Wirkstoff gegen Erektionsstörungen im Produkt

Aufstrich-Rückruf: Herzinfarkt droht - Behörden warnen vor „möglicher Arzneimittelfälschung“

  • Philipp Fischer
    vonPhilipp Fischer
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Rückruf: Ein Unternehmen ruft eine orientalische Paste zurück. Das Produkt kann zu einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall führen.

Witten - Der Lebensmittelhändler Orient Lebensmittel GmbH mit Sitz in Witten hat am Montag die Verbraucher über einen Rückruf informiert. Es handelt sich um den Artikel „Epimedyumlu Bitkisel Karisimli Macun-Paste“ der Firma Themra. Laut dem Unternehmen enthält das Produkt den verschreibungspflichtigen Wirkstoff „Sildenafil“ in pharmakologisch wirksamer Menge sowie die für Lebensmittel nicht zugelassene Zutat „Epimedium“.

Rückruf: Produkt enthält verschreibungspflichtige pharmakologische Substanzen

Hersteller ruf Macun-Paste aufgrund von Gesundheitsgefahr zurück.

Wie der Name des Produktes bereits verrät, beinhaltet die Paste Epimedium. Dieses Extrakt wird aus der Elfenblume gewonnen und wurde in der Vergangenheit immer wieder als „natürliches Viagra“ angepriesen. Besonders in der chinesischen Medizin wird dieses Produkt schon seit langer Zeit als Heilmittel bei erektiler Dysfunktion verabreicht. Bisher konnte jedoch seine Wirksamkeit nur bei Ratten nachgewiesen werden. Darüber hinaus ist die wissenschaftliche Grundlage für dieses Produkt äußerst dürftig, da es keine klinischen Studien gibt.

Neben Epimedium wurden in dem Produkt auch Bestandteile des Wirkstoffes Sildenfanil in pharmakologisch wirksamer Menge gefunden. Bei diesem Stoff handelt es sich um einen Phosphodiesterase-Hemmer, der zur medizinischen Behandlung von Erektionsstörungen verwendet wird. Die Gefahr besteht, dass bei einer unkontrollierten Einnahme schwerwiegende Nebenwirkungen wie zum Beispiel Blutdruckschwankungen, Herzinfarkte oder Schlaganfälle begünstigt werden können.

Rückruf: Firma ruft Paste aufgrund von Gesundheitsgefahr zurück

Die Lebensmittelfirma Orient Lebensmittel GmbH ruf jetzt dieses Produkt aufgrund einer Gesundheitsgefahr beim Verzehr zurück. Erstaunlich ist, dass dieser Rückruf erst jetzt mitgeteilt wird. Bereits im August letzten Jahres hat das österreichische Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen die gleiche Paste vom Hersteller Themra aus dem Verkehr gezogen. Die österreichischen Behörden stuften das Produkt „als mögliche Arzneimittelfälschung“ ein, da die Paste vorgibt „antidepressiv“ zu sein und eine „vorzeitige Ejakulation“ zu verhindern. Darüber hinaus stellten die österreichischen Behörden fest, dass das Produkt als „100 % natürliches Aphrodisiaka“ beworben wurde. Diese Deklaration ist nach jetzigen Kenntnissen nicht zutreffend, da in der Paste auch der Arzneimittelstoff Sildenfanil gefunden wurde.

Vom Verzehr dieser Produkte wird von deutschen als auch österreichischen Behörden dringend abgeraten. Verbraucher können die vom Rückruf betroffenen Produkte an den jeweiligen Verkaufsstellen zurückgeben und bekommen ihren Kaufpreis zurückerstattet. (phf)

Rubriklistenbild: © Beispielfoto: PantherMedia / Olegkalina / Olegkalina

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