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„Ich wäre extrem vorsichtig“: HNO-Arzt und Bundesamt warnen dringlich vor Duftkerzen

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Das Umweltbundesamt und ein HNO-Arzt warnen vor Duftkerzen. Denn obwohl sie für ein gutes Raumklima sorgen sollen, bergen sie gesundheitliche Gefahren.

München – Duftkerzen sind in vielen Haushalten zu finden. Sie sollen für einen angenehmen Geruch im Raum sorgen. Doch nicht immer erfüllen sie ihren Zweck. Im schlimmsten Fall können die Geruchsspender sogar gesundheitliche Risiken bergen. Denn nicht immer ist Heuschnupfen der Grund für allergische Reaktionen. In der TV-Sendung Service Zeit im WDR warnt Hals-Nasen-Ohren-Arzt Christoph Striedter vor Duftkerzen für bestimmte Personengruppen. Auch das Umweltbundesamt weist auf die Gefahren hin.

„Wäre extrem vorsichtig“: HNO warnt vor Duftkerzen – unter anderem für Kinder sind sie ein Risiko

Doch wann sind Duftkerzen ein gesundheitliches Risiko? Laut Striedter gibt es Personengruppen, „die deutlich gefährdeter sind“. „Das sind Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen wie dem Asthma bronchiale“ und „der chronischen Bronchitis“. Doch besonders gefährdet seien Kinder. „Ich wäre extrem vorsichtig, wenn ich im Haushalt oder am Tisch, wo die Kerze brennt, Kinder oder Säugling habe – da verbietet es sich im Prinzip Duftkerzen anzustecken“.

Duftkerze gefährlich für die Gesundheit.
Duftkerzen können dem Raum einen angenehmen Geruch verleihen – jedoch bergen sie auch gesundheitliche Gefahren. © Gudrun Krebs / imago

Grund für gesundheitliche Beschwerden durch Duftkerzen seien Kontaktallergien. Mögliche Symptome können juckende Augen, laufende Nase, Atemprobleme oder Ausschlag sein. Das Bundesamt schreibt in einer Mitteilung, „dass manche Duftstoffe – ähnlich wie Nickel im Schmuck – Kontaktallergien oder andere Unverträglichkeiten auslösen können“. Duftstoffe könnten über die Atmung in den Organismus gelangen. Bei einigen wird sogar davon ausgegangen, dass sie über die Haut in den Körper gelangen.

EU hat „26 Duftstoffe als besonders häufig Allergie auslösend eingestuft“

Eine Studie des Umweltbundesamtes, das zuletzt die Klimaziele als gefährdet eingestuft hatte, hat ergeben, dass mindestens eine halbe Million Menschen in Deutschland auf Duftstoffe allergisch sind. „Das wissenschaftliche Beratungskomitee der Europäischen Union (SCCNFP) hat 26 Duftstoffe als besonders häufig Allergie auslösend eingestuft“, so das Bundesamt. Dazu gehören Citral, Farnseol und Lonalool. Hersteller seien dazu verpflichtet, diese Stoffe ab einer gewissen Konzentration auf Duftprodukten anzugeben.

Das Bundesamt warnt: „Oft bleiben die Hersteller von Kosmetik-Erzeugnissen aber unterhalb der deklarationspflichtigen Konzentration oder ersetzen diese Substanzen durch andere, die sie nicht ausweisen müssen, die aber möglicherweise ebenfalls Allergien auslösen können.“

„Müssen Hersteller überhaupt nicht aufführen“: Inhaltsstoffe von Duftkerzen häufig nicht angegeben

Besonders problematisch ist es bei Duftkerzen: „Die Inhaltsstoffe vieler anderer Produkte, zum Beispiel zur Raumbeduftung, müssen die Hersteller überhaupt nicht aufführen, falls die Inhaltsstoffe nicht unter die Gefahrstoffverordnung fallen“. Importierte duftstoffhaltige Waren aus Staaten außerhalb der EU unterliegen zudem bei der Produktion den Bestimmungen des Herkunftslandes, „wo die gesundheitlichen und ökologischen Anforderungen oft geringer sind“, so das Bundesamt. Eine nachträgliche Untersuchung dieser Waren ist schwierig.

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