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Vodafone führt traurige Liste an - „mit Abstand“

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Von: Veronika Silberg

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Untergeschobene Verträge und langsames Netz: Vodafone führt die Listen der Beschwerden und Kündigungen an. Der Konzern sieht sich selbst als Opfer.

Düsseldorf - Vodafone ist führend - nur leider in einer etwas unbeliebten Kategorie, der Anzahl an Verbraucherbeschwerden. Schon im Mai meldeten die Verbraucherschutzverbände auffällig viele Beschwerden bezüglich des Düsseldorfer Telekommunikationsunternehmens. Die Zahlen eines Kündigungsservices bestätigen die Unzufriedenheit der Verbraucher.

Jedes Jahr erhalten die Verbraucherzentralen in Deutschland zahlreiche Beschwerden, auch zu Mobilfunk- und Internetverträgen. Kunden ärgern sich über untergeschobene Verträge, teure Abzocken oder eine schlechte Internetverbindung. Erst vor kurzem gab der Bundesverband (vzbv) die Auswertung aller Verbraucherbeschwerden im Jahr 2020 bekannt. Vodafone, zweitgrößter Anbieter für Breitband und Festnetz in Deutschland, führe die Beschwerdeliste „mit Abstand“ an.

Verbraucherschutz: Vodafone führend bei Beschwerden - „Kein Verhältnis zur Marktgröße“

Carola Elbrecht, vzbz-Referentin fasst es so zusammen: „Vodafone führt im Telekommunikationsbereich die Beschwerderangfolge mit einem Abstand an, der in keinem Verhältnis zur Marktgröße steht.“ Während Vodafone im Bereich „Breitband“ beispielsweise einen Marktanteil von 33 Prozent hat, zieht das Unternehmen laut vzbz in diesem Bereich 66 Prozent aller Beschwerden auf sich. Im Bereich „Mobilfunk“ sind es etwas weniger: bei einem Marktanteil von 20 Prozent, fallen 33 Prozent aller Mobilfunk-Beschwerden auf Vodafone.

Kündigung bei Vodafone: Untergeschobene Veträge und schlechter Kundenservice

Schuld sind unter anderem häufig auftretende Verbindungsprobleme des Anbieters. Als Hauptbeschwerdegrund nennt Elbrecht aber die Vertriebsform des Unternehmens, das beinhalte Haustürgeschäfte und untergeschobene Verträge im stationären Handel sowie am Telefon. „Manche Verbraucher schildern uns, wie sie resignieren, weil sie mehrfach versucht haben, sich beispielsweise gegen untergeschobene Verträge durch Vodafone zur Wehr zu setzen.“

Für einen schlechten Service beim Düsseldorfer Telekommunikationsunternehmen spricht auch die Statistik des Kündigungsservices Volders. Der Online-Dienst übernimmt gegen Gebühr die Kündigung unterschiedlichster Verträge. Er wertete seine Vertragsbeendigungen nach Kündigungsgrund aus. In der Kategorie „Schlechter Kundenservice“ habe Vodafone 2020 den höchsten Anteil verzeichnet - das zweite Jahr in Folge.

Vodafone-Service sorgen für Vertragskündigungen - Konzern bezieht Stellung

Ist dieses harte Urteil gerechtfertigt? Gegenüber der IT-Nachrichten-Website heise.de ordnet Vodafone die Statistik der Verbraucherzentralen ein. Bei insgesamt über 45 Millionen Kunden liege die Anzahl der Kundenreklamationen mit Bezug zu Vodafone „weit unterhalb des homöopathischen Promillebereichs“. Wobei natürlich jede berechtigte Beschwerde eine Reklamation zu viel sei. Jeder einzelnen Beschwerde werde nachgegangen, es werde permanent daran gearbeitet den Kundenservice zu verbessern.

Auch im Vertrieb sei für den Konzern ein „ehrliches, sauberes und nachhaltiges Geschäft“ entscheidend. Mit jedem Kunden solle nur dann ein Vertrag abgeschlossen werden, wenn dieser ein Produkt bewusst haben und nutzen wolle. Dabei sei zu berücksichtigen, „dass zunächst Vodafone das Opfer von untergeschobenen Verträgen ist“ erklärt ein Vodafone-Sprecher gegenüber heise.de weiter. Vertriebspartner, die nicht gewollte Kundenverträge einreichten, täten dies, um „unberechtigte Provisionen zu kassieren und eventuell teure Smartphones für sich zur Seite zu schaffen“. Der Konzern gehe nach eigenen Angaben jedem Hinweis auf Unregelmäßigkeiten nach. (vs)

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