Hersteller reagieren

Toilettenpapier vor historischem Preisanstieg - Experte fürchtet: „In mehreren Dekaden noch nicht erlebt“

  • Josef Forster
    vonJosef Forster
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Die Herstellungskosten für Toiletten- und Küchenpapier steigen, die Produzenten geben die erhöhten Ausgaben wohl an Händler weiter. Experten befürchten einen sprunghaften Preisanstieg

München - Toilettenpapier schafft es eigentlich selten in die Schlagzeilen. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie sind die Rollen von öffentlichem Interesse - Hamstereinkäufen und leergefegten Regalen sei Dank. Im vergangenen Frühjahr, während des ersten Lockdowns, plünderten die Kunden bei Aldi, Lidl, dm und Co. die Regale. Mit einer Beschränkung auf „haushaltsübliche“ Mengen reagierten die Handelskette auf die Hamsterkäufer, um so weiter Toilettenpapier anbieten zu können.

Zuletzt meldete der Discounter-Riese Aldi Süd, dass aufgrund der sinkenden Nachfrage die Preise gesenkt werden. Wie die Lebensmittelzeitung berichtet, könnte das günstige Toilettenpapier bald Geschichte sein: Experten rechnen mit einem deutlichen Preisanstieg.

Toilettenpapier soll teurer werden - Hersteller geben Kosten an Handel weiter

„Einen solchen Anstieg habe ich in mehreren Dekaden noch nicht erlebt“, bekennt Volker Jung, geschäftsführender Inhaber von Hakle gegenüber der Lebensmittelzeitung. Die Kosten für Zellstoff und Öl steigen sprunghaft an. Da die Rohstoffe für die Herstellung von Klopapier essenziell sind, wird sich die Preissteigerung auf den Kunden auswirken, berichtet RUHR24*. Hakle-Chef Jung sieht keinen Ausweg, als Preise für Toilettenpapier zu erhöhen: „Wir sind mit den Händlern in Gesprächen und bereiten sie auf die Situation vor.“

Kunden in Super- und Drogeriemärkten dürften die Entwicklung bei einem Blick in ihr Portemonnaie spüren. Nicht nur der deutsche Hersteller Hakle, auch die internationalen Konzerne Kimberly-Clark und Essity kündigen erhöhte Produktionspreise an, schreibt die Lebensmittelzeitung.

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Toilettenpapier vor Preiserhöhung: Herstellungskosten steigen

Wie das Blatt Experten zitiert, werden Preiserhöhungen im zweistelligen Prozentbereich erwartet, sollten die Rohstoffpreise weiter steigen. Den Grund für die erhöhten Produktionskosten von Klopapier sehen Beobachter in China, wie auch wa.de* berichtete. Der chinesische Markt erhole sich langsam aber stetig von der Corona-Pandemie, sodass die Wirtschaft wieder ins Rollen kommt. Eine erhöhte Nachfrage nach Zellstoff treibe deshalb den Preis für den Rohstoff nach oben, schreibt die Lebensmittelzeitung. Auch die Ölpreise ziehen an. Dass es wegen des Preisanstiegs für Klopapier zu neuen Hamsterkäufen kommen wird, ist zu bezweifeln. Tiefkühlprodukte und Desinfektionsmittel sind derzeit besonders gefragt. (jjf) *RUHR24 und wa.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Mario Aurich/IMAGO

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