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Falsche Werbeversprechen schon normal? Schummel-Werbung lockt Verbraucher wie selbstverständlich

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Von: Julia Schöneseiffen

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Supermarkt, Kühlung
Mit selbstverständlichen Werbeversprechen sollen Kunden zum Kauf animiert werden. (Symbolbild) © Sven Hoppe/dpa

Hersteller versuchen mit Schummel-Werbung die Verbraucher zum Kauf zu animieren. Wir erklären, wie die Masche funktioniert.

Köln - Mit einer bestimmten Masche versuchen Hersteller von Supermarkt-Produkten die Verbraucher zu ködern. Mit sogenannten selbstverständlichen Werbeversprechen sollen Kunden gelockt werden. Dabei werden zum Beispiel Schlagwörter wie „glutenfrei“, „vegan“ und „proteinreich“ auf der Verpackung gedruckt, um beispielsweise den Eindruck zu vermitteln, dass dieses Produkt besonders gesund sei.

Dabei sind selbstverständliche Werbeversprechen in Deutschland verboten, erklärt Lebensmittelexpertin Selvihan Benda von der Verbraucherzentrale gegenüber RTL. Doch lassen sich im Supermarkt einige Produkte finden, die solche Selbstverständlichkeiten als Werbezweck verwenden. Dies zeigt RTL-Reporter Martin Drohsel am Beispiel Räucherlachs. Er entdeckte in einem Supermarkt-Regal „Protein-Lachs“. Dabei stellt sich die Frage, ob Lachs nicht von Natur aus reich an Proteinen ist. Und tatsächlich: Im Vergleich zu einem anderen Räucherlachs desselben Herstellers lässt sich genauso viel Eiweiß finden wie beim „Protein-Lachs“.

Werbung mit Selbstverständnis: Verbraucher werden in die Irre geführt

„Letztendlich ist es für den Verbraucher und die Verbraucherin schon sehr, sehr verwirrend Protein-Lachs zu lesen. Klingt auf der anderen Seite als hätte der andere Lachs kein Protein oder weniger Protein, was aber nicht der Fall ist“, kritisiert Benda im Gespräch mit Drohsel. Allerdings handele der Hersteller trotzdem im rechtlichen Rahmen, erklärt sie weiter.

Welche gesundheitsbezogenen Versprechen erlaubt sind, ist EU-weit geregelt. Durch Schlagwörter wie „glutenfrei“ oder „vitaminreich“ soll meist der Eindruck vermittelt werden, ein gesundes Produkt in den Händen zu halten.
Selbstverständlich seien einige Kennzeichnungen auf Produkten sinnvoll, beispielsweise für Allergiker. Doch offenbar versuchen immer mehr Hersteller Verbote geschickt zu umgehen und Verbraucher mit Schummel-Werbung zu locken.

Werbe-Masche in Supermarkt und Discounter

Auf Anfrage von RTL äußerte sich der Lachs-Hersteller wie folgt: „Die Bezeichnung soll den Konsumenten keinesfalls täuschen, sondern lediglich die generellen positiven Eigenschaften eines Räucherlachses hervorheben. Auf der lebensmittelrechtlich relevanten Verpackungsrückseite werden alle notwendigen Informationen gegeben.“

Verbraucher sollten sich die Frage stellen: Handelt es sich bei solchen Aussagen um eine Selbstverständlichkeit oder tatsächlich um einen Zusatz den andere Produkte nicht enthalten. Eine weitere Verkaufs-Masche wendet Nestlé an. Gleich sechs Produkte wurden zur Mogelpackung des Monats Mai gekürt. (jsch)

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