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Hamsterzustände wie im ersten Lockdown? Handel am Limit: „Nein, wir haben kein Öl mehr!“

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Von: Anna Lorenz

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Sonnenblumenöl und Co. sind vielerorts mittlerweile nur noch schwer erhältlich. Teilt das Hamsterprodukt bald das Schicksal des Lockdown-Hits Toilettenpapier?

Mainz - Sonnenblumenöl ist definitiv was für die Nackenmuskulatur. Während die einen sich nämlich momentan danach den Kopf verdrehen, schütteln viele ebendiesen nur noch über den Hamster-Irrsinn, der hierzulande bezüglich mancher Lebensmittel herrscht. Ob bald auf die Frage „Ausverkauft?“ auch noch ein Nicken zu besagtem Muskeltraining hinzukommt, lesen Sie hier.

Sonnenblumenöl und die Frage nach dem „Warum“ - „Ich verstehe die Leut‘ nicht“

Berechtigterweise stellt man sich gegenwärtig an deutschen Kassen nicht selten die Frage: Warum? Warum so viel Sonnenblumenöl? Zu den Hoch-Zeiten der Covid-Pandemie horteten Deutsche bekanntlicherweise insbesondere eines: Toilettenpapier. Während andere Nationen sich im Lockdown mit Wein, Kodomen oder Marihuana eindeckten, waren die Bürger hierzulande vordringlich um die Aufrechterhaltung ihrer Hygienestandards hinsichtlich der schlichten Kreatürlichkeit besorgt. „Kulturellen Unterschiede in den Grundlagen für das eigene Wohlbefinden“ vermutet Jan Häusser, Professor für Sozialpsychologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen, als Ursache der, im Vergleich sehr unterschiedlich ausfallenden Hamsterkäufe.

Vorausschauend oder rücksichtslos - Wie stehen Sie zu Hamsterkäufen?

Während aber in der Lockdown-Zeit keine Lieferengpässe, sondern eher das grassierende Coronavirus und die vielen geschlossenen Geschäfte die Menschen dazu bewegten, sich bis an die Zähne mit Hakle, Zewa und Konsorten zu bewaffnen, liegt der Fall mit dem Sonnenblumenöl etwas anders. Hier fallen durch den Ukraine-Krieg nämlich tatsächlich Produktion und Export weitestgehend flach. Oder, um es mit den Worten von Lebensmittelhändlerin Beate Schwarz aus Mainz-Gonsenheim zu sagen: „Nein, es ist kein Öl mehr da!“

Sonnenblumenöl: „Es ist schon wieder fast so schlimm wie im ersten Lockdown“

„Wie verrückt“, so würden die Kunden Schwarz den Laden hinsichtlich Speiseöl und Mehl leer kaufen, erklärt die Einzelhändlerin gegenüber taugesschau.de. Tatsächlich kein seltenes Phänomen, das die Geschäftsinhaberin aus Rheinland-Pfalz täglich erlebt: Groteske Szenen in Supermärkten und überschäumende Wutausbrüche auf sozialen Medien prägen gegenwärtig den Alltag. Sie „verstehe die Leut‘ nicht“, so Schwarz, die angibt, die Zustände wären nicht mehr weit von den Hamster-Eskapaden im ersten Corona-Lockdown entfernt.

Sonnenblumenöl - So sieht die Lage laut Lebensmittelhandel aus

Nicht nur Beate Schwarz und ihr Lebensmittelgeschäft, auch Supermärkte und Discounter werden vom Großhandel momentan nicht unbedingt in Speiseöl-Lieferungen ertränkt - im Gegenteil: Vor allem bei Sonnenblumenöl sei die verfügbare Menge gerade „geringer als üblich“, so der Pressesprecher des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels e.V., Christian Böttcher. Die „Situation entlang der Lieferkette“, sowie die „individuellen Geschäftsbeziehungen zwischen Erzeugern, Verarbeitern und Händlern“ würden im Einzelfall über die Verfügbarkeit eines Produktes entscheiden. Eine generelle Unterversorgung sei aber nicht zu befürchten. Jedoch sei „die geringere Warenverfügbarkeit bei einigen Grundnahrungsmitteln“, so der Bundesverband, „auch von einem übermäßigen Bevorratungsverhalten einiger Kunden getrieben.“

Hamsterkäufe und Lieferengpässe bewirken also erst in Kombination ein Leerstehen der Regale. Insofern ruft der Verband auch dazu auf, sich nur in haushaltsüblichen Mengen mit Sonnenblumenöl und Co. einzudecken. Wofür die Deutschen literweise Speiseöl horten, ist zwar nicht geklärt - doch wenn die momentan gekauften Massen tatsächlich dem gewöhnlichen Verzehr entsprechen, erstaunt der offenbar hohe Bedarf der Bürger an Toilettenpapier nicht. (askl)

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