Kunden warten auf Geld

„So ein Saftladen!“ - Sparkasse-Störung führt zu unangenehmen Situationen für Kunden

Sparkassen-Kunden warten seit Tagen auf ihr Geld. Die Sparkasse will das Problem jetzt behoben haben. Doch die Folgen sind weitreichender als gedacht - und betreffen nicht nur die eigenen Kunden. 

  • Bundesweit warten Sparkassen-Kunden auf ihr Geld. Und nicht nur sie. 
  • Wegen einer technischen Störung sind seit Donnerstag zahlreiche Transaktionen nicht erfolgt. 
  • Die ausstehenden Überweisungen würden jetzt abgearbeitet, meldet die Bank auf Facebook. 

Update vom 12. Dezember 2019: Noch immer klagen Kunden über Störungen bei Sparkassen-Transaktionen. Auf dem Portal allestörungen.de gingen am Vormittag wieder zahlreiche neue Meldungen ein. Die Kurve bewegt sich etwa auf dem Niveau des Vortages. Noch immer führt die Sparkasse die Charts der aktuellen Störungen an - weit vor Vodafone, Telekom, O2 und anderen Unternehmen. Das führt für viele Kunden zu peinlichen Situationen. 

„Bei uns hat der Vermieter sein Geld auch noch nicht, überwiesen am 4.12 und uns wurde gesagt, es dauert bis Freitag 20 Uhr“, postete eine Kundin auf der Seite allestörungen.de. Ein Kunde reicht die Warterei auf das Geld mittlerweile: „Die Sparkasse ist so ein Saftladen!“

Bedrückend auch diese Klage einer Kundin: „Das Geld meines Freundes ist nicht eingegangen. Das kommt zwischen 10. und 11. jeden Monat. Jetzt musste ich ihm 65 Euro leihen. Sein Tank war leer und Kühlschrank auch. Das kann nicht sein!“ 

Andere machen sich eher Gedanken über die Abhängigkeit von der Technik. „Ich bin seit 40 Jahren Sparkassenkunde und erlebe das erste Mal solche Probleme. Tja, die Menschheit macht sich immer abhängiger von diesem digitalen Mist“, bemerkt ein Kunde auf allestörungen.de.

Störung bei der Sparkasse weitet sich dramatisch aus - nächste Hiobsbotschaft

Update vom 10. Dezember 2019: Zunächst war vermeldet worden, dass die Panne bei der Sparkasse behoben wurde, jetzt ist klar, dass sie sich sogar noch ausweitet. „Nach Behebung der technischen Störung sind entgegen einer ersten Analyse noch offene Transaktionsdateien identifiziert worden“, hieß es.

Nun sollen mehr Kunden betroffen sein als zunächst angenommen. Bei der Verbuchung von Transaktionen gebe es eine weitere Verzögerung, die besonders Zahlungen von Sparkassenkunden an Banken außerhalb der Finanzgruppe betreffe, teilte die Landesbank Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) am Dienstag in Frankfurt mit. „Dies kann mehrere Zehntausend Kunden betreffen.“

Die noch offenen Zahlungsströme würden mit Hochdruck abgearbeitet, betonte die Helaba, die Partner für viele Sparkassen ist. Kunden müssten sich dennoch auf Verzögerungen einstellen. „Im Einzelfall kann es noch bis Ende der Woche dauern, bis die Gelder bei den Kunden eingehen.“ Der aktuelle Zahlungsverkehr sei nicht betroffen und verlaufe uneingeschränkt, so die Helaba.

Kunden, denen finanzielle Einbußen entstanden sein, werde die Helaba gegen einen Nachweis den Schaden ersetzen, teilte das Institut weiter mit. Dazu müssten sich Sparkassenkunden an ihre Hausbank richten. Ein Formular gebe es auf der Helaba-Webseite.

Hintergrund war ein IT-Problem bei dem Dienstleister Finanz Informatik, der auch für die Helaba zuständig ist. Dadurch hätten sich Zahlungsaufträge auf der Plattform der Landesbank gestaut. Ein Cyber-Angriff auf die Bank ließ sich aber ausschließen.

Sparkassen-Kunden verzweifeln an Störung: „Frechheit“, „Inkompetenz und Gleichgültigkeit“

München - Gehalt, Kindergeld oder Rechnungen - Hunderte Sparkassen-Kunden erhalten seit Donnerstag keine oder nur vereinzelt Zahlungen auf ihr Konto. In der Folge können viele ihre Rechnungen nicht zahlen oder noch schlimmer - sie können ihre alltäglichen Einkäufe nicht tätigen. Der Grund: ein technisches Problem bei den Sparkassen.

Die Störung sei bereits behoben, meldet die Sparkasse. Zu Verzögerungen bei den Überweisungen komme es dennoch weiterhin. Noch am Dienstagmorgen machen Kunden in den sozialen Medien ihrem Ärger Luft. Viele warten noch immer auf ihr Geld. 

Störung bei der Sparkasse: Böse Überraschung beim Blick aufs Konto

Erst kürzlich kündigte die Sparkasse eine regelrechte Revolution an, um neue und junge Kunden zu gewinnen. Jetzt beschweren sich unter einer Pay-Direct-Werbung der Sparkasse auf Facebook die Kunden. Er bleibe lieber bei einem anderen Online-Zahlungsanbieter, schreibt etwa ein Nutzer. „Da weiß man, was man hat.“ 

Eine aufgebrachte Sparkassen-Kundin schrieb noch am Montag: „Ich finde es eine bodenlose Frechheit. Das ist nicht unsere Schuld oder die der Kindergeldkasse, sondern eure. Es gibt Familien, die mit dem Geld rechnen und wirtschaften müssen. Heute ist Montag und das fehlende Kindergeld ist noch nicht da. Wo lebt ihr?“ Einer jungen Mutter in Ausbildung geht es ähnlich. Auch sie beschwert sich auf Facebook. 

„Wir haben Verständnis für Ihren Ärger und bitten um Entschuldigung für die entstandenen Unannehmlichkeiten“, entschuldigt sich ein Sparkassenmitarbeiter unter den Beschwerdenachrichten auf Facebook. Ob das den enttäuschten Kunden reicht, ist eine andere Frage. Das Problem sei behoben und die offenen Aufträge sollten im Laufe des Tages getätigt werden. Doch so recht scheint das nicht funktioniert zu haben. 

Enttäuschte Sparkassen-Kunden: Die Beschwerdewelle ebbt kaum ab

Zumindest ebbt die Beschwerdewelle auf der Störungsmeldungswebseite allestoerungen.de auch am Dienstag kaum ab. Nicht nur die Sparkassen-Kunden scheinen von der Panne bei der Sparkasse betroffen, denn auch die Gehälter, die von Unternehmenskonten bei der Sparkasse abgehen sollten, sind betroffen. Ein Deutsche-Bank-Kunde und seine Frau warteten derzeit etwa noch auf ihre Gehälter. Bei der Deutschen Bank habe man ihm zu einem Anwalt geraten, so der Betroffene. Für seine laufenden Rechnungen habe ihm seine Bank ein zinsfreies Darlehen gegeben. 

Insgesamt zeigen sich die Sparkassen-Kunden auch in dem Umgang der Bank mit der Störung unzufrieden. Ein Sparkassen-Kunde kritisiert auf der Seite allestoerungen.de, dass die Bank ihre Kunden nicht informiert habe: „Hier habe ich bei der Sparkasse den Eindruck, dass dieses Unternehmen vor Unfähigkeit strotzt. Kein Hinweis auf der Internetseite - weder auf das Problem, noch darauf, die geplanten Abbuchungen vom Konto wieder rückgängig zu machen.“ 

Eine weitere Kundin äußerte sich auf Facebook noch enttäuschter: „Dass die Sparkasse die Frechheit besitzt, sich nicht anständig zu äußern, bzw. Stellung zu nehmen, zeugt von Inkompetenz und einer Gleichgültigkeit den Kunden gegenüber. Das ist mehr als traurig!“ 

Sparkasse: Wegen technischer Probleme gibt es kein Geld

Betroffen sind laut Focus.de vor allem Kunden in Essen, Berlin, Köln, Viersen, Lauscha und Stuttgart. 

Besonders hart kommt es zum Jahresende auch für Sparkassen-Kunden in München. Denn eine Reihe von laufenden Prämiensparverträgen werden von der Bank in der bayerischen Landeshauptstadt gekündigt. Das berichtet Merkur.de*. Welche Sparer davon betroffen sind, wird im Video erklärt: 

Ein Freisinger Sparkassen-Kunde weigert sich, Strafzinsen zu zahlen - jetzt droht die Sparkasse mit Rauswurf.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. 

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa / Fabian Sommer

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