Das Logo von Tchibo.
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Hoffnungsmodell wird begraben

Tchibo stellt ein Angebot ein: Bereits Im Dezember ist Schluss, nun winken Schnäppchen - jedoch mit Haken

  • Armin T. Linder
    vonArmin T. Linder
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Tchibo wird ein Service-Angebot bereits im Dezember einstellen - auch die Corona-Pandemie hatte ihren Einfluss auf die Entscheidung.

Hamburg - Drei Jahre nach dem Start wird Tchibo seinen Mietservice für Kleidung namens Share Mitte Dezember einstellen. Die kritische Masse, die es brauche, um ein Geschäftsmodell erfolgreich zu machen, sei nicht erreicht worden, teilte Tchibo am Montag (28.9.) mit. Die Corona-Pandemie habe „ihr Übriges“ getan - Kleidung sei in den vergangenen Monaten generell weniger gefragt gewesen.

Tchibo habe feststellen müssen, dass das Vermieten von Alltagsbekleidung noch nicht von der Mitte der Gesellschaft angenommen werde, erklärte Nanda Bergstein, Direktorin für Unternehmensverantwortung. Der Vorteil sei aus Kundensicht offensichtlich noch nicht klar genug.

Tchibo Share: Service wurde Anfang 2018 gestartet

Tchibo hatte den Service Anfang 2018 gestartet, zunächst mit Baby- und Kinderkleidung. Im Folgejahr wurde das Angebot um Damenbekleidung, Produkte aus dem Bereich Sport&Hobby bis hin zu Kaffeemaschinen erweitert. Wer die Kleidungsstücke nicht mehr brauchte, konnte sie zurückschicken; sie wurden gereinigt, aufbereitet und an die nächste Familie versandt.

Tchibo will weiter auf alternative Geschäftsmodelle setzen

Bergstein kündigte am Montag an, „das Ende von Tchibo Share bedeutet keinesfalls das Ende von alternativen Geschäftsmodellen für Tchibo. Im Gegenteil.“ Während der Corona-Krise hätten Themen wie nachhaltiger und kritischer Konsum an Relevanz gewonnen. Tchibo suche jetzt nach neuen Konzepten für nachhaltigen Konsum.

Tchibo Share: Jetzt winken Schnäppchen, die nicht für jeden was sein dürften

Jetzt winken für geneigte Kunden Schnäppchen. Tchibo Share biete nun das Bekleidungssortiment als Second-Hand-Kauf (sowie teilweise auch neue Stücke) an, heißt es auf der Homepage. Auch aktuell gemietete Kleidungsstücke können fest erworben werden. Das „Alles muss raus“-Prinzip. Der Anbieter verspricht, die Mode sei hygienisch und hochwertig aufbereitet.

Viele dürften da dennoch die Nase rümpfen - Second-Hand-Mode hat im Netz zwar über viele Portale Konjunktur. Aber ob man sich wirklich ungesehen Kleidung kaufen möchte, die davor an eine unbekannte Zahl von Menschen vermietet wurde? Der Gang ins Second-Hand-Geschäft oder zu den „normalen“ Weiterverkaufs-Portalen könnte hier für viele die bessere Wahl sein. Achtung, bei Rewe wurde nun das zweite Produkt via weniger Stunden zurückgerufen. (AFP/lin)

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