Super-Foods wie Acai und Moringa sind auch als Pulver beliebt.
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Super-Foods wie Acai und Moringa sind auch als Pulver beliebt. (Symbolbild)

Rückruf wegen Verunreinigung

Vergiftungsgefahr: „Gesundheits-Waffe“ mit Bakterien kontaminiert - Hersteller warnt vor Verzehr

  • vonCornelia Schramm
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Ob im Shampoo, Müsli oder als Pulver-Getränk: Acai, Moringa & Co. erobern als „Super-Food“ deutsche Haushalte. Vor einem beliebten Produkt wird nun eindringlich gewarnt - Bakterien sind der Grund.

Hillegom/Niederlande - Unter anderem sollen sie Entzündungen hemmen, bei Darmbeschwerden helfen und den Stoffwechsel ankurbeln können. Nicht nur „altbekannten“ Gewürzen wie Zimt, Kardamom und Ingwer werden immer wieder echte Heilkräfte zugesprochen, gerade die exotischen Newcomer auf dem Lebensmittelmarkt werden zum großen Hype. Neben Chia-Samen und Acai-Beeren steht auch Moringa bei so manchen Fitness- und Ernährungsfans hoch im Kurs. Moringa-Bäume sind im Himalaya beheimatet - pulverisiert können ihre Blätter und Samen entweder in Müslis oder Smoothies beigemischt oder als Tee aufgekocht werden.

Moringa gilt durch seinen hohen Gehalt an Vitamin C, Eisen, Beta-Carotin, Calcium und Kalium als wahre Nährstoffbombe - ganz im Gegensatz zu anderen „Super-Foods“, die oftmals nur begrenzt mit Vitaminen und Spurenelementen punkten können und somit eigentlich zu Unrecht derart gehypt werden. Moringa-Präparate sollen unter anderem den Blutzucker, die Blutfette und den Blutdruck senken sowie die Körperzellen durch ihre anti-oxidativen Inhaltsstoffe schützen können. Ein solches Produkt stellt auch das niederländische Unternehmen Unidex B.V. her - dieses hat jetzt aber eine gefährliche Entdeckung* gemacht.

Video: Das berichtet „Galileo“ (Pro7) über die „magischen“ Moringa-Samen

Fieber, Durchfall und Erbrechen könnten denjenigen jetzt drohen, die mit dem Moringa-Pulver des Unternehmens ihrer Gesundheit doch eigentlich etwas Gutes tun möchten. Im „Zena Moringa Powder“ wurden nämlich Bakterien gefunden: Es bestehe die Gefahr, dass sich Salmonellen darin befinden, teilte das niederländische Unternehmen am Donnerstag mit. Unidex B.V. hat die betroffene Ware nach dieser Entdeckung sofort aus dem Verkehr genommen und die Verkaufsstätten umgehend über den Rückruf* informiert. In Deutschland wurde das Moringa-Präparat in 100 Gramm-Packungen vorwiegend in Bayern verkauft.

Moringa-Rückruf: Salmonellen-Vergiftung droht

Vom Verzehr des besagten Moringa-Pulvers mit dem Barcode 6044000063713 und dem Mindesthaltbarkeitsdatum* 31. Dezember 2023 rät der Hersteller eindringlich ab, kann eine Salmonellen-Erkrankung doch vor allem Säuglingen, Kleinkindern, Senioren sowie Menschen mit einem geschwächten Immunsystem gefährlich werden. Bei gesunden Erwachsenen äußert sich eine Salmonellen-Infektion zwar meist „nur“ durch Magen-Darm-Beschwerden, trotzdem sollte man einen Arzt aufsuchen, sobald man mit anhaltenden Symptomen zu kämpfen hat. Auf Twitter informierte auch das Portal produktrückrufe.de von der Salmonellen-Gefahr.

In der Regel beträgt die Inkubationszeit für eine Salmonellen-Vergiftung 48 Stunden, in seltenen Fällen kann sich eine Erkrankung aber auch noch bis zu drei Tage später äußern. Kunden, die vom Rückruf des Zena-Pulvers betroffen sind, rät die Unidex B.V. unbedingt vom weiteren Verzehr ab. Auch ohne Vorlage des Kassenbons können diese das Moringa-Produkt dort zurückgeben, wo sie es gekauft haben, um dann auch den Kaufpreis direkt zurückerstattet zu bekommen.

Mit einem ähnlichen Problem hat ein Berliner Großhändler zu kämpfen: Ein importiertes Trockengewürz muss einem Rückruf unterzogen werden. (cos) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks.

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