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Kehrtwende bei Spritpreisen? Vergleich mit 2020 und 2021 zeigt absurde Preisentwicklung

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Von: Patrick Freiwah

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Billig tanken in Deutschland? Im Jahr 2022 eher unwahrscheinlich
Billig tanken in Deutschland? Im Jahr 2022 eher unwahrscheinlich. (Symbolbild) © IMAGO/Sascha Steinach

Eine Statistik über die aktuellen Spritpreise lässt deutsche Autofahrer ein wenig durchatmen. Ein Vergleich mit den Jahren 2020 und 2021 zeigt jedoch eine absurde Preisentwicklung.

Berlin/München - Wer im April eine deutsche Tankstelle ansteuerte, um seinem Auto neuen Kraftstoff zu gönnen, könnte sich ein wenig gewundert haben: Die Entwicklung der Spritpreise deutete mancherorts auf eine leichte Erholung hin. Wie der ADAC in seiner Auswertung zu April 2022 erklärt, hatte ein Liter Super E10 im vergangenen Monat bundesweit im Schnitt etwa 1,97 Euro gekostet. Das sind etwa 9,9 Cent weniger, als für Treibstoff noch im März gezahlt werden musste. Auch der Dieselpreis sei im Monatsdurchschnitt gesunken, um 11,6 Cent auf einen Betrag von 2,024 Euro pro Liter.

Können Autofahrer wieder auf bessere Zeiten hoffen, nachdem die Energiepreise im Zuge des Ukraine-Konflikts in immer höhere Sphären geraten waren? Die Antwort muss offenbar „Nein“ lauten: Denn im Monatsverlauf zogen der Benzin- und Dieselpreis wieder merklich an, lässt der Verkehrsclub wissen. Super E10 lag zuletzt knapp unter zwei Euro, während Diesel seit Mitte April wieder konstant über zwei Euro kosten würde.

Aktuelle Spritpreise: Diesel im Vergleich zu 2020 fast 100 Prozent gestiegen

Wie bizarr die Gesamtentwicklung der Spritpreise an den deutschen Tankstellen ist, zeigt eine weitere Auswertung. Der ADAC verdeutlicht die Steigerungsrate im Vergleich zu den Corona-Jahren 2020 und 2021, als der Ölpreis global in den Keller rauschte: Bei Diesel betrug die Differenz zwischen April 2022 und dem Vorjahr satte 71,5 Cent! Im Vergleich zum Frühjahr 2020 zeigt sich ein noch größeres Ausmaß der Tragödie, die deutsche Autofahrer viel Geld kostet: Als die Spritpreise während der Pandemie deutlich zurückgegangen waren, kostete Benzin im Vergleich zum April des laufenden Jahres beinahe 80 Cent weniger, Diesel war sogar im Schnitt 94,2 Cent günstiger.

Wer übrigens glaubt, die gestiegenen Spritpreise seien lediglich auf den Rohölpreis und die Ukraine-Krise zurückzuführen, sieht sich getäuscht:

Spritpreise auf Rekordhoch: Kaufen Bürger nun vermehrt ein E-Auto?

Derweil beschäftigte sich der Digitalverband Bitkom mit der Frage, ob in Deutschland immer mehr Bürger überlegen, sich aufgrund der gestiegenen Spritpreise ein Elektroauto zuzulegen. Laut einer Umfrage ist dieser Anteil im Vergleich zu der Zeit vor Beginn der Eskalation in der Ukraine jedoch nur marginal gestiegen.

Scheinbar wird in etwa jedem achten Haushalt (zwölf Prozent) darüber nachgedacht, sich einen Stromer anzuschaffen. Im Januar habe dieser Anteil noch bei zehn Prozent gelegen. Diese Steigerungsrate erscheint kaum spürbar – und könnte damit zusammenhängen, dass im entsprechenden Zeitraum auch die Strompreise gestiegen sind. Denn das bekommen auch Halter eines Elektro-Pkw zu spüren. (PF)

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