Eine Frau geht an einer Rossmann-Filiale vorbei.
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Eine Rossmann-Kunde verärgerte nach seinem Einkauf die vermeintlich miese Preismasche des Drogeriemarkts – und prangert diesen auf Facebook an.

Drogerie belehrt Kunden

Rossmann-Kunde entlarvt vermeintlich fiesen Preistrick: „Das ist gelogen und eine Verarsche“

Sonderangebote sind vor allem beim Lieblingshändler immer gerne gesehen. Ein Kunde war nach seiner Entdeckung einer Preisreduzierung jedoch gar nicht erfreut – und prangert auf Facebook an.

München – Beinahe wöchentlich offenbaren neue Prospekte der großen Supermärkte und Drogerien Sonderangebote, die die Verbraucher in die Filialen locken sollen. Doch nicht jeder vertraut den Werbemaßnahmen blindlings. Der Kunde einer Rossmann-Filiale vermutete hinter einigen Angeboten nun einen dreisten Preistrick und prangerte seine Entdeckung auf Facebook an.

Mit „Was sagt Ihr denn zu Eurer Kundenverarsche? Und das sind nur zwei Beispiele“ beginnt der Beitrag des Nutzers „Tom Arte“ an die Drogeriekette Rossmann auf Facebook – im Anhang zwei Fotos von Produkten, die den vermeintlichen Preisbetrug beweisen sollen. Die Bilder zeigen zwei Deodorants, die als Produkte aus der Werbung ausgeschildert sind, sowie ihre Preisschilder. Genau bei diesen vermutet der Kunde den hinterhältigen Trick: Denn sowohl das neue als auch das darunter befindliche, alte Preisschild zeigen den gleichen Betrag. Dabei müsste es sich doch eigentlich um Angebote handeln?

Rossmann-Kunde verärgert über vermeintliches Angebot: „Das ist gelogen“

Anderen Nutzern in den Kommentaren ist dieses Phänomen bereits bekannt. Sie versuchen den aufgebrachten Nutzer mehrmals zu beruhigen. So verweist ein Mann darauf, dass es sich um Werbung, nicht jedoch um Angebote oder Sonderangebote handelt. Eine andere Nutzerin verweist auf die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) des Herstellers. „Man spart in dem Fall 12 Prozent gegenüber der UVP“, setzt sie zur Erläuterung an, „es ist alles richtig so und sogar rechtlich erlaubt“.

Doch der verärgerte Verbraucher sieht das anders: „Homepage, App und Angebotsblatt sagen klar und deutlich Angebote“, ergänzt der Nutzer zwinkernd auf die Erklärungsversuche in den Kommentaren, „hier wird vorgegaukelt, dass man etwas billiger als sonst bei Rossmann bekommt und das ist gelogen“. Er fühlt sich betrogen: „Es ist und bleibt Verarsche, es wird ein Angebot vorgegaukelt, man spart aber nichts, da der Preis bei Rossmann immer so ist. UVP spielt keine Rolle, die benutzt eh keiner. Rossmann nennt es überall, außer am Regal, klar und deutlich Angebot.“

Wütender Facebook-Post: Rossman verteidigt angeblichen Preisbetrug

Tatsächlich scheinen die Kommentierenden jedoch recht zu haben: Dass ein Produkt in der Werbung zu finden ist, heiße nicht automatisch, dass das Produkt ermäßigt wurde, erklärt Rossmann auf Anfrage von Merkur.de. Solange in der Werbebeilage kein durchgestrichener Preis zu sehen sei, handele es sich um eine reguläre Preisinformation zum Produkt. In Werbefällen werde der für die Werbeaktion gültige Produktpreis zur Orientierung immer dem üblichen Verkaufspreis oder der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers gegenübergestellt, heißt es ergänzend. Auch in den Kommentaren unter dem Post verteidigt das Unternehmen die Aktion: „Einige Produkte möchten wir bewusst bewerben, indem wir sie durch solch eine Kennzeichnung hervorheben.“ Diese Vorgehensweise sei im Einzelhandel durchaus üblich, belehrt das Unternehmen weiter.

Eine Reaktion des Kunden bleibt noch aus, aber vielleicht wird ihn die ausführliche Erklärung der Verantwortlichen zufriedenstellen: Denn hinter vermeintlich fiesen Preistricks verbirgt sich manchmal einfach nur eine bewusste Marketingstrategie. (klb)

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