Kariesschutz: Warum Fluorid in Zahnpasten nicht fehlen sollte
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Im Ökotest konnten mehrere Zahnpasten die Tester nicht überzeugen.

Problem ist ein Inhaltsstoff

Zahnpasta im Ökotest: 13 Produkte fallen krachend durch - darunter einige bekannte

  • Philipp Fischer
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Eine gute Zahnpasta sollte vor allem Fluorid enthalten. Wie Ökotest jetzt herausgefunden hat, sind jedoch in vielen Zahnpasten auch unerwünschte Problemstoffe enthalten.

München - Die Hauptzutat für eine gute Zahnpasta ist: Fluorid. Doch neben dieser befinden sich oftmals noch viele weitere unerwünschte Inhaltsstoffe, die Schleimhäute reizen oder der Umwelt schaden können. Ökotest hat 60 Zahnpasten genauer untersucht. 13 der getesteten Zahnpasten haben dabei die Note „mangelhaft“ oder „ungenügend“ bekommen.

Ökotest: Viele Zahnpasten enthalten problematische Inhaltsstoffe

Eine Zahnpasta soll vor allem dabei helfen, die Zähne ordentlich zu reinigen und den Verbraucher vor Karies zu schützen. Solider Kariesschutz steht und fällt mit dem Inhaltsstoff Fluorid. In den meisten Zahnpasten ist Natriumfluorid als Kariesprophylaxe enthalten. Seltener ist Aminfluorid oder eine Kombination aus beiden. „Natriumfluorid ist die bewährteste Form der Fluoridverbindung“, sagt Zahnmediziner Dietmar Oesterreich dem Gesundheitsmagazin Evivas.

Beim Essen werden unseren Zähnen durch verschiedene in unseren Nahrungsmitteln enthaltenen Säuren Kalzium und Phosphat aus dem Zahnschmelz entzogen. Dieser wird dadurch aufgeweicht. Fluorid wirkt dem entgegen und verbessert die Remineralisierung der Zähne. Es macht also die Zähne härter und resistenter gegen Säuren. Die Bundeszahnärztekammer rät ausdrücklich zu fluoridhaltigen Cremes. Stiftung Warentest bewertet grundsätzlich alle Zahncremes ohne Fluorid mit „mangelhaft“.

Ökotest: Diese Zahnpasten schnitten schlecht oder mangelhaft ab

13 der von Ökotest getesteten Universalzahncremes erhielten die Note schlecht oder mangelhaft. Problematisch war vor ein Problemstoff: Natriumlaurylsulfat. Bei diesem Tensid besteht die Gefahr, dass es die Schleimhäute reizen kann. Gefunden wurde der Stoff in 18 Zahnpasten. Darüber hinaus bewertete Ökotest den Einsatz von Polyethylenglykol als mangelhaft. Dieses Polymer befindet sich in vielen Kosmetika und kann die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen. Außerdem konnte Ökotest eine Reihe von synthetischen Polymeren in den Zahnpasten feststellten. Genauer handelt es sich hierbei um flüssiges Plastik, das über das Abwasser in die Umwelt gelangen kann. Darüber hinaus konnten in einigen Zahnpasten ein erhöhter Aluminiumgehalt festgestellt werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnte 2019 in einer Stellungnahme: Insbesondere sogenannte Whitening-Zahncremes können viel Aluminium enthalten.

ZahnpastaBewertungProblemstoff
Dentagard Original mit NaturkräuterextraktenMangelhaftNatriumlaurylsulfat, PEG/PEG-Derivate
Odol-Med 3 OriginalMangelhaftNatriumlaurylsulfat, PEG/PEG-Derivate
Odol-Med 3 Senses Eukalyptus, Limette & MinzeMangelhaftNicht bekannt
Signal Zahnpasta KariesschutzMangelhaftNicht bekannt
Colgate Komplett 8 Extra FrischMangelhaftNatriumlaurylsulfat, PEG/PEG-Derivate
Aronal Zahnfleischschutz mit ZinkUngenügendNatriumlaurylsulfat, PEG/PEG-Derivate
Blend-A-Med Classic ZahncremeUngenüngedNatriumlaurylsulfat, PEG/PEG-Derivate
Blend-A-Med Complete Protect Expert TiefenreinigungUngenügendNatriumlaurylsulfat, PEG/PEG-Derivate
Blend-A-Med Rundumschutz Extra Frisch CleanUngenügendNatriumlaurylsulfat, PEG/PEG-Derivate
Colgate Total Plus Gesunde FrischeUngenügendNatriumlaurylsulfat, PEG/PEG-Derivate
Lacalut Aktiv Medizinische ZahncremeUngenügendNatriumlaurylsulfat, PEG/PEG-Derivate, halogenorganische Verbindung
Odol-Med 3 Extreme Clean Langzeit-FrischeUngenügendNicht bekannt

Ökotest empfiehlt vor allem Zahnpasta mit Fluorid. Produkte, die Natriumlaurylsulfat enthalten, sollten hingegen nicht verwendet werden. Insofern die Zahnpasta kein Zink enthält, können auch Kinder und Jugendliche die Zahnpasta der Eltern mitbenutzen. (phf)

Kürzlich untersuchte Ökotest außerdem verschiedene Spaghetti-Marken. Der Vergleich lieferte teils ein erschreckendes Ergebnis.

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