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Der Messenger-Dienst Threema möchte am Alleinstellungsmerkmal von WhatsApp rütteln - und plant eine Offensive für den europäischen Markt.

Kampfansage aus Europa

Datenschutz-Offensive: Threema setzt auf mehr Transparenz und will WhatsApp vom Thron stoßen

  • Patrick Freiwah
    vonPatrick Freiwah
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WhatsApp ist mit Abstand der populärste Messenger-Dienst. Doch macht sich der europäische Anbieter Threema daran, die Dominanz zu brechen - und vollzieht einen Kurswechsel.

  • Neben dem Messenger-Dienst WhatsApp* gibt es alternative Angebote, auch aus Europa.
  • Threema erhält frisches Kapital und startet eine Datenschutz-Offensive. Das Unternehmen reagiert auf Kritik bezüglich mangelnder Transparenz.
  • Außerdem gibt es eine weitere Neuerung, mit der Verbraucher für die Threema-App begeistert werden sollen.

München - Wenn es um digitale Kommunikationsmittel geht, stellt WhatsApp das beliebteste Mittel der Wahl dar - auch hierzulande. So nutzen alleine in Deutschland einer Umfrage zufolge angeblich 96 Prozent der Menschen den Messenger-Dienst. Dies berichtete die Bundesnetzagentur im Mai 2020. Doch auch wenn es sich um eine Art Monopolstellung handelt: Abseits davon gibt es Messenger-Angebote, die eine steigende Popularität verzeichnen - und wachsende Download-Zahlen. Eines davon ist Threema.

WhatsApp-Konkurrent Threema setzt künftig auf „Open Source“ und mehr Transparenz

Besonders aus Gründen des Datenschutzes greifen immer mehr Menschen auch zu der europäischen Alternative, mit Sitz in der Schweiz. Threema zählt zu den Diensten, die eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gewähren - neuerdings auch für Videoanrufe inklusive Signalisierung und Metadaten. So können ausschließlich Kommunikationspartner die Inhalte von Nachrichten einsehen, so das Versprechen. Für Verbraucher im Hinblick auf potenzielle Mitleser oder gar Hackerangriffe sicher die Wunschlösung.

Nachdem WhatsApp kürzlich Sicherheits-Updates verkündete, präsentiert nun auch Rivale Threema eine massivere Kursanpassung - mit dem Ziel, mehr Wachstum auf dem heimischen Kontinent Europa hinlegen. Gleich drei News begünstigen dieses Vorhaben:

Threema-Entwickler haben bekanntgegeben, dass künftig auf „Open Source" gesetzt wird: Der Quellcode der Threema-Apps wird gläsern und somit für Jedermann ersichtlich. Zwar gilt die Applikation schon seit Jahren als einer der sicheren Messenger - so ist für den Download nicht mal die Registrierung der Handynummer nötig. Doch liegt der Programmiercode bis dato unter Verschluss.

WhatsApp-Konkurrent Threema: Frisches Kapital durch Investor und neue Multi-Devise-Lösung

In Zeiten des immer höheren Datenschutz-Empfindens der Menschen erhofft sich Threema mehr Vertrauen in sein Angebot, weil man sich öfter Kritik ausgesetzt sah, aufgrund des geheimen Quellcodes. Aus finanzieller Sicht erhält der europäische WhatsApp-Konkurrent zudem frisches Kapital: Wie Chip.de erläutert, investiert die Afinum Management AG (deutsch-schweizerisches Unternehmen) in Threema. Mit Hilfe der Finanzspritze möchte der Messenger-Dienst vermehrt auch im nicht-deutschsprachigen Europa eine größere Nutzung erlangen.

„In Afinum (ein deutsch-schweizerisches Unternehmen, d. Red.) haben wir einen Partner gefunden, der unsere Werte bezüglich Sicherheit und Datenschutz voll und ganz teilt“, lässt Threema in einer Pressemitteilung verlauten. Außerdem kündigt Threema an, „noch vertrauenswürdiger“ zu werden und die Nutzung „noch bequemer“ zu machen.

Eine dritte attraktive Neuerung kommt bei Threema künftig zum Tragen: Dank einer plattformübergreifenden Multi-Device-Lösung wird der Messenger gleichzeitig auf mehreren Geräten* nutzbar - auch am PC. Und das ebenfalls, ohne dass personenbezogene Daten auf den Servern des Unternehmens gespeichert werden.

WhatsApp-Alternativen: Datenschutz und Werbung

WhatsApp*, das wie Instagram zum US-Konzern Facebook gehört, ist der weltweit beliebteste Messengerdienst. Zu den negativen Aspekten gehört das Sammeln von Nutzerdaten und das Einblenden von Werbung innerhalb der App. Diese Alternativen gibt der Markt her:

Auch bei WhatsApp herrscht Bewegung: Der Messengerdienst plant eine Funktion, die vor allem bei Digital-Messies für Erleichterung sorgen dürfte. (PF) *Merkur.de ist ein Angebot des Ippen Digital Netzwerks

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