Krebserregende Chemikalie

Rückruf: Achtung, hochgiftige Substanz in einem Dressing entdeckt

  • Isabelle Jentzsch
    vonIsabelle Jentzsch
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Erneut sind Lebensmittel mit krebserregenden Chemikalien verunreinigt. Einmal mehr ist ein Sesam-Produkt betroffen. Das Dressing sollte auf keinen Fall verzehrt werden.

  • Erneut sind Sesam-Produkte von einem Rückruf betroffen.
  • Diesmal trifft es ein Sesam-Dressing.
  • Beim Verzehr drohen schwere gesundheitliche Folgen.

Düsseldorf - Seit drei Monaten ist bereits bekannt, dass eine große Menge verunreinigte Sesam-Saat auf den europäischen Markt gelangt ist. Viele Hersteller haben den indischen Sesam in ihren Waren verarbeitet. Das hatte zur Folge, dass in den letzten Wochen viele Produkte zurückgerufen werden mussten. Erst diese Woche wurde ein beliebtes Produkt der asiatischen Küche von einem Bio-Hersteller aus dem Verkauf genommen. Nun ist ein weiteres Mal Vorsicht geboten. Ein Sesam-Dressing der Marke „Kikkoman“ ist von dem Rückruf betroffen.

Rückruf von Sesam-Dressing: Diese Chargen sind betroffen

Im Rahmen von Untersuchungen hat Kikkoman festgestellt, dass die verwendeten Sesamsamen im „Kikkoman Sesam Dressing“ die Grenzwerte für Ethylenoxid überschreiten. Das Produkt entspricht damit nicht den Anforderungen der Europäischen Union an die Lebensmittelsicherheit. Betroffen sind folgende Chargen:

  • Los Nr. L41 (250ml)
    Mindesthaltbarkeitsdatum: 23.09.2021
  • Los Nr. L42 (250ml)
    Mindesthaltbarkeitsdatum: 14.11.2021

Der Hersteller bittet die Verbraucher darum, die betroffenen Chargen mit den oben genannten Kennungen nicht zu verzehren. Die Produkte können bei den jeweiligen Verkaufsstellen gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgegeben werden.

Rückruf von giftigem Sesam: Ethylenoxid ist krebserregend

Das Sesam-Dressing ist mit Ethylenoxid verunreinigt. Die Chemikalie ist giftig und krebserregend. Zu den Symptomen einer Vergiftungserscheinung zählen Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit. Ist man hohen Dosen von Ethylenoxid ausgesetzt, kann es zu Zuckungen, Krämpfen und komatösen Zuständen kommen. Bei Tierversuchen hat die Chemikalie bereits nachweislich zu Mutationen geführt.

In Deutschland ist Ethylenoxid bereits seit 1981 in der Lebensmittelindustrie verboten. In vielen Ländern außerhalb der EU jedoch nicht. Im Sommer wurde eine erhebliche Menge Sesamsaat aus Indien importiert, die mit Ethylenoxid belastet ist. Dort wird das giftige Gas als Pflanzenschutzmittel eingesetzt, da es zuverlässig Bakterien, Viren und Pilze abtötet. Die Verunreinigung von Lebensmitteln durch die hochgiftige Chemikalie ist damit aktuell einer der häufigsten Gründe für Lebensmittelrückrufe.

Sesam-Rückruf in Deutschland: Die Lebensmittelindustrie kämpft mit vergifteten Produkten

Durch die Verunreinigung von verwendetem Sesam mussten in den letzten Wochen bereits vier verschiedene Müsli-Sorten aus dem Verkauf genommen werden. Außerdem sind zwei Protein-Brotbackmischungen mit Ethylenoxid belastet. Auch die Snack-Industrie hat es getroffen: Eine Sorte Käse-Cracker sowie Grissini-Stangen sollten aufgrund der Verunreinigung auf keinen Fall mehr verzehrt werden. (ij)

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