Pril Spülmittel
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Die Verbraucherzentrale Hamburg kürt Pril-Spülmittel zur „Mogelpackung des Monats“ (Symbolbild)

Weniger Inhalt, gleichbleibender Preis

Verbraucherzentrale weist auf Preiserhöhung bei Spülmittel hin: „Mogelpackung“

  • Josef Forster
    vonJosef Forster
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Die Verbraucherzentrale Hamburg tadelt das Unternehmen Henkel. Der Grund: Der Hersteller des Pril-Spülmittels reduziert die Füllmenge, der Preis des Produkts bleibt jedoch gleich.

München - Die Henkel AG gerät ins Visier des Verbraucherschutzes Hamburg. Wie der Verein am Mittwoch berichtet, ist das Spülmittel Pril Original des Düsseldorfer Konzerns zur „Mogelpackung des Monats“ gekürt worden. Die Verbraucherschützer:innen bemängeln, dass Hersteller Henkel die Füllmenge des Spülmittels reduziert, den Preis allerdings nicht anpasst. Heißt für Verbraucher:innen Sie zahlen drauf. Wie aus dem Bericht hervorgeht, fielen Pril-Produkte schon in der Vergangenheit durch Preis-Tricksereien auf.

Pril-Spülmittel: Umgerechnet 11 Prozent müssen Verbraucher:innen mehr bezahlen

Die Untersuchung der Verbraucherschützer zeigt, dass im Produkt Pril Original statt 750 Milliliter nur noch 675 Milliliter enthalten sind. Der Preis ist mit 1,21 Euro gleich geblieben. Auch bei anderen Spülmittel-Sorten bemängelt der Hamburger Verein das Vorgehen von Henkel. Pril Kraft-Gel oder Pril Sensitive Aloe Vera werden nun auch in kleineren Mengen verkauft (statt 500 Milliliter nur 450 Milliliter), bei gleichem Preis. Über die veränderte Füllmenge erfahren Verbraucher:innen im „Kleingedruckten“ auf der Rückseite des Spülmittels.

Die VZHH weist jedoch auch auf die Preisunterschiede im Handel hin. „Zwischen 1,21 Euro und 1,74 Euro lag die Preisspanne“, konstatieren die Verbraucherschützer. Die Preissteigerung betrage ihren Berechnungen zufolge elf Prozent. Die Henkel AG wehrt sich gegen die Vorwürfe und verweist auf die veränderte Rezeptur.

„Mogelpackung“: Henkel AG verteidigt Pril-Spülmittel

In einer Stellungnahme, die die Hamburger Verbraucherzentrale veröffentlichte, weist Henkel die Vorwürfe zurück. Zwar seien die Füllmengen der Spülmittel zurückgegangen, dies sei jedoch auf eine „Formelverbesserung“ zurückzuführen. Es handele sich „vor und nach der Umstellung um unterschiedliche Produkte“, erklärt das Unternehmen gegenüber der Verbraucherzentrale Hamburg. Henkel verweist auch auf die Preissetzung des Handels. „Hersteller haben keinen Einfluss auf die Endverbraucherpreise im Handel. Es ist uns lediglich gestattet, dem Handel eine unverbindliche Preisempfehlung zu geben. Wie der Handel mit dieser Preisempfehlung umgeht, entscheidet allein der Handel“, so die Pressestelle auf Anfrage des Vereins. In einer Untersuchung der Stiftung Warentest schnitt das Pril-Produkt 2018 mit der Note 1,6 ab.

Verbraucherschutz: Pril-Spülmittel mit Wasser „gestreckt“

Die Verbraucherschützer:innen kamen bei ihren Recherchen zu dem Ergebnis, dass nicht nur die Füllmenge des Pril-Spülmittels reduziert wurde, auch soll das Düsseldorfer Unternehmen die großen Spülmittel-Flaschen mit Wasser „strecken“. So werden die Produkte, die 50 Prozent mehr Inhalt aufweisen zum gleichen Preis wie die kleineren Flaschen verkauft. Laut Verbraucherschutz Hamburg fiel Pril schon in der Vergangenheit durch das „Verdünnen“ des Spülmittels auf.

Durch die Senkung der Füllmenge und geänderte Nutzungsempfehlungen kommen Verbraucher:innen heutzutage auf 150 Spülgänge pro Flasche. Vor neun Jahren, habe man mit einer Flasche Pril-Spülmittel noch 300 Mal das Geschirr säubern können, rechnen die Verbraucherschützer:innen vor. Der Verein kommt zu dem Ergebnis, dass das Pril-Spülmittel die „Mogelpackung des Monats“ ist. Eine unrühmliche Auszeichnung, auf die der Hersteller Henkel wohl gerne verzichtet hätte. (jjf)

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