Bei schnellen Sportszenen kann das Bild bei den kleineren „Schnäppchen-TVs“ schon mal ruckeln.
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Bei schnellen Sportszenen kann das Bild bei den kleineren „Schnäppchen-TVs“ schon mal ruckeln. (Symbolbild)

Zwischen 32 und 43 Zoll

Fernseher aus dem Discounter: Stiftung Warentest prüft Schnäppchen-TVs - Ergebnis dürfte viele enttäuschen

  • vonTanja Kipke
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Stiftung Warentest hat neun Fernseher aus Discountern, Supermärkten und Baumärkten mit einem Schnelltest geprüft. Die Ergebnisse seien kaum überraschend.

Berlin - „Wer billig kauft, kauft zweimal“ - diese Binsenweisheit ist bei den meisten bekannt. Ob sie auch für günstige Fernseher aus dem Discounter gilt, hat Stiftung Warentest geprüft. Neun Fernseher mit 32 bis 43 Zoll mussten das Schnelltestverfahren der Verbraucherorganisation durchstehen. Die Preise der „Schnäppchen-TVs“ reichen von nur 130 Euro bis 400 Euro. Das ist für den ein oder anderen ein verlockendes Angebot. Erst vor einigen Wochen hat Stiftung Warentest die besten Fernseher für die ganze Familie gekürt.

Stiftung Warentest: Schnelltest mit neun Fernsehern aus Discountern und Baumärkten

Große Fernseher über 50 Zoll sind seit vielen Jahren im Kommen. Kaum jemand kauft sich noch einen kleineren Fernseher. Die kleinen Formate werden von den bekannten Herstellern häufig vernachlässigt. Daher finden sich die kleinen Modelle von 32 bis 43 Zoll oft in Supermärkten und Discountern zu Aktionspreisen. Die Markennamen der getesteten Fernseher sind jedoch durchaus bekannt.

„Wir prüften Modelle von JVC, Nokia, OK, Tele­funken und Toshiba, doch Marke und Hersteller sind selten identisch“, so die Warentester. Und das sei auch schon das erste Problem. Die Fernseher von JVC, Tele­funken und Toshiba würden etwa alle­samt von Vestel, einem Konzern aus der Türkei gefertigt. OK sei die Hausmarke von MediaMarkt und Saturn. Lizenznehmer für Nokia-Fernseher sei das Unternehmen Streamview aus Wien in Österreich, wie test.de informiert.

Stiftung Warentest: Bild- und Tonqualität der neun „Schnäppchen-TVs“

Die Bildqualität der Fernseher bezeichnen die Warentester als „mau“. Das Fehlen einer einstellbaren Bewegtbildoptimierung mache sich vor allem bei actiongeladenen und schnellen Szenen, wie zum Beispiel beim Sport, bemerkbar. Da kann es schonmal gewaltig ruckeln. Nur eines der geprüften Modelle verfüge über dieses Ausstattungsmerkmal, der Telefunken XU43K521. „Das 43-Zoll-Gerät ist eines von zwei Geräten, das zudem eine UHD-Auflösung (3840 x 2160 Pixel) bietet - und die beste Bild­qualität in seiner Größenklasse.“

Auch beim Ton gibt es noch Verbesserungspotenzial. Die meisten der kleinen Fernseher klingen „unterdurchschnittlich“. Schon bei geringer Lautstärke würden häufig Verzerrungen auftreten. Allerdings lasse sich der Ton bei allen durch externe Lautsprecher verbessern. Es ist bei Geräten in dieser Zollgröße einfach kein Platz für vernünftige Lautsprecher vorhanden.

Immerhin sei die Ausstattung der Geräte zeitgemäß. Fast alle ließen sich über Lan oder Wlan mit dem Internet verbinden, um die Apps der gängigen Streamingdienste nutzen zu können. „Airplay“ unterstützt keines der Geräte, ein Jammer für alle Apple-Nutzer. Wer das TV-Programm auf eine ange­schlossene USB-Fest­platte aufzeichnen will, kann das jedoch nur bei zwei Modellen: dem Nokia Smart TV 3200A und dem Toshiba 43UA2B63DG. Bei Serien­modellen gehöre dieses Feature fast zum Stan­dard, so test.de.

Fazit von Stiftung Warentest: „Mäßiges Abschneiden über­rascht nicht wirk­lich“

Das Ergebnis des Schnelltestverfahrens überrasche die Warentester nicht. 2018 gab es schon mal eine Prüfung von Fernsehern aus Sonderangeboten. Auch damals schnitten die günstigen Modelle nicht gut ab. Der Grund: „Die Anbieter konzentrieren sich bei der Weiter­entwick­lung fast ausschließ­lich auf die großen Fernseher.“ Als ein Zweitgerät für Küche oder Gartenlaube könnten die kleineren Fernseher „dennoch den Ansprüchen der Käufer genügen“. Für einen großen Kinoabend mit Actionfilm und Popcorn eigenen sich größere Bildschirme meist besser.

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