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Sonnenblumenöl: Engpässe wegen Ukraine-Konflikt - Dieser Ersatz bietet sich an

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Von: Patrick Freiwah

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So kommt es im Zuge des Ukraine-Konflikts in Deutschland zu Problemen bei der Verfügbarkeit von Sonnenblumenöl. Doch es gibt Alternativen, die als Ersatz verwendet werden können.

Berlin/München - Vermutlich eine Minderheit der Bevölkerung war sich bis vor kurzem bewusst, dass es sich bei der Ukraine um eines der wichtigsten Exportländer von Sonnenblumenöl handelt. Nun herrscht in dem Land eine kriegerische Auseinandersetzung und vielerorts wird das Öl aus den kleinen, schwarzen Kernen knapp.

Produzenten im Lebensmittelbereich sehen sich gezwungen, alternative Möglichkeiten für die Zubereitung von Speisen aufzutreiben. So haben Gastronomen oder auch Fast-Food-Konzerne damit begonnen, die Speiseölmischung für das Zubereiten von Pommes frites zu ändern. Eine Sprecherin von McDonald’s Deutschland erklärte, wie man in den Küchen der US-Kette reagiert: „Wir nutzen zum Frittieren unserer Pommes eine Pflanzenölmischung - unter anderem aus Sonnenblumen- und Rapsöl - wobei Sonnenblumenöl nur einen kleineren Teil ausmacht.“

Ukraine-Konflikt: Ersatz für Sonnenblumenöl - Alternative Möglichkeiten liegen nahe

Doch auch für private Verbraucher stellt sich die Frage nach einem Ersatz für das knapp gewordene Sonnenblumenöl. Denn Besserung scheint kurz- bis mittelfristig nicht in Sicht. Die aus dem Ukraine-Krieg resultierenden Lieferschwierigkeiten sollen Berichten zufolge weiter anhalten.

Womit kann man das Speiseöl also ersetzen? Harald Seitz vom Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) erklärt, es biete sich zum Beispiel raffiniertes Rapsöl an: Der Begriff bezeichnet das Abtrennen unerwünschter Stoffe, das Öl wird gegenüber Hitze stabil und zugleich fast neutral im Geschmack. Daher eigne es sich hervorragend zum Braten, Dünsten, zum Backen oder auch als Dressing für Salate. Zugleich enthält Rapsöl mehr Omega-3-Fettsäuren als Sonnenblumenöl und ist somit wichtig für den Stoffwechsel.

Flaschen mit Sonnenblumenöl im Einkaufswagen: Im Jahr 2022 gibt es bei diesem Produkt Engpässe
Flaschen mit Sonnenblumenöl im Einkaufswagen: Im Jahr 2022 gibt es bei diesem Produkt Engpässe. © IMAGO/Zeljko Lukunic/PIXSELL

Was man ebenfalls zum Braten verwenden kann, ist Olivenöl. In diesem Fall ist allerdings ein bisschen mehr Vorsicht angeraten: Besonders bei kaltgepresstem Öl wird empfohlen, es nicht stark zu erhitzen. Der Grund: Aromastoffe werden schnell zerstört, das mindert das Geschmackserlebnis. Die naheliegende Lösung lautet auch hier raffiniertes Olivenöl.

Über (raffinierte) Pflanzenöle als Sonnenblumenöl-Ersatz klärt das Verbraucherportal Utopia.de auf:

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Sonnenblumenöl-Ersatz: Für Kuchen eignen sich auch Butter und Margarine

Für das Backen beziehungsweise die Zubereitung von Kuchen kann übrigens auch Kokosöl verwendet werden - so entsteht eine leckere Geschmacksnote. Auch Butter und Margarine eignen sich gut als Ersatz für Sonnenblumenöl. 

Auch andere Länder haben Maßnahmen ergriffen, um dem Mangel an Sonnenblumenöl infolge des Ukraine-Konflikts entgegenzuwirken: In Frankreich werden Produkte wie Margarine künftig ebenfalls mit anderen Ölen hergestellt. Sechs Monate haben die herstellenden Unternehmen Zeit, um die neue Zusammensetzung auf Verpackungen anzugeben, erklärte das Wirtschaftsministerium. Hunderte von verschiedenen Produkten sind von der Umstellung betroffen, dazu gehören auch frittierte Lebensmittel wie Chips oder Pommes frites. Zudem leistete sich ein TV-Sender in unserem Nachbarland einen Skandal, indem er die Schuld der Sonnenblumenöl-Knappheit bei Muslimen ausmachte.

Jedoch: Während in Mitteleuropa Sonnenblumenöl Mangelware ist, scheint es in Schweden keine Probleme zu geben. Dort gibt es das Öl noch reichlich und es stammt dazu auch noch aus Deutschland. Verbraucher sind empört. (PF)

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