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Schon wieder Preiserhöhungen bei Aldi, Lidl, Edeka und Rewe

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Von: Magdalena von Zumbusch

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Eine Frau läuft mit ihrem Einkaufswagen durch einen Supermarkt.
Eine Frau läuft mit ihrem Einkaufswagen durch einen Supermarkt. © Sven Hoppe/dpa

Immer weiter gehen die Preise nach oben: Die Übersicht über die Preissteigerungen viel gekaufter Produkte der wichtigsten Supermärkte lesen Sie hier.

München - Die Inflation treibt aktuell die Lebensmittelpreise nach oben. Das allgemeine Preisniveau war schon im März im Vergleich zum Vorjahr um 7,3 Prozent gestiegen. Eine solche starke Preissteigerung hat es zum letzten Mal vor über 40 Jahren gegeben. Der Hauptfaktor ist dabei der Ukraine-Krieg, der durch Störung der Lieferketten und die gestiegenen Energiepreise das allgemeine Preisniveau nach oben treibt.

Video: Steigende Preise: Mit diesen vier Apps können Sie im Supermarkt sparen

Neueste Preiserhöhungen bei Aldi geben den Ton auf dem Markt an

Aldi hat deshalb erneut „deutliche Preiserhöhungen“ angekündigt, die Mitbewerber Lidl, Penny, Rewe und Edeka werden wie bereits vor einigen Wochen die Preise in bestimmten Warengruppen ebenfalls erhöhen.

Im Gespräch mit dem RND begründete ein Konzernsprecher von Aldi Nord die Preis­erhöhungen damit, dass seit Beginn des Ukraine-Krieges die Kosten für Dünger und Futtermittel in Deutschland stark gestiegen sind, daneben mit den bereits erwähnten höheren Preisen für Strom und Gas. Besonders stark treffen die gestiegenen Preise Landwirte mit Viehhaltung und die Fleisch­Industrie. Bei Fleisch komme die Preissteigerung auch wegen der energie­intensiven Schlacht­betriebe zustande.

Unter den mehr als hundert Lebensmitteln, deren Preise bei Aldi gestiegen sind, sind zum Beispiel der Kaffee von Amaroy (in der 500-Gramm-Packung): jetzt 4,69 Euro, vorher 3,99 Euro, Milch von Milsani (3,5 Prozent Fett in der 1-Liter Packung) bei jetzt 88 Cent, vorher 79 Cent, oder Spaghetti von Cucina Nobile (500-Gramm-Packung), die jetzt 79 Cent kosten, vorher 65 Cent, so die Preisangaben von RTL News.

Das Vorgehen von Aldi ist von besonderer Bedeutung, weil sich im Preis-Einstiegssegment erfahrungsgemäß viele Händler an den Preisen des Discounters orientieren. Entsprechend dieser Dynamik hat Rewe mit seiner Discounttochter Penny für einzelne Warengruppen und Artikel jüngst weitere Preiserhöhungen angekündigt. Ein Sprecher der Rewe Group betonte, dass man die Preise nur dort anheben werde, wo es einen „hohen Kostendruck“ gebe.

Preissteigerungen bei Rewe seit dem 4. April

Offensichtlich war dieser Kostendruck aber erneut zu spüren, da es seit Anfang April zu vielen Preisanstiegen kam: Kaffee von Melitta (Auslese Röstkaffee Klassisch, 500-Gramm-Packung) zum Beispiel kostet jetzt 6,49 Euro anstatt 5,99 Euro, Milch von Weihenstephan (3,5 Prozent Fett, 1-Liter-Packung) kostet 1,39 Euro, vorher 1,19 Euro und Penne oder Fussili von Rewe Beste Wahl (500-Gramm-Pakung): jetzt 1,19 Euro, vorher 99 Cent, so die von RTL News mitgeteilten Zahlen.

Erhöhte Preise des Lebensmittelhändlers Edeka seit dem 4. April

Auch der Lebensmittelhändler Edeka hat Anfang April viele Preise erhöht: Der Kaffee (Eilles, 500-Gramm-Packung) kostet jetzt zum Beispiel 4,99 Euro statt den vorherigen 4,59 Euro, Milch von Berchtesgadener (3,5 Prozent Fett, 1-Liter-Packung) kostet 1,39 Euro statt 1,19 Euro.

Preisanstiege Lidl seit dem 4. April

Schließlich gingen auch bei Lidl gingen die Preise noch ein zweites Mal seit Beginn des Ukraine-Kriegs nach oben Anfang April: Die Milch der Lidl-Eigenmarke Milbona (3,5 Prozent Fett in der 1-Liter-Packung) stieg von 79 auf jetzt 88 Cent, die Spaghetti (Combino, 500 Gramm) auf 79 Cent von den vorherigen 65 Cent, um zwei Beispiele aus der langen Liste von RTL News herauszugreifen.

Erneute Preiserhöhungen: Verbraucherzentrale Bundesverband sieht Handlungebedarf

Der Verbraucherzentrale Bundesverband sieht laut Berliner Kurier vor diesem Hintergrund Handlungsbedarf. „Für einkommensschwache Haushalte wird es immer schwieriger, sich ausgewogen und gesund zu ernähren“, wird eine Sprecherin der Verbraucherzentrale zitiert.

Die Verbraucherschützer fordern eine Erhöhung des ernährungsbezogenen Satzes bei Transfereinkommen wie beim Arbeitslosengeld II und die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Produkte, die eine gesunde Ernährung fördern, insbesondere Obst und Gemüse. Die Bundesregierung habe darauf mit dem Hinweis auf das zuletzt verabschiedete Entlastungspaket für Familien und Sozialhilfeempfänger reagiert.

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