Auf der Wochenstation an der Universitätsklinik und Poliklinik für Geburtshilfe in Halle/Saale (Sachsen-Anhalt) liegen zwei Neugeborenen nebeneinander.
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Verdiente Ruhepause: Babys brauchen zum Schlafen weder Decke noch Kissen - zu hoch ist dann die Erstickungsgefahr. (Symbolbild)

Einkaufskette trifft Vorsichtsmaßnahme

Rückruf für Baby-Schlafsäcke: Großes Kaufhaus warnt vor Erstickungsgefahr

  • vonCornelia Schramm
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Wickeln, Stillen und das Köpfchen stützen: Frischgebackene Eltern können vieles falsch machen, da wollen sie ihr Baby zumindest im Schlaf bestens gebettet wissen. Doch auch hier gibt es eine Gefahr.

  • Praktisch und wohlig-warm: Viele Eltern lassen ihre Babys im Schlafsack schlafen.
  • TK Maxx zieht nun zahlreiche Schlafsäcke für Säuglinge aus dem Verkehr.
  • Zu groß ist die Gefahr, die Kleinen könnten daran ersticken.

Düsseldorf - Nichts ist tragischer als der plötzliche Kindstod: Säuglinge können in der Wiege etwa unter anderem leicht durch einen Bettbezug auf ihrem Gesicht ersticken. Eltern können dem vorbeugen, indem sie ihr Baby in einem Schlafsack im Bettchen schlafen legen. Dieser kann vorn Geburt an genutzt und beispielsweise schon zur Entbindung mit ins Krankenhaus gebracht werden. Auf NEO- und Intensivstationen finden sich genau aus diesem Grund weder Kissen noch Decken, zumeist werden Säuglinge dort mit speziellen Wickeltechniken eingebunden, die zudem noch die Behaglichkeit des Mutterleibes simulieren.

Ein Baby-Schlafsack ist da für ungeübte Eltern die Alternative - und zudem um einiges sicherer als die Wickelmethode der Profis. Dabei sollten sie aber unbedingt darauf achten, dass der Schlafsack die richtige Größe hat. Die Körpergröße des Kindes sollte nur um zehn Zentimeter addiert die Größe des Schlafsackes ergeben, könnten die Babys doch ansonsten hineinrutschen, wenn er zu groß ausfällt. Im schlimmsten Fall könnte dann auch hier Ersticken die Folge sein.

Video: Der ultimative Tipp: So schläft dein Baby ein

TK Maxx ruft Schlafsäcke zurück - Babys könnten ersticken

Genau dieses Problem erkannte eine bekannte Kaufhaus-Kette jetzt sofort: TK Maxx nahm „aus Sicherheitsgründen“, wie das Unternehmen mitteilte, ausgewählte Baby-Schlafsäcke „vorsorglich“ aus dem Verkauf. Die Halslöcher der betroffenen Schlafsäcke seien zu groß und entsprechen nicht der europäischen Norm. TK Maxx räumte ein, dass ein Baby somit in den Schlafsack rutschen könne, was ein erhebliches Erstickungsrisiko darstelle. Als „Vorsichtsmaßnahme“ bezeichnet die Kaufhaus-Kette, deren Deutschland-Sitz in Düsseldorf liegt, die großangelegte Rückruf-Aktion.

Bei den Produkten, die von TK Maxx nun vorsorglich aus dem Verkehr gezogen wurden, handelt es sich um Baby-Schlafsäcke der Größe „0-6 Monate“, die zwischen August 2018 und Dezember 2020 verkauft wurden. TK Maxx-Kunden sollten nun überprüfen, ob ihr Baby-Schlafsack von einer der folgenden Marken ist:

  • „Sam & Jo“„First Wish“
  • „Little Red Caboose“
  • „Willow Blossom“
  • „Aspen“
  • „Piper & Posie“
  • „Shabby Chic“
  • „Artisan“
  • „Dylan & Abby Miss Mona Mouse“
  • „Harry & Me“

Wer derzeit einen dieser Schlafsack-Marken verwendet und das Produkt im besagten Zeitraum bei TK Maxx gekauft hat, sollte es sofort auf die Artikelnummer kontrollieren. Diese ist auf dem eingenähten Etikett im Baby-Schlafsack zu finden.

  • CL00871 - CL00873 - CL00953 - CL00986 - CL00905 - CL00861 - CL00980 - CL01005 - CL00819
  • CL00936 - CL00954 - CL00987 - CL00909 - CL00935 - CL00981 - CL01006 - CL00824 - CL00943
  • CL00956 - CL01003 - CL00917 - CL00937 - CL00982 - CL01007 - CL00904 - CL00720 - CL00955
  • CL01004 - CL00921 - CL00938 - CL00983 - CL01066 - CL00924 - CL00756 - CL00984 - CL01073
  • CL00872 - CL00880 - CL00985 - CL01096 - CL01099 - CL01079

Davon die betroffenen Baby-Produkte weiterhin zu verwenden rät der britische Konzern TK Maxx entschieden ab. In jeder beliebigen TK Maxx-Filiale können Kunden die Baby-Schlafsäcke zurückgeben und bekommen auch ohne Quittung den Kaufpreis sofort zurückerstattet. (cos) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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