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Tatsächlich mehr Datenschutz als WhatsApp? Auch Signal und Telegram bereiten Datenschützern Sorgen

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Logos der Social-Media Messenger-Apps Telegram, WhatsApp und Signal auf dem Bidschirm eines Smartpones.
Viele Nutzer wechseln aktuell von Whatsapp zu Signal und Telegram. Doch wie sicher sind die Nachrichtendienste? (Symbolbild) © IMAGO / Friedrich Stark

Viele Nutzer wechseln aktuell zu den Messengerdiensten Signal oder Telegram. Datenschützer haben für die Nutzer einen Tipp parat.

München - Der Nachrichtendienst WhatsApp hat rund zwei Milliarden Nutzer, etwa ein Viertel der gesamten Weltbevölkerung. Erst kürzlich aktualisierte der Messengerdienst seine Nutzungsbedingungen, zahlreiche Nutzer wechselten zu Signal oder Telegram. Sogar Gerüchte über eine heimliche Änderung der Gruppen-Einstellungen bei WhatsApp machten die Runde – wobei es sich dabei nur um Fehlinformationen handelte.

Telegram und Signal gelten in puncto Datenschutz als sicherer. Trotzdem haben auch diese Messengerdienste zahlreiche Zugriffsrechte auf dem Smartphone.

Datenschutz bei Signal, Telegram und WhatsApp

WhatsApp gehört zum Mutterkonzern Facebook, der als Datenkrake bekannt ist. „Wenn du nichts für das Produkt zahlen musst, bist du das Produkt“, heißt es dazu in der Netflix-Dokumentation „The Social Dilemma“. Anfang des Jahres gab der Nachrichtendienst WhatsApp bekannt, die Daten künftig auch mit Facebook zu teilen. Datenschützer forderten die in Europa für Facebook zuständige irische Datenschutzbehörde auf, dieses Vorgehen umgehend zu prüfen.

„Als Teil der Facebook-Unternehmen erhält WhatsApp Informationen von anderen Facebook-Unternehmen und teilt auch Informationen mit anderen Facebook-Unternehmen.“

Nutzungsbedingungen WhatsApp

WhatsApp weiß laut dem Portal Business Insider auch dann viel über seine Nutzer, wenn diese die App nicht verwenden oder gelöscht haben. Es reicht, wenn Freunde, Bekannte oder Kollegen die App nutzen.

Telegram und Signal als Alternativen zu WhatsApp

Telegram gilt als bessere Alternative zu WhatsApp. Doch Datenschützer sind nicht begeistert. Denn auch dieser Messengerdienst speichert Kopien der Chats auf seinen Servern. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gilt nur für sogenannte geheime Chats und ist nicht standardmäßig eingestellt. Der Quellcode ist nur teilweise einsehbar.

Nutzer müssen dem Unternehmen daher einfach glauben, wenn es verspricht, dass Chats verschlüsselt auf den Servern liegen. Datenschützer kritisieren außerdem das undurchsichtige Firmengeflecht hinter Telegram.

Anders als WhatsApp ist Signal eine gemeinnützige Stiftung, die eigenen Angaben zufolge nicht an den Daten der User interessiert ist. Nachrichtenverläufe bleiben bei Signal auf dem Telefon gespeichert, nicht auf den Servern des Unternehmens. Das Unternehmen ist so transparent, dass es seinen Quellcode auf der Plattform GitHub zur Verfügung stellt. Die Nachrichten sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt und können daher vom Unternehmen selbst nicht eingesehen werden. Das nennt sich Zero-Knowledge-Prinzip. Viele Datenschutzexperten empfehlen den Nachrichtendienst, darunter auch der  Whistleblower und Datenschutzaktivist Edward Snowden.

Diese Daten fragen Signal und Telegram ab

Damit die Apps funktionieren, fragen auch Signal und Telegram bestimmte Daten und Zugriffsberechtigungen ab.

Telegram holt sich laut dem Portal „Inside Digital“ folgende Berechtigungen für den Zugriff auf das Smartphone:

Signal hat dem Inside-Digital-Bericht zufolge folgende Berechtigungen:

Es gibt die Möglichkeit, den Nachrichtendiensten standardmäßig den Zugriff auf die Kamera zu verweigern. Das bedeutet, dass die Apps jedes Mal fragen müssen, wenn sie die Kamera-Funktion verwenden wollen. So ist zumindest sichergestellt, dass die Nutzer über die Verwendung Bescheid wissen. Generell gilt: Nutzer sollten nicht nur bei Messengerdiensten, sondern auch in sozialen Medien bewusst mit ihren Daten umgehen, denn: „Das Internet vergisst nie.“

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