Supermarkt-Preise vor Explosion? „Historische Entwicklung“ könnte gravierende Folgen für Verbraucher haben

Experten und die Welternährungsorganisation FAO stellen historische Preise von Getreide und Pflanzenölen fest. Diese könnten sich demnächst auf die Preise im Supermarkt auswirken.
Hamburg - Künftig könnte es zu erhöhten Supermarkt-Preisen bei Getreide und Pflanzenöl-Produkten kommen. Denn aktuell stellen Getreideexperten Preisausschläge bei Getreide und Pflanzenölen wie Weizen, Hirse und Raps fest. Das kann sich auch auf Verbraucher auswirken.
„Wenn sich die Preise noch eine Weile so halten für Pflanzenöle und für Getreide, dann wird sich das innerhalb einiger Monate sicherlich in den Lebensmittelpreisen auch im Supermarkt niederschlagen“, erklärte der Vorstandsvorsitzende des Vereins der Getreidehändler der Hamburger Börse, Thorsten Tiedemann gegenüber der dpa. Durch die Corona-Krise sind bereits viele Lebensmittel im Supermarkt in ihrem Preis gestiegen.
Preisausschläge bei Getreide: Höchststand seit sieben Jahren
Zahlreiche Ursachen erklären diese historischen Preisausschläge. Zum einen seien teilweise Engpässe durch Corona-Einschränkungen in der Wirtschaft entstanden, so Tiedemann. Zum anderen sei durch schlechtes Wetter und Fehlernten die Anbaumenge geringer ausgefallen. Die Nachfrage hingegen sei nach der Corona-Rezession sogar gestiegen.
Auch die Welternährungsorganisation FAO stellt den Trend der steigenden Preise fest. Dies betreffe dabei fast alle Agrarrohstoffe. Der FAO-Preisindex für Nahrungsmittel verzeichnet einen Preisanstieg von 31 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Aktuell sei der höchste Stand seit sieben Jahren erreicht worden. Besonders bei Ölsaaten scheint der Preis in die Höhe zu schießen. Im Vergleich zu April 2020 habe sich das Preisniveau verdoppelt. Aus Sicht der FAO trage auch die Nachfrage der Hersteller von Biokraftstoffen zu den Preisausschlägen bei.
Steigende Getreide-Preise: Auswirkungen auf Verbraucher
Die Folgen für Verbraucher können sich etwa in einer teureren Fleischproduktion zeigen. Dies liegt an den höheren Preisen für das Tierfutter. Auch bei Produkten wie Mehl und Pflanzenöl dürfte es zu höheren Preisen für die Verbraucher kommen, vermutet Tiedemann. Backwaren hingegen werden weniger stark von den Agrarrohstoff-Preisen beeinflusst, da diese nur einen geringen Teil des Gesamtpreises ausmachen.
Problematisch sei auch die abnehmende Selbstversorgung Deutschlands bei Agrarrohstoffen. Im Getreidewirtschaftsjahr
sei Deutschland auf einen Nettoexport von rund zwei Millionen Tonnen gekommen. „Das sind nicht mal fünf Prozent der gesamten Getreideproduktion, die wir hier übrig haben.“ In früheren Jahren seien „auch schon mal netto sieben bis zehn Millionen Tonnen“ exportiert worden, so Tiedemann. Auch auf dem Holzmarkt kommt es zu Preisexplosionen. (dpa/jsch)
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