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Spritpreise steigen heftig: Welche Folgen jetzt Autofahrern drohen

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Von: Dominik Jahn

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Die Preise an den Tankstellen steigen: Experten rechnen für Autofahrer mit einem weiteren Nebeneffekt.

Die aktuelle Lage im Ukraine-Krieg hat auch immer stärkere Auswirkungen auf die Wirtschaft in Deutschland. Besonders Autofahrer bekommen an Tankstellen weiter steigende Spritpreise serviert. Ein Ende scheint erstmal nicht in Sicht. Die Ölmärkte stecken in heftigen Turbulenzen fest. Womit Autofahrer jetzt noch rechnen müssen und wie die deutsche Regierung reagiert.

Ein Versuch, die Preise an den Tankstellen für Autofahrer möglichst unter Kontrolle zu halten, ist nach Angaben der Bundesregierung die Freigabe nationaler Ölreserven. Demnach wird in einer internationalen Abstimmung ein kleiner Teil dieser Reserven zur Verfügung gestellt. Eine Einschränkung der Versorgung mit Öl gibt es laut Bundeswirtschaftsministerium in Deutschland nicht, berichtet echo24.de.

Autofahrer zahlen immer mehr: Spritpreise steigen schon länger

Ein Blick auf die Preistabelle der Ölwirtschaft zeigte am vergangenen Mittwoch, laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa), „mehrjährige Höchststände“ für die besonders wichtigen Sorten Brent und West Texas Intermediate (WTI). Dem Bericht zur Folge kostete „ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent (...) knapp 114 US-Dollar und damit so viel wie zuletzt im Jahr 2014. Ein Fass der US-Sorte WTI wurde mit mehr als 112 Dollar gehandelt. Das ist der höchste Stand seit dem Jahr 2011“. Diese Tatsache wirkt sich auf den Spritpreis für Diesel und Benzin aus. Experten befürchten sogar einen Preisanstieg von bis zu drei Euro pro Liter.

Aber schon vor dem Ukraine-Konflikt trieben den Autofahrern in Deutschland die steigenden Spritkosten die Tränen in die Augen an den Tankstellen. Kleine Fehler kosten da bereits eine Menge Geld. Die dpa meldet einen Anstieg seit Jahresbeginn um 45 Prozent. Mit Beginn der aktuellen Woche ging es nochmal um mehr als zehn Dollar auf dem Ölmarkt nach oben.

Doch was sind die Gründe für die steigenden Spritpreise? Diese hängen dabei auch mit Ängsten wegen möglicher Lieferausfälle infolge des Kriegs in der Ukraine zusammen. Weitere Sanktionen oder gar ein komplettes Einfuhrverbot russischen Erdöls in die USA sowie Gegensanktionen Russlands gelten als weitere Preistreiber. Russland gilt weltweit als einer der größten Ölfördernationen und Exporteure. Alleine in Deutschland liegt der Öl-Importanteil aus Russland bei 35 Prozent.

Aktuelle Spritpreise: Benzin und Diesel für Autofahrer so teuer wie nie

Wie der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) am vergangenen Donnerstag mitteilte, kostete E10 am Mittwoch bundesweit im Schnitt 1,85 Euro je Liter und Diesel 1,79 Euro. Was sich dabei für Autofahrer deutlich zeigt, der Abstand beim damals aktuellen Spritpreis zwischen Benzin und Diesel hat sich an deutschen Tankstellen immer weiter verringert.

Grafik vom ADAC
Die Preise für Benzin und Diesel sind für deutsche Autofahrer rasant gestiegen. © ADAC e.V.

Am heutigen Dienstag löste der Diesel sogar E10 beim aktuellen Spritpreis ab. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt lag dieser wie bereits erwähnt erstmals bei über zwei Euro pro Liter. Superbenzin der Sorte E10 kostete demnach 2,008 Euro je Liter, bei Diesel waren es 2,032 Euro, wie der ADAC am Dienstag (8. März) mitteilte.

Steigende Spritpreise für Autofahrer: Gegenmaßnahmen und Erfolge

Was würde als die Freigabe von Ölreserven durch den Verbund großer Industrieländer bedeuten für Autofahrer? Wie die Deutsche Presse-Agentur schreibt, gibt das Bundeswirtschaftsministerium an, von den insgesamt 60 Millionen Barrel aus den strategischen Rohölreserven, einen Anteil von 5,4 Prozent zu übernehmen. Der Wert entspricht demnach 434.000 Tonnen Öl. Das sind drei Prozent der deutschen Erdölreserven.

Ein Erfolg gegen die rasant steigenden Spritpreise hat sich damit aber noch nicht eingestellt. Die Preise schnellen weiter in die Höhe. Gegenüber der dpa äußerte sich Experte Carsten Fritsch von der Commerzbank wenig optimistisch dazu. Er sieht das Problem in der vergleichsweise geringen Menge. Die freigegebenen IEA-Reserven könnten demnach „einen Lieferausfall Russlands gerade mal zwei Wochen lang ausgleichen“.

Ein weiteres Problem sind die fehlenden Alternativen. Förderländer wie Saudi-Arabien oder den Vereinigten Arabischen Emiraten gehören zu einem anderen großen Ölverbund - Opec+. Diesem gehört auch Russland an. Der Verbund hat im Sommer 2021 damit begonnen, seine Förderung nur schrittweise und eher moderat anzuheben. Erst am Mittwoch hatten man beschlossen, an diesem Vorgehen nichts zu ändern.

ADAC erklärt die Folgen der steigenden Spritpreise für Autofahrer

Die durch den Ukraine-Krieg immer weiter steigenden Spritpreise an deutschen Tankstellen könnten durch die betroffenen Autofahrer zu einem weiteren Nebeneffekt führen. So rechnet der ADAC in einer Mitteilung am Freitag, 4. März, damit, dass es jetzt vermehrt zu Tanktourismus kommen kann.

Gegenüber der dpa erklärte ein Sprecher des ADAC Südbaden in Freiburg, dass der Trend zu Tankfahrten ins Nachbarland sich verschärfen werde. Besonders grenznahe Regionen in Deutschland genauso wie in der Schweiz stehen dabei im Blickfeld der Autofahrer.

Spritpreise in Österreich: ADAC erklärt den Unterschied

Nach Angaben des Allgemeinen Deutsche Automobil-Clubs kostete der Liter Super demnach im Schnitt zuletzt nur 1,45 Euro in Österreich. Grund für den Preisunterschied sind Steuern und Abgaben. Mit dem Krieg in der Ukraine werden laut den Experten auch im Nachbarland die Preise ansteigen, dennoch gibt es weitere Möglichkeiten auch im Ausland günstiger zu tanken. Vor allem bei der Aussicht attraktiv, dass zeitgleich in Deutschland für Autofahrer weiter steigende Spritpreise zu erwarten sein könnten. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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