Der biologisch abbaubare Kaffebecher „ecoffee cup“ aus Bambus des niederländischen Unternehmens Five Minutes ist am 15.02.2017 in Nürnberg (Bayern) während der Naturkostmesse Biofach zu sehen.
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Der Umwelt zuliebe: Coffee-to-go-Becher aus Bambus sind so beliebt wie nie zu vor. (Symbolbild)

Erschreckender Fund

Rückruf: Vorsicht! Gefährliche Schadstoffe in Coffee-to-go-Bechern gefunden - Jetzt ist weiteres Produkt betroffen

  • vonCornelia Schramm
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Einweg-Becher aus Pappe sind schon länger verpönt. Der Umwelt zuliebe kaufen sich immer mehr Kaffee-Fans Mehrweg-Becher aus Plastik oder Bambus. Jetzt meldet ein Hersteller aber einen gefährlichen Fund.

  • Coffee-to-Go-Becher aus Pappe gelten inzwischen als echtes „No-go“.
  • Mehrweg-Becher sind jetzt voll im Trend: Sie sind bunt, praktisch - und schonen noch dazu die Umwelt.
  • Ein Unternehmen fand jetzt aber krebserregende Stoffe in mehreren Bechern - und reagiert.

Update vom 18. Oktober 2020: Ein weiterer Becher der Marke „EcoSouLife“ weist gefährliche Chemikalien auf. Dieses Mal handelt es sich um den „Bamboo Camper Cup“ in der Farbe Orange. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit warnt vor dem Becher: „Produkttests wiesen erhöhte Formaldehydwerte nach. Dieser Stoff kann gesundheitsgefährdend sein, deshalb wird von einer weiteren Verwendung des Bechers abgeraten.“

Das Produkt wurde bis zum 5. Oktober 2020 von „EcoSouLife“ vertrieben. Kunden können den Trinkbecher laut dem Hersteller gegen Erstattung des Verkaufspreises von 8,49 € oder gegen einen anderen Artikel in jeder Filialen umtauschen. 

Rückruf: Vorsicht! Gefährliche Schadstoffe in Coffee-to-go-Bechern gefunden

Erstmeldung vom 13. Oktober 2020:

Köln - Immer mehr Kaffee-Liebhaber bringen ihren Becher inzwischen selbst mit. Beim Bäcker um die Ecke oder in der Cafeteria lassen sie sich ihren eigenen Mehrweg-Becher einfach auffüllen, wenn es mal wieder schnell gehen muss - und Cappuccino & Co. „to go“ sein sollen. Der Umwelt etwas Gutes tun und auf Einweg-Becher verzichten, lautet schon länger die Devise, nachdem publik wurde, wie viele Tonnen Müll alleine in Deutschland durch die - mit Plastik beschichteten - Becher aus Pappe jährlich anfallen. Noch dazu sollen sie gesundheitsschädigend sein, sagen Studien.

Video: Einweg-Becher: Studie warnt vor unterschätzter Gesundheitsgefahr

Inzwischen gibt es die Mehrweg-Becher fast überall zu kaufen. Beim Bäcker, beim Discounter oder auch in Outdoor-Läden sind sie aus Materialien wie Edelstahl, Plastik oder auch Bambus erhältlich. Immer wieder nimmt sie die Stiftung Warentest deshalb unter die Lupe - und teilte Verbrauchern bereits teils erschreckende Befunde mit. Denn so sehr diese auch darauf achten, mit dem Mikro-Plastik, das die verpönten Einweg-Becher oftmals enthalten, nicht mehr die Weltmeere und Ökosysteme zu belasten, so schädlich können aber auch bestimmte Mehrweg-Becher für ihre eigene Gesundheit werden.

Rückrufaktion: Formaldehyde im Bambus-Becher

Erneut wurden jetzt gefährliche Chemikalien in einem der beliebten Mehrweg-Becher gefunden. Das Unternehmen Optamit teilte nun mit, seinen Trinkbecher „Bamboo Aroma Sip Cup“ der Marke „EcoSouLife“ deshalb zurückzurufen. Von der weiteren Verwendung der Becher mit der Artikelnummer ES-BM15-20040 rät das Unternehmen dringend ab, wurden bei Produkttests doch jetzt Stoffe - genauer: erhöhte Formaldeydwerte - festgestellt, die krebserregend sind.

Die Bambus-Becher der Marke „EcoSouLife“ wurden, wie das Verbracherportal Produktwarnung jetzt mitteilt, bis zum 5. Oktober 2020 verkauft. Vertrieben wurden die Becher über Optamit für einen Verkaufspreis von 11,95 Euro. Unter anderem verkaufen auch Amazon und diverse Online-Händler für Outdoor-Bedarf und Bergsport Produkte der Marke „EcoSouLife“. Die von der Rückrufaktion betroffenen Kunden müssten ihren Bambus-Becher jedoch leicht wiedererkennen, ist er in seiner Farbgebung doch ziemlich auffällig.

Die vom Rückruf betroffenen Kunden sind von Optamit dazu aufgerufen, ihren „Bamboo Aroma Sip Cup“ zurückzugeben, um den Kaufpreis von 11,95 Euro zurückerstattet zu bekommen oder ihn einfach in einen ihrer schadstofffreien Mehrweg-Becher umzutauschen.

Formaldeyhde wurden nämlich bereits 1995 von der Internationalen Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation WHO als „karzinogen“, „mutagen“ und „reproduktionstoxisch“ eingestuft und gelten seitdem als besonders gefährlich. Durch die WHO-Studie sah sich das Bundesinstitut für Risikobewertung 2006 dazu veranlasst, die krebsauslösenden Risiken von Formaldehyd ebenfalls neu zu bewerten: Auch die Ergebnisse der eigenen Studie zeigten die krebserzeugende Wirkung von Formaldehyd als hinreichend belegt. (cos) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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