Krebsgefahr durch Verseuchung

Achtung, nicht verzehren! Pflanzenschutzmittel im Müsli - Bundesweiter Rückruf für diverse Produkte

  • Patrick Freiwah
    vonPatrick Freiwah
    schließen

Wieder muss ein deutsches Unternehmen einen Produktrückruf wegen verunreinigtem Sesam in die Wege leiten. Einmal mehr ist Müsli betroffen - und Artikel mit Sesamsaat.

  • Verunreinigter Sesam zwingt einige deutsche Unternehmen zu einem Lebensmittel-Rückruf.
  • Diesmal ist die norddeutsche Firma Meienburg betroffen - es handelt sich um Müsli und ein Sesamsaat-Produkt.
  • In den Waren sind möglicherweise Rückstande einer gesundheitsschädigenden Chemikalie enthalten.

Schortens - Verunreinigter Sesam, der mit der in Deutschland verbotenen Chemikalie Ethylenoxid versehen ist, sorgt seit geraumer Zeit für Lebensmittel-Rückrufe in Deutschland. Bei einem weiteren Rückruf sind nun Produkte der niedersächsischen Firma Meienburg betroffen.

Rückruf von Sesamsaat und Müsli: Wieder einmal verursacht verunreinigter Sesam Probleme

Wegen potenzieller Verunreinigung ruft das Unternehmen aus dem kleinen Städtchen Schortens mehrere Packungsgrößen mit der Sesamsaat zurück, außerdem wird das „Friesen-Müsli Seesucht“ einem Verkaufsstopp unterzogen. Bei Proben von bestimmten Chargen der angebotenen und bereits verkauften Erzeugnisse seien erhöhte Rückstände des auch als Pflanzenschutzmittel benutzten Ethylenoxid gefunden worden, erklärte die Manufaktur am Dienstag. Folgende Produkte der Firma Meienburg sind betroffen:

  • Packungen von Meienburg Sesamsaat natur mit 500 und 1000 Gramm.
  • Meienburg Sesamsaat geschält 400 Gramm.
  • Meienburg Friesen-Müsli Seesucht 400 Gramm.

Müsli-Rückruf bei Meienburg: Ethylenoxid in Deutschland verboten - aber dennoch zu finden

Die möglicherweise gesundheitsgefährdende Ware sei bundesweit in verschiedenen Supermärkten verkauft worden und solle auf keinen Fall verzehrt werden. Was hat es mit dem Desinfektionsmittel Ethylenoxid auf sich? Die Substanz wird bei der Produktion von Lebensmitteln zur Reduktion von Keimen eingesetzt und kann bei Menschen schwere gesundheitliche Schäden bis hin zur Krebsgefahr bewirken.

Es ist in der Europäischen Union bereits seit 1981 als gesundheitsschädlich eingestuft. In Ländern wie Indien oder dem Sudan ist die Chemikalie hingegen nach wie vor erlaubt und gerät im Zuge des internationalen Handels auch nach Europa. So wird das giftige, leicht entzündliche Gas derzeit noch häufig zum Beispiel bei Lebensmitteln mit Sesam gefunden.

Aus dem gleichen Grund musste kürzlich ein weiterer deutscher Hersteller einen Müsli-Rückruf in die Wege leiten - die Allos Manufaktur, ebenfalls in Norddeutschland ansässig. (PF)

Rubriklistenbild: © JOEL SAGET / AFP

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare