Eine Mitarbeiterin des Testzentrums hält einen Teststab für einen Schnelltest in ihren Händen.
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Schnelltests sind für Ungeimpfte eine Eintrittskarte für viele Einrichtung: Künftig kosten sie Geld.

Überblick

Corona-Regeln, Krankschreibungen und neues Gesetz für Schuldner: Große Änderungen ab Oktober in Deutschland

  • VonDominik Stallein
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Neue Regelungen greifen im Oktober: Betroffen sind die Corona-Regelungen, Schnelltests und Schuldner. Die Zeitumstellung steht an - und ein wichtiger Termin für Autofahrer.

Berlin - Neuer Monat, neue Gesetze: Im Oktober stehen einige Änderungen für die Menschen in Deutschland bevor. Vor allem die Corona-Regelungen werden angepasst. Auch die viel diskutierte Zeitumstellung steht an.

Oktober 2021: Neue Gesetze zu Corona, Quarantäne und Krankschreibung

Es ist beschlossene Sache: Wer nicht geimpft ist und als mögliche Kontaktperson in eine angeordnete Quarantäne muss, wird ab Oktober nicht mehr vom Arbeitgeber dafür entschädigt. Wann genau diese Regelung in Kraft tritt, ist noch nicht in Stein gemeißelt, im Laufe des Oktobers soll sie aber greifen. Der späteste Termin, auf den sich Bund und Länder geeinigt haben ist der 1. November. Die neue Regelung soll unter anderem dazu beitragen, dass sich mehr Menschen für eine Impfung entscheiden. Die bundesweite Impfkampagne stagniert bereits seit einigen Wochen. Was hingegen unberührt bleibt: Wer sich mit dem Corona-Virus infiziert - unabhängig vom Impfstatus - und deshalb eine Isolation antreten muss, wird weiterhin bezahlt. Kritik an der Regelung kommt von den Gewerkschaften.

Deutliche Lockerungen treten zudem in Bayern in Kraft. Neben der Öffnung von Clubs und Diskotheken dürfen sich auch Schüler über eine Befreiung der Maskenpflicht im Unterricht freuen.

Deutschland: Corona-Tests werden im Oktober kostenpflichtig

Ebenfalls als Reaktion auf die stagnierende Impfquote in Deutschland kann man eine weitere Änderung der Corona-Regeln interpretieren: Ab 11. Oktober gibt es Veränderungen bei der Test-Strategie. Ungeimpfte müssen ab diesem Zeitpunkt für die Corona-Tests selbst bezahlen. Bislang war das Testangebot für alle Verbraucher kostenlos. Genesene und Geimpfte müssen sich künftig nicht mehr testen lassen. Weiterhin kostenlos sollen die Schnelltests für Personen sein, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können oder für die es keine Impfempfehlung gibt. Dazu zählen Schwangere, Kinder und Jugendliche oder Menschen, bei denen allergische Reaktionen auf eine Impfung zu erwarten sind. In einigen Einrichtungen gilt die 3G-Regel: Wer als Ungeimpfter Zutritt haben möchte, muss dafür einen Test bezahlen.

Ab Oktober: Stiko empfiehlt Grippeimpfung

Nicht nur gegen Corona läuft die Impfkampagne: Im Oktober ist klassischerweise der Beginn der Welle an Grippeimpfungen,. Die Ständige Impfkommission (Stiko) sieht den besten Zeitraum für eine Impfung gegen die Grippeviren von Oktober bis Mitte Dezember. Die Stiko empfiehlt die Impfung für Menschen ab 60 Jahren. Auch Schwangere und Menschen mit chronischen Krankheiten sollten sich laut Experten impfen lassen. Dasselbe gilt für medizinisches Personal oder Mitarbeiter in Einrichtungen, die auf viele Menschen treffen.

Ab Oktober in Deutschland: Digitale Krankschreibung geht an den Start

Wie das Ärzteblatt berichtet, gibt es Neuigkeiten in puncto Krankschreibungen: Darauf haben sich die kassenärztliche Bundesvereinigung und der GKV geeinigt. Demnach sollen elektronische Krankschreibungen (eAU - für „elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung“) an den Start gehen. Arztpraxen, die diesen Service technisch leisten können, sollen ab 1. Oktober davon Gebrauch machen können. Alle anderen können bis zum Jahresende auch weiterhin die Papierform - den klassischen „gelben Schein“ - verwenden. Zum Jahreswechsel werden dann laut dem Ärzteblatt alle Krankschreibungen auf eAU umgestellt. Patienten können aber weiterhin einen Ausdruck ihrer Krankschreibung erhalten. Ein erhoffter Vorteil der digitalen Krankschreibung: Arbeitgeber und Krankenkassen sollen die Bescheinigung schneller und sicher erhalten.

Oktober bis Ostern: Autofahrer zum Reifenwechsel - der Winter kommt

Oktober bis Ostern - „von O bis O“: Jeder Autofahrer sollte diesen Merkspruch kennen. Denn in diesem Zeitraum sollten Winterreifen verwendet werden. Empfehlenswert ist es, deshalb so früh wie möglich einen Termin bei der Werkstatt auszumachen.

Zeitumstellung: Ende Oktober gilt Winterzeit

Die Tage werden wieder kürzer: Am Ende des Monats, nämlich in der Nacht von Samstag, 30., auf Sonntag, 31. Oktober, werden die Uhren umgestellt. Von der Sommerzeit auf die Winterzeit werden die Zeiger um eine Stunde zurück, nämlich von 3 auf 2 Uhr gedreht. Die gute Nachricht: In dieser Nacht dürfen alle eine Stunde länger schlafen. Die schlechte: Abends wird es wieder früher dunkel. Schon lange wird über die Zeitumstellung kontrovers diskutiert. In diesem Jahr wird sich daran aber nichts mehr ändern.

Neues Gesetz im Oktober: Autofahrer sollen Antriebe vergleichen können

Einen besseren Überblick für Autofahrer - und Vergleichsmöglichkeiten für Alternativen zum Benziner verspricht eine neue Regelung. Größere Tankstellen müssen ab dem 1. Oktober aufschlüsseln wie teuer 100 Autokilometer mit den unterschiedlichen Antrieben sind. Verglichen werden Benzin, Diesel, Strom, Erdgas und Wasserstoff. Die Vergleichswerte - dazu sind die Tankstellen verpflichtet - werden an den Zapfsäulen beziehungsweise im Verkaufsraum aufgehängt.

Deutschland: Neue Regelung ab Oktober soll Schuldner schützen

Wer kleine Schulden hat, soll künftig nicht mehr ganz so schnell vor einem riesigen Schuldenberg stehen. Das Inkassorecht wird reformiert und Teile des neuen Gesetzes treten ab 1. Oktober in Kraft. Die Bundesregierung kündigt die Neuerung mit der Aussicht an, die Verbraucher besser vor zu hohen Inkassogebühren zu schützen. Außerdem soll mehr Transparenz herrschen. Eine Neuerung: Wer auf das erste Mahnschreiben hin die offene Forderung begleicht statt das Schreiben zu ignorieren, soll nur einen Gebührensatz von 0,5 bezahlen. Laut Bundesregierung liege der im Moment mehr als doppelt so hoch. Bei kleinen ausstehenden Geldbeträgen bis zu 50 Euro dürfen künftig nur noch höchstens 18 bis 36 Euro Mahngebühr erhoben werden (bislang: 45 Euro).

Oktober: Gas wird teurer

Einige Gasanbieter kündigen höhere Preise an. Für Verbraucher heißt das: Wer sein Haus oder seine Wohnung mit Gas heizt, muss künftig tiefer in die Tasche greifen. Laut dem Preisvergleichs-Portal verivox könnten mehrere Dutzend Anbieter ihre Preise erhöhen. Durchschnittlich rechnet das Portal mit Preissteigerungen von 12,6 Prozent für Gas. Zur Einordnung: Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus wären das jährliche Ausgaben in Höhe von 188 Euro mehr als bisher. (dst)

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