Tiefkühlpizza im ZDF-Check: Vernichtendes Urteil für Markenprodukt - Günstiger Konkurrent schneidet besser ab

Der ZDF-Tiefkühlpizza-Check zeigt, ob es sich lohnt zu teureren Produkten zu greifen oder ob die günstigen mithalten können. Im Vergleich: Käse, Belag und Preis.
Mainz - Die Auswahl an Tiefkühlpizzen in den Supermärkten kann einen hungrigen Pizza-Liebhaber durchaus überfordern. Eine Vielzahl an Herstellern bietet die unterschiedlichsten Arten der italienischen Spezialität an. Viele verschiedene Beläge, Pizza-Arten und Preise können für Verwirrung sorgen: Welche Pizza ist denn nun die beste? Lohnt sich der Griff zum teureren Markenprodukt? Auf was sollte man beim Kauf achten? Sternekoch Nelson Müller geht in der ZDF-Doku „Der große Essens-Check“ all den Fragen auf den Grund und zieht ein überraschendes Fazit.
Tiefkühlpizza: Netto, Dr. Oetker, Wagner, Alnatura und Gustavo Gusto im Check
Wer mal keine Zeit hat, Hefeteig stundenlang gehen zu lassen, italienische Salami und Mozzarella zu besorgen, greift gerne auf die schnelle Variante aus dem Tiefkühlfach zurück. Nelson Müller untersucht die Salami-Pizzen von der Netto-Eigenmarke (0,86 Euro), Dr. Oetkers Ristorante (2,49 Euro), Wagners Steinofenpizza (2,29 Euro), Alnaturas Bio-Pizza (2,99 Euro) und die Luxus-Marke Gustavo Gusto (3,79 Euro). Schon bei den Preisen ist ein großer Unterschied zu sehen. Die Gustavo Gusto Salami-Pizza ist mehr als viermal so teuer, wie die von Lebensmitteldiscounter Netto. Schlägt sich das auch in der Qualität nieder?
Tiefkühlpizza: Salami-Belag unter der Lupe
Auf allen Pizzen liegen Salami-Scheiben, allerdings: Unterschiedlich viele. Auf 100 Gramm Pizza kommen bei Wagner, Netto und Dr. Oetker rund zwölf Gramm Salami. Die Alnatura-Pizza schneidet mit nur neun Gramm besonders schlecht ab. Nur etwas besser mit 10,8 Gramm ist die teure Pizza von Gustavo Gusto. Die Wurst aller Pizzen kommt übrigens nicht aus Italien, sondern aus Deutschland, Österreich, Belgien und Irland.
Im Check untersucht ein Labor die Salami-Scheiben auf den so genannten „Beffe-Wert“. Dieser Wert ist ein Maßstab für die Qualität der Fleischwaren: Je höher der Wert, desto mehr gutes Muskelfleisch ist in der Wurst enthalten. In Deutschland gilt eine Untergrenze von mindestens 12,5 Prozent. Hier fällt eine der Pizzen besonders negativ auf. Während Netto, Dr. Oetker (beide 15,6 Prozent), Wagner (15,8 Prozent) und Alnatura (15,1 Prozent) zufriedenstellende Werte aufzeigen, sieht es bei Gustavo Gusto mit 12,5 Prozent schon kritisch aus.
- Netto „Mondo Italiano“: 0,86 Euro, 12 Gramm Salami, 15,6 Prozent Muskelfleisch, Edamer-Mozzarella-Mischung
- Dr. Oetker „Ristorante“: 2,49 Euro, 12 Gramm Salami, 15,6 Prozent Muskelfleisch, Edamer-Mozzarella-Mischung
- Wagner „Steinofenpizza“: 2,29 Euro, 12 Gramm Salami, 15,8 Prozent Muskelfleisch, Edamer
- Alnatura Bio-Pizza: 2,99 Euro, 9 Gramm Salami, 15,1 Prozent Muskelfleisch, Mozzarella
- Gustavo Gusto: 3,79 Euro, 10,8 Gramm Salami, 12,5 Prozent Muskelfleisch, Mozzarella
Tiefkühlpizza: Mozzarella oder Edamer?
Beim Käse können die beiden teureren Produkte hingegen überzeugen: Die Hersteller belegen ihre Produkte mit dem klassischen Mozzarella. Netto und Dr. Oetker bedienen sich einer Mischung aus Mozzarella und dem rund sieben Prozent günstigeren Edamer, Wagner nimmt sogar nur Edamer.
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Das abschließende Fazit: Werden alle drei Faktoren, Preis, Salami-Belag und Käse berücksichtigt, schneidet die günstige Netto-Pizza am besten ab. Sie erlaubt sich laut ZDF-Doku „keine Schwächen“, im Gegensatz zu den teureren Varianten. Vor allem die Pizza von Gustavo Gusto weist einige Mängel auf. Aber: Auf echte italienische Salami und echten italienischen Mozzarella muss man bei allen Tiefkühlpizzen verzichten.