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Aldi verkauft Speiseöl mit Preissteigerung von 550 Prozent - Kassiererin berichtet von Hamsterversuchen

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Von: Ines Baur

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Speiseoel vier Flaschen Frau
Sonnenblumenöl um jeden Preis? (Symbolbild) © IMAGO/MANUEL GEISSER

Bestimmte Speiseöle sind aktuell kaum zu bekommen - auch bei Aldi. Die Nachfrage bestimmt das Angebot und Discounter verkaufen Ware teils mit enormen Preisaufschlägen.

München - Wegen Hamsterkäufen hatte Discounter Aldi die Abgabe von Speiseöl an die Kundschaft bereits eingeschränkt. Sonnenblumenöl und Rapsöl sind wegen des Ukraine-Kriegs kaum zu bekommen. „Sonnenblumenöl ist das neue Klopapier“, sagt ein Frankfurter Filialleiter von Aldi-Süd bei tagesschau.de. Zwar sind die Kunden flexibel und kaufen Alternativen zu Sonnenblumen- und Rapsöl. Doch selbst bei anderen Speiseölen steht die Kundschaft immer öfter vor karg bestückte Regalen im Lebensmittelgeschäft.

Und nun auch noch das: In einigen Aldi-Filialen können Kundinnen und Kunden nun wieder Sonnenblumenöl kaufen. Das Produkt Ondosol gehört ab sofort zum Standard-Sortiment dazu, berichtet Focus Online. Das allein ist nicht wirklich eine Meldung wert. Wohl aber der Preis für das Produkt. Für die 1-Liter-Flasche verlangt Discounter Aldi 4,99 Euro. Damit ist das Speiseöl 3,20 Euro teurer als 1-Liter-Sonnenlumenöl der (ausverkauften) Eigenmarke Bellasan. Eine ambitionierte Preissteigerung von 550 Prozent.

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Rund 75 Euro für 15 Liter Speiseöl

Und was mach die Kundschaft? Rechnet nach und lässt es stehen? Eher weniger, man hamstert offensichtlich unbeirrt weiter. Denn trotz der Teuerung wollten einige Kunden einen ganzen Karton mit 15 Flaschen mitnehmen, berichtet eine Kassiererin einer Aldi-Filiale in der Nähe von Aalen. 74,85 Euro für 15 Liter Speiseöl - das toppt sogar den Preis für 15 Liter Diesel an einer Autobahntankstelle um einiges.

Normales Sonnenblumenöl ist bald so teuer wie ein Bio-Speiseöl oder Olivenöl. Hier liegt der Literpreis für konventionelle Produkte bei 6,50 Euro im Schnitt. Bio-Produkte oder besondere Sorten aus Ländern wie Italien, Spanien oder Griechenland sind je nach Sorte hochpreisiger. Feinschmecker zahlen bis zu 35 Euro für einen Liter Olivenöl.

Wann beruhigt sich die Lage am Markt wieder?

Der Krieg in der Ukraine hat laut Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (kurz OVID) spürbare Einflüsse auf Deutschland. Die Ukraine sei mit 51 und Russland mit 27 Prozent die weltweit wichtigsten Exportländer für Sonnenblumenöl.

Die Ölmühle C. Thywissen erwartete bis zur nächsten Ernte im September 2,5 Millionen Tonnen Sonnenblumen-Rohöl aus der Ukraine, sagte Geschäftsführer Detlef Volz zu tagesschau.de. Doch momentan komme kein Schiff mehr aus der Ukraine. Wann und ob es wieder Lieferungen gäbe, hängt damit zusammen, wie lange der Krieg noch dauert. Die Aussaat bei den Sonnenblumen ist im April. Sollte die Saat nicht stattfinden, würde auch die Ernte ausfallen.

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