es nämlich bei langen Kochzeiten. Beim Kauf von Eiern von Markt oder Metzger sollten Verbraucher vorsichtig sein, da hier meist kein Mindesthaltbarkeitsdatum angegeben wird. Am besten sollten Eier zum Osterfest selbst zu Hause gefärbt werden - dies ist nicht nur eine schöne Beschäftigung, sondern auch besser für Gesundheit und Umwelt. at

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